Scheitel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Scheitels · Nominativ Plural: Scheitel
Aussprache
WorttrennungSchei-tel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Scheitel‹ als Erstglied: ↗Scheitelabstand · ↗Scheitelbein · ↗Scheitelfrisur · ↗Scheitelhöhe · ↗Scheitelpunkt · ↗Scheiteltunnel · ↗Scheitelwinkel · ↗scheitelrecht
 ·  mit ›Scheitel‹ als Letztglied: ↗Madonnenscheitel · ↗Mittelscheitel · ↗Poposcheitel · ↗Seitenscheitel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
von der Stirn nach hinten durch das Kopfhaar gezogene gerade Linie, die das Haar nach beiden Seiten teilt
Beispiele:
ein genau gezogener, gerader, glatter, krummer, tadelloser Scheitel
einen Scheitel ziehen
einen, keinen Scheitel haben
den Scheitel links, rechts tragen, haben
2.
gehoben Kopfhaar
Beispiele:
ein blonder, brauner, dunkler, schwarzer, ergrauter, gelichteter, lockiger Scheitel
Er blickte auf ihren strähnigen, aschfarbenen Scheitel mit dem armseligen Haarknoten im Nacken [UhsePatrioten1,175]
3.
oberste Stelle, Fläche des menschlichen Kopfes
Beispiele:
ein kahler, unbedeckter Scheitel
jmdm. die Hand auf den Scheitel legen
jmdm. liebevoll über den Scheitel streichen
sie trug einen Krug auf dem Scheitel
gehoben sie trug ein Diadem über dem Scheitel
gehoben den Scheitel neigen, senken (= den Kopf neigen, senken)
umgangssprachlich vom Scheitel bis zur Sohlevon Kopf bis Fuß, ganz und gar, durch und durch
Beispiel:
jmdn. vom Scheitel bis zur Sohle prüfen, ansehen
bildlich
Beispiele:
ein Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle
salopp, scherzhaft vom Scheitel bis zur Zehe
4.
gehoben oberster Teil, äußerster, höchster Punkt
a)
einer Erhebung
Beispiele:
der Scheitel des Berges, Hügels ragt über die Wipfel der Bäume hinaus
Und wenn die Pyramide jetzt, vollendet, / Den Scheitel bis zum Wolkensaum erhebt [KleistAmphitryonIII 11]
und durchfuhren den hochgelegenen Scheitel der Strecke [des Panamakanals] [WeitendorfLogbuch134]
b)
einer Kurve, Wendepunkt
Beispiel:
die Sonne, ein Stern steht im Scheitel (= Zenit)
bildlich
Beispiel:
Sie [die Marter] kann nicht länger sein als ein Menschenleben ... und das meinige hat den Scheitel schon erreicht [WiechertErzählungen206]
c)
Mathematik Punkt, an dem sich die Schenkel eines Winkels treffen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scheitel · Scheitelpunkt · scheiteln
Scheitel m. ‘Trennungslinie der Frisur, von der die Haare nach zwei Seiten sich ausbreiten, oberer mittlerer Teil des Kopfes, höchster Punkt’, ahd. skeitila f. ‘Haarscheide, Wirbel’ (8. Jh.), mhd. scheitel(e) f., auch ‘Berggipfel’, mnd. schēdel(e) f. m., mnl. scēdele, sceidele f. m., aengl. scēaþel f. ‘Weberschiff’ (?) stellen sich mit l-Suffix und grammatischem Wechsel von d und t zu dem unter ↗scheiden (s. d.) behandelten Verb. Sie stehen zunächst für ‘Haarscheide, Wirbel’, dann für den ‘höchsten Punkt’ des Menschen wie in der Landschaft. Der maskuline Gebrauch, allmählich vom Nd. her vordringend, setzt sich endgültig im 19. Jh. durch. Scheitelpunkt m. ‘höchster Punkt, Zenit’ (16. Jh.), in der Mathematik ‘Spitze eines Winkels oder Dreiecks, höchster Punkt einer Kurve’ (17. Jh.). scheiteln Vb. ‘(Haare) mit einem Scheitel versehen’, ahd. skeitilōn (8. Jh.), mhd. scheiteln.

Thesaurus

Mathematik
Synonymgruppe
Scheitel · ↗Scheitelpunkt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flutwelle Gewölbe Hochwasser Hochwasserwelle Kappe Kinn Locke Nacken Schlips Schläfe Sohle Stirn Strähne Zopf akkurat blond gefönt gekämmt gerad gezogen glatt kahl korrekt kämmen nachziehen pomadisiert schnurgerade schütter stramm streicheln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheitel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwischendurch frisiert er das Haar nach vorne und zieht an beliebigen Stellen einen Scheitel.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 133
Links gescheitelte Männer bringen es weiter im Leben, während Frauen besser daran tun, den Scheitel rechts zu ziehen.
Die Welt, 06.02.2001
Der Scheitel war da einfach lästig, die langen Haare fetteten schnell.
Bild, 29.08.1997
Die inneren Flächen des Gewölbes reichen nicht bis zum Scheitel.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 5592
Auf dem Scheitel finden wir wieder denselben Schmuck wie an den Toren.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21623
Zitationshilfe
„Scheitel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheitel>, abgerufen am 23.10.2019.

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