Schelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schelle · Nominativ Plural: Schellen
Aussprache  [ˈʃɛlə]
Worttrennung Schel-le
Wortbildung  mit ›Schelle‹ als Erstglied: Schellenbaum · Schellendame · Schellendaus · Schellengeklingel · Schellengeläut · Schellengeläute · Schellenkappe · Schellenklang · Schellenknopf · Schellenkönig · Schellenober · Schellentrommel · Schellenunter
 ·  mit ›Schelle‹ als Letztglied: Kuhschelle · Küchenschelle · Maulschelle · Narrenschelle · Schlittenschelle
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Schellen
Schellen
geschlossenes, meist rundes Glöckchen (1), das anstelle eines Klöppels (a) eine frei bewegliche Kugel im Inneren hat und das meist an Kleidung, Lederriemen, Kränzen, Stäben o. Ä. befestigt wird
Beispiele:
Auf Spielkarten trägt der Joker traditionell eine Narrenkappe mit Schellen. [Süddeutsche Zeitung, 18.03.2017]
Eine kleine, flache Rahmentrommel mit Schellen gibt zu Beginn des Konzertes den Rhythmus vor. [Neue Westfälische, 07.04.2016]
Zunächst gab es ein mittelalterliches Spiel eines mit Schellen behangenen Hofnarren[…]. [Saarbrücker Zeitung, 21.11.2013]
Das Klingeln der Schellen am Geschirr der beiden Muskatschimmel, die die Kutsche mit dem bärtigen Alten zogen, war weit zu hören. [Leipziger Volkszeitung, 06.12.2004]
Schelle als Schellenstab
Schelle als Schellenstab
(Serg Childed, CC BY-SA 4.0)
Schelle als Schellenkranz
Schelle als Schellenkranz
(Dan Moi, CC BY-SA 2.0)
einfaches Musikinstrument, das aus einem Ring, Band, Stab o. Ä. besteht, an dem mehrere Schellen¹ (1) befestigt sind
Beispiele:
Jaroslav Š[…] begleitete souverän den Chor am Klavier, mit Djembe, Schelle und Trommel steuerte Jana H[…] bei den afrikanischen Songs den feurigen Rhythmus bei. [NÖ Nachrichten, 13.06.2019]
Die Amsterdamer musizierten meist souverän, lediglich das gemeinsame Ritardando von den ersten Geigen, den Querflöten, den Klarinetten und der Schelle im dritten Takt geriet zu einem kleinen Pallawatsch (= Durcheinander). [Der Standard, 19.02.2015]
Ob sie wollte oder nicht, sie bekam zwei Klangstäbe in die Hand gedrückt und begleitete die Erzieherin am Akkordeon, während die Kleinen mit Triangel und Schellen mitspielten. [Thüringer Allgemeine, 30.04.2015]
Auf dem Boden liegen asiatische Flöten, ein indisches Zupfinstrument steht herum, der japanische Musiker übt mit seinen Schellen einen Rhythmus, tsching di ding, tsching di ding[…]. [Der Spiegel, 19.04.2014]
Mit Rassel, Schelle und Triangel läuten die Kleinen des Judenburger Kneipp‑Privatkindergartens Capistrangasse den Frühling ein – und natürlich mit einem fröhlichen Lied[…]. [Kleine Zeitung, 21.03.2010]
Die Instrumente der Janitscharen waren meist Becken, Triangel, kleine oder große Trommeln, Tamburin, Schellen. [Reclams Opernlexikon. Bd. 3. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 7094.]
2.
Altarschellen
Altarschellen
(Andreas Praefcke, GNU FDL)
Kuhschelle
Kuhschelle
Schelle mit Handgriff
Schelle mit Handgriff
(Gerd Seidel / Rob Irgendwer, CC BY-SA 3.0 DE)
oft D-Mittelwest , D-Südwest , gelegentlich CH , D-Südost Glocke (1), die klein genug ist, um in der Hand gehalten oder von Tieren um den Hals getragen zu werden
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Schelle schwenken, schwingen
in Präpositionalgruppe/-objekt: mit einer Schelle läuten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Schelle in der Hand, um den Hals
Beispiele:
Mit der Schelle in der Hand verkündeten in Schmelz früher Ortsdiener amtliche Bekanntmachungen. [Saarbrücker Zeitung, 07.10.2020]
Schon im Mittelalter gab es den Brauch des »Osterlaufens«. Die Menschen sind dabei Schellen schwingend und Halleluja singend durch die Straßen gezogen. [Mittelbayerische, 15.04.2020]
Ein paar Ferkel grunzen um die Wette, die Muttersau fläzt in der Sonne, und von der Weide bimmelt die Schelle einer Kuh. [Basler Zeitung, 21.11.2020]
Seine letzte Sitzung im Gemeinderat läutete Nehrens Bürgermeister […] mit einer Schelle ein. [Reutlinger General-Anzeiger, 26.02.2011]
Das gab fröhliche Spannung für die Kinder, bis der Klang der Schelle anzeigte, daß der Nikolaus eingetroffen war. [Rhein-Zeitung, 05.12.1998]
3.
meist D-Mittelwest , D-Nordwest (Westfalen)
Synonym zu Klingel (1)
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: die Schelle betätigen
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf die Schelle drücken
als Aktivsubjekt: eine Schelle klingelt
Beispiele:
An dem von drei Parteien bewohnten Haus befanden sich zwar eben so viele Klingeln, aber keine Namensschilder. Die Täter drückten gleichzeitig auf alle Schellen. [Neue Westfälische, 01.09.2017]
»Eine Schelle gab’s früher eh nicht«, so Bernhard E[…], »die Haustüren standen immer offen.« [Rhein-Zeitung, 29.08.2015]
Die Patientin habe in dieser Nacht die Schelle betätigt, als er in ihrem Zimmer eintraf, sei sie mit den Worten »Nimm mich« auf ihn zugekommen und habe ihn an seinem Kittel zu sich gezogen. [Neue Westfälische, 26.03.2014]
Mit einem Affenzahn rauschen sie [die Rennradfahrer] zum Teil in ganzen Kolonnen und nebeneinander haarscharf an mir vorbei, ohne sich vorher bemerkbar zu machen durch dezentes Rufen oder Klingeln. Aber klingeln können diese Raser ja nicht, weil gar keine Schelle am Rad vorhanden ist! [Aachener Zeitung, 11.07.2013]
4.
Schellenkönig
Schellenkönig
(World Web Playing Card Museum, CC0)
Kartenspiel Spielfarbe der deutschen Spielkarten, deren Symbol eine Schelle¹ (1) ist und die dem Karo der französischen Spielkarten entspricht, bzw. einzelne Karte dieser Farbe oder Partie mit dieser Farbe als Trumpf
Grammatik: meist im Plural, meist ohne Artikel
Beispiele:
Die höchsten Trümpfe [beim Schafkopf] sind die vier Ober, dann die vier Unter, dann die Herzen – es sei denn, bei einem Solo wird eine andere Farbe angesagt (Eichel, Gras, Schellen). [Münchner Merkur, 26.02.2020]
In einer anderen Vitrine liegen Kartenspiele mit recht ungewöhnlichen Spielfarben. Statt Herz, Karo, Pik und Kreuz sind es hier Eichel, Blatt, Schellen und Herz. Das seien die Spielfarben im deutschen Blatt gewesen – die sich gegen die französischen aber nicht hätten durchsetzen können, erklärt V[…]. [Neue Westfälische, 02.08.2019]
[…] obwohl ich ursprünglich aus Deutschland stamme, hat mich das traditionelle Spiel mit Eicheln, Schellen, Rosen und Schilten so gepackt, dass ich heute Mitglied des Jassclubs Ägerital bin und sogar an Turnieren antrete. [Luzerner Zeitung, 19.11.2011]
Um dieselbe Zeit [1790] dürften auch Vorarlberger Söldner, die in Holland im Kriegsdienst waren, die ersten Jasskarten ins Ländle gebracht haben. Schon damals gab es die vier Farben Herz, Laub, Schelle und Eichel. Sie weisen vermutlich auf die vier Stände im Mittelalter hin. Herz symbolisiert die Geistlichkeit, Laub den Adel, Schelle das Bürgertum und Eichel den Bauernstand. [Vorarlberger Nachrichten, 26.11.2005]
Die[…] deutsche Spielkarte umfasste – wie üblich bis in das 11. Jahrhundert – 48 Blatt. Die »Farben« dieser Karte nach alter Wertfolge sind Herzen, Schellen, Eicheln und Laub, die Bilder König, Obermann, Untermann, Banner (Daus), neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei und zwei. Die Zehn fehlte, wie auch noch heute in verschiedenen spanischen Spielkarten. [Leipziger Volkszeitung, 31.05.2011]
5.
übertragen
a)
Phrasem:
jmd. hängt der Katze die Schelle an, um (= eine heikle Sache offen und deutlich ansprechen)
Beispiele:
S[…]: Alle EU‑Staaten haben sich schon im Jahr 2000 verpflichtet, für Bildung und Forschung mehr Geld auszugeben, tun es aber nicht. V[…]: Ich kann sie nicht zwingen, das ist richtig. Wir können nur regelmäßig der Katze die Schelle umhängen. [Der Spiegel, 18.10.2004]
Wir haben doch alle von Anfang an gewusst, dass L[…] nicht im Kreis wohnt [und deswegen nicht im Kreistag sitzen dürfte], nur keiner hat der Katze die Schelle angehängt. Dies aufzudecken, wäre allerdings auch Chefsache gewesen. [Allgemeine Zeitung, 02.09.2006]
SZ: Mussten Sie ein Schweigegelübde ablegen? G[…]: Nein, aber Entscheidungen muss man in einer Demokratie akzeptieren, und ich habe keine Lust mehr, wie man im Rheinhessischen sagt, der Katze die Schelle anzuhängen. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2002]
Und die Sozialdemokraten werden dann zu verantworten haben, ob es eine Briefwahl gibt oder nicht. Da werden wir der Katze die Schelle umhängen. [Die Presse, 17.06.2000]
Schon dies allein hätte daher zur Abberufung Saalwächters und zur Abschaffung dieses Einzelrichtersystems führen müssen – aber es fand sich keine Maus, die der Katze die Schelle anzuhängen Lust hatte. [Die Zeit, 06.03.1952]
b)
Phrasem:
jmd. hängt jmdm. die Schelle an, um (= jmdm. eine unangenehme Aufgabe, Rolle zuschieben)
Beispiele:
[…]Man hat mir die Schelle umgehängt, Sie über die geplante Große Koalition im Kreistag zu informieren[…]. [Allgemeine Zeitung, 01.09.2017]
Der Bundeskanzler hat, indem er die deutschen Pershing‑Ia‑Raketen zur Disposition stellte, dafür gesorgt, daß niemand uns die Schelle des Sündenbocks umhängen kann. [Die Zeit, 11.09.1987]
Offenkundig sei EU‑Kommissionspräsident José Manuel Barroso von der konservativen EVP‑Fraktion im Europäischen Parlament gedrängt worden, den Druck auf Deutschland zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung zu erhöhen[…]. Die EVP wolle der deutschen Justizministerin Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger (FDP) und EU‑Innenkommissarin Cecilia Malmström bei dem Thema offenbar die Schelle umhängen. [Der Spiegel, 23.03.2012 (online)]
Muss eine gefährliche oder schwierige Aufgabe vergeben werden, mutmaßt man, dass sich niemand finden werde, der »der Katze die Schelle umhängt«. [Berliner Morgenpost, 03.09.2000]
Vielleicht bekommt ja die Katze eine Schelle umgehängt und wird als Staatssekretär im Presseamt beschäftigt. [Süddeutsche Zeitung, 04.12.1998]
c)
Phrasem:
jmd. hängt jmdm., etw. eine Schelle an, um (= vor jmdm., etw. warnen) (= jmdm. einen Vorwurf machen)
Beispiele:
Der Antisemitismusvorwurf bewegt sich als publizistischer Selbstläufer. Jemandem die Schelle umzuhängen[…] genügt. [Basler Zeitung, 15.08.2003]
Nachrichtendienste seien nun einmal »Jäger und Sammler« und die würden am liebsten ungestört arbeiten. […] Ist schon ziemlich krass[,] wie Fritsche und De Maizière […] dem BND die Schelle umhängen. [Die Zeit, 18.06.2015]
Dass ihm am Ende womöglich auch noch ausgerechnet Seehofer, einer seiner Intimfeinde, die Schelle des Versagers umhängen könnte, macht die Sache für Ramsauer noch unangenehmer. [Süddeutsche Zeitung, 18.04.2012]
Einige ganz volksnahe Abgeordnete wollten die Führung zwingen, per Blankoscheck den Steuersenkungen zuzustimmen, Ministerpräsidenten hingegen fürchteten um ihre Landeshaushalte – und schon wurde der Union die Schelle der »Zerstrittenheit« umgehängt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003]
Die Schelle der Eigentumsfeindlichkeit lassen wir uns nicht umhängen. [Berliner Zeitung, 25.01.1971]
6.
meist D-Südost , D-Mittelost , D-Nordost , umgangssprachlich
Synonym zu Ohrfeige, Maulschelle
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: jmdm. eine Schelle geben, versetzen; eine Schelle fangen, kassieren
Beispiele:
»Ich habe vom Lehrer fast jede Woche eine Schelle bekommen, weil ich zwar eine fleißige Schülerin war, mich sonst aber wie ein Junge verhalten habe«, gibt die ehemalige Rektorin zu. [Fränkischer Tag, 12.09.2019]
Sie entschied, sich zu trennen, packte das Zeug ihres Freundes zusammen und trug die Koffer raus. Er fand das nicht lustig, folgte ihr in die Wohnung, fragte ungläubig: Ist wirklich Schluss? »Dann gab’s die erste Schelle. So kräftig, dass es mich auf den Boden geschmissen hat«, erzählte die Frau. [Münchner Merkur, 24.01.2020]
Die dort beschriebene Szene, wie er dem neuen Partner seiner Ex‑Freundin eine Schelle verpasste? [Berliner Morgenpost, 10.09.2020]
Ich habe ihr dann links und rechts eine Schelle gegeben, weil sie mich verarscht hat. [Dresdner Neueste Nachrichten, 14.03.2017]
Es sei viel getrunken worden, sagte der Angeklagte. Mit einem Kumpel habe es Zoff gegeben. »Ich fing eine Schelle und bin wütend raus.« [Der Tagesspiegel, 20.06.2014]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schelle1 · Schellenkappe · Schellenbaum · schellen · Schelle2 · Maulschelle
Schelle1 f. ‘Glöckchen, Klingel’, ahd. skella (11. Jh.), mhd. mnd. schelle, mnl. scelle, nl. schel (germ. *skellō f.) steht als Verbalsubstantiv zu dem im 17. Jh. untergegangenen starken Verb ahd. skellan ‘tönen, lärmen, schallen, klingen’ (um 1000; vgl. irskellan ‘ertönen, erklingen’, 9. Jh.), mhd. mnd. frühnhd. schellen, mnl. scellen, anord. skjalla (germ. *skellan). Daneben begegnet ein (im Nhd. ebenfalls untergegangenes) Kausativum ahd. skellen (um 1000), mhd. frühnhd. schellen ‘erklingen lassen’, aengl. scillan, anord. skella (germ. *skaljan). Das starke und das schwache Verb sind im Dt. jedoch bewahrt in der Präfixbildung zerschellen (s. d.). Nächstverwandt ist Schall (s. d.). Außergerm. läßt sich vielleicht russ. (mundartlich) skólit’ (сколить) ‘winseln, heulen’ (von Hund und Wolf) heranziehen. Es handelt sich offensichtlich um schallnachahmende Bildungen, die an ie. *skel- (wozu auch schelten, s. d.), eine mit s- anlautende Variante der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. hell), angeschlossen werden können. Schellenkappe f. ‘mit Glöckchen besetzte Narrenkappe’ (18. Jh.). Schellenbaum m. auf die Janitscharenmusik zurückgehendes Musikinstrument, dessen Querstangen mit Schellen (Glöckchen) bestückt sind (19. Jh.), heute Repräsentationszeichen der Militärmusik. schellen Vb. ‘klingeln, läuten’, Neubildung (17. Jh.) zum Substantiv (s. oben). Schelle2 f. ‘Schlag ins Gesicht, Ohrfeige’ (18. Jh.), gekürzt aus älterem gleichbed. Maulschelle f. (16. Jh.), eigentlich ‘schallender Schlag aufs Maul’, gebildet zu frühnhd. schellen ‘schallen, klingen’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Schelle‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schelle‹.

Zitationshilfe
„Schelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schelle#1>, abgerufen am 18.01.2022.

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Schelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schelle · Nominativ Plural: Schellen
Aussprache  [ˈʃɛlə]
Worttrennung Schel-le
Wortbildung  mit ›Schelle‹ als Letztglied: Halteschelle · Handschelle · Rohrschelle
eWDG

Bedeutungen

1.
Technik Ring, Klammer, Bügel, besonders zur Befestigung, Abdichtung von Leitungen, Rohren
Beispiel:
die Schellen um das Gasrohr fest verschrauben
2.
stählerne, verschließbare Fessel um die Handgelenke, Fußgelenke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schelle3 · Handschelle
Schelle3 f. ‘ringförmige (Metall)fessel’ (Anfang 17. Jh.), Handschelle f. (18. Jh.), in der Handwerkersprache ‘Befestigungsriegel, -bügel, ringförmige Klammer’. Vielleicht ist anzuknüpfen an ahd. fuoʒscal ‘Riegel’ (um 800), dessen Grundwort, ausgehend von einer Bedeutung ‘abgespaltener Pfahl, Pflock’, zu der unter Schale1, Schale2 (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ gestellt werden kann.

Typische Verbindungen zu ›Schelle‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schelle‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schelle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon früh am Morgen klingen Tausende kleine Schellen durch die Straßen der nordafghanischen Stadt.
Die Welt, 24.12.2003
Nun hängt es ihm wie eine Schelle um den Hals für den Rest seines Lebens.
Die Zeit, 29.09.1972, Nr. 39
Sie rissen die Schelle ab, schrien laut, hämmerten gegen das schmiedeeiserne Tor.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 57
Die Mäuse beschließen, der Katze, um von ihr nicht beschlichen zu werden, eine Schelle umzuhängen.
Röhrich, Lutz: Katze. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 23079
In Mozarts Drei deutschen Tänzen von 1791 sind dagegen abgestimmte Schellen vorgeschrieben.
Günther, Robert u. a.: Schlaginstrumente. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 9293
Zitationshilfe
„Schelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schelle#2>, abgerufen am 18.01.2022.

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