Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schelte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schelte · Nominativ Plural: Schelten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Schel-te (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Schelte‹ als Letztglied: Medienschelte
eWDG

Bedeutung

gehoben durch laute Worte geäußerter harter Tadel, Verweis
Beispiele:
Schelte bekommen
es gibt Schelte
sich vor den Schlägen und Schelten fürchten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schelten · Schelte · unbescholten
schelten Vb. ‘(be)schimpfen, ausschimpfen, tadeln, Vorwürfe machen’, ahd. skeltan (8. Jh.), mhd. schelten, schelden ‘schmähen, tadeln, beschimpfen’, anfrk. skeldan, mnd. schelden, mnl. scelden, nl. schelden, afries. skelda (westgerm. *skeldan). Herkunft ungewiß. Vielleicht anzuschließen an eine Dentalerweiterung von ie. *skel- (s. Schall und Schelle1), das als eine s-Variante der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. hell) angesehen werden kann. Schelte f. ‘laut geäußerter Tadel, Rüge’, ahd. skelta (9. Jh.), mhd. schelte ‘Schmähung, Tadel’. unbescholten Part.adj. ‘frei von öffentlich entehrendem Tadel’, mhd. unbescholten, verneintes Part. Prät. zu mhd. beschelten ‘durch Tadel oder Schmähung herabsetzen, verkleinern, rügen’, ahd. biskeltan (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abkanzelung · Ermahnung · Lektion · Maßregelung · Moralpredigt · Rüffel · Schelte · Tadel · Verweis · Zurechtweisung  ●  Abmahnung  juristisch · Ordnungsruf  politisch · Rüge  Hauptform · (ein) Donnerwetter  ugs. · Abreibung  ugs. · Adhortation  fachspr., veraltet · Anpfiff  ugs. · Anschiss  ugs., salopp · Denkzettel  ugs. · Einlauf  ugs., salopp, fig. · Opprobration  geh., veraltet, lat. · Schimpfe  ugs. · Standpauke  ugs. · Strafpredigt  ugs. · Zigarre  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schelte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schelte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schelte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man ihre rotgeweinten Augen sähe, dann würde man sich was denken, und dann bekäme sie Schelte. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 442]
Doch auch bei kleinere Überschreitungen dürfte es keine Schelte geben. [Die Zeit, 26.04.2011 (online)]
Zum anderen habe ich feststellen müssen, wie geschickt Bild darin sein kann, sich jenseits einer undifferenzierten Schelte nicht angreifbar zu machen. [Die Zeit, 13.04.2009, Nr. 15]
Noch ist es hierzulande aber bei der verbalen Schelte geblieben. [Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16]
Aber Schelte für den kleinen Mann hilft da nicht weiter. [Die Zeit, 07.10.2004, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Schelte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schelte>.

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