Schemel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schemels · Nominativ Plural: Schemel
Aussprache
WorttrennungSche-mel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schemel‹ als Erstglied: ↗Schemelbein  ·  mit ›Schemel‹ als Letztglied: ↗Arbeitsschemel · ↗Betschemel · ↗Drehschemel · ↗Fußschemel · ↗Holzschemel · ↗Klavierschemel · ↗Melkschemel · ↗Rollschemel · ↗Schusterschemel · ↗Tretschemel · ↗Trittschemel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
meist niedrige, dreibeinige oder vierbeinige Sitzgelegenheit ohne Lehne und mit einer (runden) Sitzfläche für eine Person, Hocker
Beispiele:
ein niedriger, drehbarer, runder, viereckiger, wackeliger, zierlicher Schemel
ein Schemel mit drei, vier Beinen
ein harter Schemel aus gebeiztem Holz
sich auf einen Schemel setzen
als wir Kinder eines Abends auf Schemeln und Fußbänken in der Küche saßen [FontaneII 1,186]
2.
Fußbank
Beispiel:
beim Sitzen die Füße auf einen Schemel stellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schemel m. ‘Sitz ohne Lehne, Hocker, Fußbank’, ahd. scamel, scamal (9. Jh.), scamil (Hs. um 1100), mhd. schamel, schemel, asächs. fōtskamel sind wie aengl. scamol, mnl. scāmel, scēmel, nl. schemel, (mundartlich) schamel als Entlehnungen aus spätlat. (oder mlat.?) scamellum bzw. scamillus anzusehen, das als neu gebildetes Deminutivum (gegenüber lat. scabellum, scabillum ‘Bank, Haspel, Winde’) zu lat. scamnum ‘Bank, Schemel’ auftritt.

Thesaurus

Synonymgruppe
...hocker · ...schemel · Schemel  ●  ↗Hocker  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
  • ...sitz · ...stuhl · ↗Sitz  ●  ↗Stuhl  Hauptform
  • Fußablage · Fußhocker

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bank Bein Bett Ecke Fuß Hocker Küche Sessel Stuhl Tisch Tür aufstehen dreibeinig golden hocken hölzern kauern klein knien nieder niederlassen niedrig rutschen rücken sitzen thronen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schemel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geduldig hast du auf deinem Schemel zwischen seinen Beinen gehockt und dem Vater den Kopf hingehalten.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 116
Aber auf diesem Schemel mit drei Beinen ist nicht mehr so gut sitzen.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1999
Eine halbe Stunde lang durfte ich mich auf dem Schemel ausruhen.
Die Zeit, 11.08.1949, Nr. 32
Doch als sie vorsichtig ins Zimmer schaute, hockte er wieder auf dem Schemel.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 639
Dann sank sie auf dem Schemel neben dem Herd nieder.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9461
Zitationshilfe
„Schemel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schemel>, abgerufen am 23.04.2019.

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