Schänke, die

Alternative SchreibungSchenke
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schänke · Nominativ Plural: Schänken
WorttrennungSchän-ke · Schen-ke
Rechtschreibregeln§ 13 (E1)
Wortbildung mit ›Schänke‹ als Erstglied: ↗Schenkwirt · ↗Schenkwirtschaft · ↗Schänkwirt · ↗Schänkwirtschaft
 ·  mit ›Schänke‹ als Letztglied: ↗Bauernschenke · ↗Bauernschänke · ↗Bierschenke · ↗Bierschänke · ↗Buschenschenke · ↗Buschenschänke · ↗Dorfschenke · ↗Dorfschänke · ↗Gassenschenke · ↗Gassenschänke · ↗Klosterschenke · ↗Klosterschänke · ↗Waldschenke · ↗Waldschänke · ↗Weinschenke · ↗Weinschänke
eWDG, 1974

Bedeutung

meist kleine, einfach eingerichtete Gastwirtschaft, besonders auf dem Lande, in der man alkoholische Getränke (und Mahlzeiten) erhalten kann, Wirtshaus
Beispiele:
eine alte, armselige, kleine, trauliche Schänke
eine Schänke in der Vorstadt, am Hafen, an der Weggabelung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schenken · Schenk(e) · Mundschenk · Schenkung · Geschenk · Schenke · Schank
schenken Vb. ‘unentgeltlich geben, als Gabe überlassen, überreichen’, ahd. skenken ‘zu trinken geben, einschenken’ (9. Jh.), mhd. mnd. schenken ‘zu trinken geben, zum Verkauf ausschenken, geben, verleihen’, asächs. skenkian, aengl. scencan, mnl. scenken, nl. schenken, afries. skenka, skanka (germ. *skankjan) ist verwandt mit ↗Schenkel, ↗Schinken, ↗hinken (s. d.) und weiteren dort genannten Wörtern. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’. Auszugehen ist von der Bedeutung ‘einschenken, zu trinken geben’ (nur so ahd., asächs., aengl.), eigentlich ‘das Gefäß schief halten’; der heute herrschende Sinn entwickelt sich erst im Spätmhd. Mnd. (bzw. Mnl.) aus ‘darreichen’. Schenk(e) m. ‘Getränke Einschenkender, Hofbeamter für Getränke und Versorgung, Schankwirt, Kellermeister’, anfrk. skankio (8. Jh.), ahd. skenko, frühnhd. bier-, wīnschenke; Mundschenk m. (16. Jh.). Schenkung f. ‘Stiftung’, mhd. schenkunge ‘Geschenk’ (14. Jh.), auch ‘das Stillen von Kindern’ (15. Jh.). Geschenk n. ‘unentgeltlich Dargebrachtes’, mhd. geschenke ‘das Eingeschenkte’, spätmhd. ‘Geschenk’. Schenke f. ‘Gasthaus, Wirtshaus’ (von Obersachsen und Thüringen aus sich verbreitend), spätmhd. schenk(e) ‘Gabe, Geschenk’ (bis ins 17. Jh.), ‘Schmaus bei bestimmten Feiern, wo die Gäste Geschenke bringen, Schenkmaß, Wirtshaus’. Schank m. ‘das Ausschenken, Verkauf von (alkoholischen) Getränken’, noch erhalten in Schankstube, Schankwirt, Ausschank, mhd. schanc ‘Gefäß, aus welchem eingeschenkt wird’, dann ‘Wirtshaus’, auch ‘Geschenk’; rückgebildet (15. Jh.) aus schenken ‘ein-, ausschenken, zu trinken geben’.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · ↗Bierkeller · ↗Kneipe · ↗Lokal · ↗Schankwirtschaft · Schenke · Schänke · ↗Wirtschaft  ●  Bierpalast  veraltet · ↗Dorfkrug  norddeutsch · ↗Gaststätte  Hauptform · ↗Pub  engl. · ↗Stampe  berlinerisch · Taferne  veraltet · Tafernwirtschaft  veraltet · ↗Taverne  veraltet · Tavernwirtschaft  veraltet · ↗Beisel  ugs., ostösterreichisch · ↗Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · ↗Bumslokal  ugs., abwertend · ↗Gasthaus  ugs., südösterreichisch · ↗Kaschemme  ugs., abwertend · ↗Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Schuppen  ugs., abwertend · ↗Schwemme  ugs. · ↗Spelunke  ugs., abwertend · Spunte (Graubünden)  ugs. · ↗Tanke  ugs. · ↗Tränke  ugs. · ↗Wirtshaus  ugs., österr., bair.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Schenke Wirt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schenke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der "Tiger" genannte Boxer taufte die Schänke "Tiger Pub", berichtete das polnische Fernsehen.
Süddeutsche Zeitung, 29.09.1998
Ist es nun die Schänke links oder rechts in der Nummer 8?
Der Tagesspiegel, 30.09.2002
Und es war schon Mitternacht, und die Brüder waren immer noch in der Schänke.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 49
Damit wollte Großvater Bärensprung umdrehen und noch mal in die Schänke gehen.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 404
Ebenso ist der Bau von Schulen, Kirchen, Märkten, die Konzessionierung der Dampfkessel, der Fabrikanlagen, der Schänken ein indirektes Mittel der Einwirkung.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 273
Zitationshilfe
„Schänke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schänke>, abgerufen am 19.04.2019.

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