Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schenkel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schenkels · Nominativ Plural: Schenkel
Aussprache 
Worttrennung Schen-kel
Wortbildung  mit ›Schenkel‹ als Erstglied: Schenkelbruch · Schenkeldruck · Schenkelhals · Schenkelhilfe · Schenkelknochen · Schenkelweichen
 ·  mit ›Schenkel‹ als Letztglied: Achsschenkel · Froschschenkel · Hinterschenkel · Hirnschenkel · Hähnchenschenkel · Oberschenkel · Unterschenkel
 ·  mit ›Schenkel‹ als Binnenglied: zweischenkelig · zweischenklig  ·  formal verwandt mit: gleichschenkelig · gleichschenklig
eWDG

Bedeutungen

1.
Teil des Beines vom Knie an aufwärts, Oberschenkel
Beispiele:
dicke, volle, runde, stramme, muskulöse, pralle, magere Schenkel
das Reitpferd mit dem Druck der Schenkel lenken
sich [Dativ] vor Freude, Vergnügen (mit den Händen) auf die Schenkel schlagen
umgangssprachlichsich [Dativ] vor Freude, Vergnügen (mit den Händen) auf die Schenkel hauen, klatschen
Oberschenkel oder Unterschenkel
Beispiele:
behaarte Schenkel haben
die Knochen, Muskeln des Schenkels
jmdm. die Schenkel massieren
sich [Dativ] beide Schenkel gebrochen haben
Schmal um die Hüften stand er da, bauchlos, die harten Schenkel gerade hinunter bis zu den Füßen [ A. ZweigJunge Frau342]
2.
Mathematik eine der zwei einen Winkel bildenden Geraden
Beispiele:
die Schenkel des Winkels sind verschieden lang
die Anordnung der Wohnblocks folgt im Grundriss den Schenkeln eines rechten Winkels
übertragen den Schenkeln eines Winkels ähnlich angeordnete Teile von Gegenständen
Beispiel:
die Schenkel der Stimmgabel, des Zirkels
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schenkel m. Bezeichnung für den oberen und unteren Teil des Beins (besonders den Oberschenkel), ahd. thiohskenkil ‘Hüft-, Oberschenkel’ (10. Jh.; vgl. ahd. thioh ‘Oberschenkel, Hüfte, Hüftbein’), mhd. mnd. schenkel, aengl. scencel, mnl. scenkel, nl. schenkel stellen sich als deminutive Ableitungen (germ. *skankila-) zu mnd. schenke, aengl. sceanca, engl. shank, schwed. skank ‘Schenkel, Bein’. Verwandt sind anord. skakkr ‘schief, lahm’, isl. skakkur, dän. skak (nordgerm. *skanka- ‘schief’), griech. skázein (οκάζειν) ‘hinken’, aind. kháñjati (wohl aus *skañj-) ‘hinkt’, vielleicht auch sákthi ‘Schenkel’, so daß auf die unter hinken, schenken, Schinken (s. d.) angeführte Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’ zurückzugehen ist. In der Mathematik gilt Schenkel für ‘Winkelseite’ (18. Jh.), nach lat. crūs angulī.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haxe · Schenkel  ●  Oberschenkel  Hauptform · Bollen  ugs., ruhrdt. · Haxn  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schenkel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schenkel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schenkel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ließ ihn ihren Kopf rückgebeugt zwischen seine Schenkel drücken. [Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 185]
Endlich schlug er mit der flachen Hand auf den Schenkel. [Nabl, Franz: Der Tag der Erkenntnis. In: ders., Der Tag der Erkenntnis, Graz u. a.: Stiasny 1961 [1919], S. 38]
Der Mann im Boot hieb sich mit der flachen Hand auf die Schenkel. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 05.03.1908]
Er zog sie fester an sich, und sie umklammerte sein nach vorn geschobenes Bein mit ihren Schenkeln. [C't, 1996, Nr. 4]
Ihre Beine waren es noch, ja, das war ihr von den Schenkeln angeführter Gang, aber was tat sie hier? [Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 183]
Zitationshilfe
„Schenkel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schenkel>.

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