Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Scherflein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Scherfleins · Nominativ Plural: Scherflein · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʃɛʁflaɪ̯n]
Worttrennung Scherf-lein
eWDG

Bedeutung

kleiner Geldbetrag
Beispiele:
sein, ein Scherflein zu etw. beitragen, beisteuern, spenden
ein Scherflein entrichten, geben
ein Scherflein für die Notleidenden [ BebelAus meinem Leben628]
übertragen Mitwirkung an etw., Beitrag
Beispiel:
sein Scherflein zum Gelingen des großen Werkes beitragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scherflein n. ‘Beitrag, Anteil’ (18. Jh.), zuvor ‘kleinste Münze’ (16. Jh.), Deminutivum von ahd. skerph, skerf (Hs. 12. Jh.), mhd. scherpf, scherf, mnd. scherf ‘kleine Münze’. Die Substantivbildung gehört semantisch eng zu den Verben ahd. scarbōn ‘zerschneiden, zerstückeln’ (10. Jh.), mhd. scharben, scherben ‘in kleine Stücke, blättchenweise schneiden, schaben’, mnd. scharven, scherven, aengl. (ge)scearfian ‘abkratzen’, (stark flektierend) (ge)sceorfan ‘abschneiden, kratzen, zerfetzen, nagen, ritzen’ und stellt sich mit Scherbe (s. d.) zu der dort genannten Labialerweiterung ie. *(s)kerp-, *(s)krep- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. scheren1).

Thesaurus

Synonymgruppe
Almosen · Armengeld · Gabe · Gnadenbrot · Gnadengeschenk · Obolus · Opfer (Religion) · Spende · Zuwendung · milde Gabe  ●  Scherflein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Scherflein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scherflein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scherflein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um wieder freizukommen, mußte man ein Scherflein fürs Erntefest entrichten. [Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 28]
Angesichts seiner Lage mochte er auch sein Scherflein zur Wahl beisteuern. [konkret, 1984]
Auch der Bund wird, so hoffen viele, sein Scherflein beitragen. [Die Zeit, 20.02.1995, Nr. 08]
Wir haben unser Scherflein mit sechzig Millionen Mark bisher dazugetan, und jetzt ist Schluß. [Die Zeit, 18.11.1988, Nr. 47]
Auch der kleine Mann trägt, zumindest über die indirekten Steuern, ein erkleckliches Scherflein dazu bei. [Die Zeit, 26.04.1956, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Scherflein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scherflein>.

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