Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Scherz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Scherzes · Nominativ Plural: Scherze
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Scherz‹ als Erstglied: Scherzartikel · Scherzbold · Scherzfrage · Scherzgedicht · Scherzgeschäft · Scherzlied · Scherzname · Scherzrede · Scherzrätsel · Scherzware · Scherzwort · scherzhaft · scherzweise
 ·  mit ›Scherz‹ als Letztglied: Aprilscherz · Faschingscherz · Faschingsscherz · Fasnachtscherz · Fasnachtsscherz · Fastnachtscherz · Fastnachtsscherz · Karnevalscherz · Karnevalsscherz · Silvesterscherz · Telefonscherz
eWDG

Bedeutung

auf Belustigung berechnete Äußerung, Handlung, Spaß, lustiger Streich
Beispiele:
ein argloser, gelungener, harmloser, netter Scherz
ein galanter, geistvoller, gewagter Scherz
ein alberner, anzüglicher, derber, einfältiger, grober, plumper, roher, schlechter, übler Scherz
zu Scherzen aufgelegt sein
auf einen Scherz eingehen
seinen Scherz mit jmdm., etw. treiben
sich [Dativ] einen Scherz gefallen lassen
einen Scherz für ernst nehmen
einen Scherz zu weit treiben
sich [Dativ] (mit jmdm.) einen schlechten Scherz erlauben, leisten
das ist nur ein Scherz
einen Scherz verstehen (= nicht empfindlich, übelnehmerisch sein)
keinen Scherz verstehen
etw. aus, im, zum Scherz sagen, tun (= etw. sagen, tun, das nicht böse gemeint ist)
Scherz beiseite! (= im Ernst!)
umgangssprachlichmach keine Scherze! (= drückt ungläubiges Erstaunen aus)
sprichwörtlichQuäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz!
Ohne die geringste Furcht trieb er mit ihnen Scherz und Spiel [ BrechtCaesar29]
schlechter Spaß, Ungezogenheit
Beispiele:
erlaubte sich Bismarck den Scherz, er wolle mir einen polnischen Bezirk zum Musterversuch für sozialistische Experimente überlassen [ BebelAus meinem Leben583]
»Solche Scherze unterläßt du wohl künftig!« [ RennKindheit32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scherz · scherzen · verscherzen · scherzhaft
Scherz m. ‘Fröhlichkeit, Spaß, witzige Rede’, mhd. scherz ‘Munterkeit, Vergnügen, Spiel’ und ablautendes mhd. scharz ‘Sprung’ (im Schachspiel), schurz ‘Sprung, Lauf’ sind verwandt mit ahd. skerōn ‘mutwillig sein’ (s. scheren2), ferner mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’, schwed. rata ‘verwerfen, verschmähen’, griech. kradā́n (κραδᾶν) ‘schwingen, schwenken, schütteln’, krádē (κράδη) ‘Baumwipfel, Zweigspitze, Schwinge’, lat. cardo ‘Türangel’ sowie ahd. skerdo ‘Türangel’ (9. Jh.), vielleicht auch mit aind. kū́rdati ‘springt, hüpft’. Sie führen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’, zu der auch scheren2 und schrecken1 (s. d.) gehören. – scherzen Vb. ‘fröhlich sein, Spaß machen, muntere, heitere Reden führen’, mhd. scherzen ‘fröhlich springen, hüpfen, sich vergnügen’ ist vom Substantiv abgeleitet, wenn nicht, als vielleicht ursprünglich starkes Verbum (vgl. mhd. er schirzet), unmittelbar zur oben genannten Wurzel gebildet. verscherzen Vb. ‘durch Vergnügen oder leichtfertiges, unbedachtes Verhalten verlieren’, mhd. verscherzen. scherzhaft Adj. ‘wie ein Scherz, spaßig, nicht ernst gemeint’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Epigramm · Geistesblitz · Scherz · Spruch · Wortwitz · geistreiche Bemerkung · schlagfertige Äußerung  ●  Aperçu  franz. · Bonmot  franz. · Pointe  franz. · Gag  ugs., engl. · Joke  ugs., engl. · Spaß  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Scherz · Ulk · Witz  ●  Gag  engl. · Joke  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Blödspruch · Scherz · Witzelei · lustige Bemerkung · witzige Bemerkung  ●  Joke  engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Scherz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scherz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Scherz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seinen Scherz wagte er dem großen Manne nur ins Ohr zu flüstern. [Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 16]
Am Ton merke ich, es ist ihr ernst damit, kein Scherz. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 285]
Wenn dies bedauert wird, so ist es natürlich nur im Scherz gemeint. [Röhrich, Lutz: Schiller. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 9033]
Sein Auto liebt man nur im Scherz wie das Kind seinen Roller. [Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 24940]
Ich habe gerade genug Geld, um mir meine Freiheit zu leisten, und das ist kein Scherz. [Der Spiegel, 29.03.1993]
Zitationshilfe
„Scherz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scherz>.

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