Scheuer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scheuer · Nominativ Plural: Scheuern
WorttrennungScheu-er (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

süddeutsch Scheune
Beispiele:
die Ernte in die Scheuer bringen
Ställe und Scheuern bauen
Gelegenheit zum Diebstahl ist immer da, Häuser, Ställe und Scheuern stehen offen [KischPrager Gassen2,1,81]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scheune · Scheuer · Schauer4
Scheune f. ‘Speicherhaus für die eingebrachte Ernte’, ahd. scuginna ‘Schuppen, Obdach’ (10. Jh.), (mit Verlust des g zwischen Vokalen) mhd. schiun(e), mnd. schǖne lassen sich mit den unter ↗Scheuer, ↗Schote, ↗Schuh, wohl auch den unter ↗Schaum (s. d.) genannten Formen und mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’, lat. obscūrus ‘dunkel’ auf die Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ zurückführen, zu der (ohne s-Anlaut) auch ↗Haus, ↗Haut, ↗Hort, ↗Hose (s. d.) u. a. gehören. Von dem in der Literatursprache vorherrschenden Scheune werden die landschaftlichen Wörter Scheuer (s. unten) und ↗Stadel (s. d.) zurückgedrängt. Scheuer f. ‘Scheune’ (besonders südwestd.), ahd. skiura (9. Jh.), scūra (11. Jh.), mhd. schure, schiur(e), schiuwer, asächs. houwiscūra ‘Heuschober’, mnd. schure, schǖre, afries. skūre, mnl. scūre, nl. schuur (germ. *skūra- m., *skūrijō- f.) sind Bildungen zu einem Substantiv, das sich mit r-Suffix an die oben genannte Wurzel anschließt. Daneben steht (aus asächs. skūr?) ahd. scūr (9./10. Jh.), mhd. schūr, ‘Schutz, Obdach’, nhd. Schauer4 m. ‘Schutz-, Wetterdach’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Scheune · ↗Schober · ↗Schupfen  ●  ↗Stadel  österr., schweiz., bair. · Scheuer  ugs.
Assoziationen
  • Tenne  ●  Lohdiele  norddeutsch · Tenn  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ernte Stall einfahren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheuer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Achttausend Ballen Heu, so erzählte er, habe er gerade in seine Scheuern gefahren.
Die Zeit, 21.07.1967, Nr. 29
Jetzt heißt es, diese Steuern auch wirklich in die Scheuern einzubringen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 08.03.1922
Die letzten Arbeiter gingen zwischen den großen Toren der Ställe und Scheuern.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 271
Fast noch schwieriger als die Teilung des Hauses scheint mir nun aber die Teilung des Hofes mit den Ställen und Scheuern.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22556
Wohl, seine Ställe, Scheuern und Möbel standen wie anderer Hervorbringungen auch.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 473
Zitationshilfe
„Scheuer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheuer>, abgerufen am 14.10.2019.

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