Scheune, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scheune · Nominativ Plural: Scheunen
Aussprache
WorttrennungScheu-ne
Wortbildung mit ›Scheune‹ als Erstglied: ↗Scheunendach · ↗Scheunendrescher · ↗Scheunentor · ↗scheunenartig
 ·  mit ›Scheune‹ als Letztglied: ↗Mehrzweckscheune · ↗Obstscheune · ↗Vorratsscheune
eWDG, 1974

Bedeutung

Gebäude zum Lagern von Erntegut, besonders von Getreide, Heu, Stroh
Beispiele:
die Ernte in die Scheune bringen
eine abgebrannte Scheune
bildlich
Beispiel:
abwertenddas ist nun wirklich die trostloseste Scheune von Saal, die ich je gesehen habe [VictorSchriften3,51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scheune · Scheuer · Schauer4
Scheune f. ‘Speicherhaus für die eingebrachte Ernte’, ahd. scuginna ‘Schuppen, Obdach’ (10. Jh.), (mit Verlust des g zwischen Vokalen) mhd. schiun(e), mnd. schǖne lassen sich mit den unter ↗Scheuer, ↗Schote, ↗Schuh, wohl auch den unter ↗Schaum (s. d.) genannten Formen und mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’, lat. obscūrus ‘dunkel’ auf die Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ zurückführen, zu der (ohne s-Anlaut) auch ↗Haus, ↗Haut, ↗Hort, ↗Hose (s. d.) u. a. gehören. Von dem in der Literatursprache vorherrschenden Scheune werden die landschaftlichen Wörter Scheuer (s. unten) und ↗Stadel (s. d.) zurückgedrängt. Scheuer f. ‘Scheune’ (besonders südwestd.), ahd. skiura (9. Jh.), scūra (11. Jh.), mhd. schure, schiur(e), schiuwer, asächs. houwiscūra ‘Heuschober’, mnd. schure, schǖre, afries. skūre, mnl. scūre, nl. schuur (germ. *skūra- m., *skūrijō- f.) sind Bildungen zu einem Substantiv, das sich mit r-Suffix an die oben genannte Wurzel anschließt. Daneben steht (aus asächs. skūr?) ahd. scūr (9./10. Jh.), mhd. schūr, ‘Schutz, Obdach’, nhd. Schauer4 m. ‘Schutz-, Wetterdach’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Scheune · ↗Silo (Getreide) · ↗Speicher
Assoziationen
Synonymgruppe
Scheune · ↗Schober · ↗Schupfen  ●  ↗Stadel  österr., schweiz., bair. · ↗Scheuer  ugs.
Assoziationen
  • Tenne  ●  Lohdiele  norddeutsch · Tenn  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauernhaus Bauernhof Dachstuhl Gutshaus Gutshof Herrenhaus Heu Kuhstall Pferdestall Schmiede Schuppe Schuppen Silo Speicher Stall Stallgebäude Stallung Stroh Viehstall Wohnhaus abbrennen angemietet ausgebaut baufällig brennend erhängen niederbrennen umgebaut verfallen zerfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheune‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Scheune gegenüber der Küche haben sie ihm versiegelt, vor etwa einem Jahr.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2003
Neben dem Restaurant steht eine Scheune und davor ist eine lange Bar aufgebaut.
Der Tagesspiegel, 20.12.1997
Seine Politik sei es, in der jetzt vor uns liegenden Zeit so viel wie möglich in die Scheune zu fahren.
Nr. 134: Gespräch Kohl mit Havel vom 2. Januar 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 18791
Dann warfen sie sich in der Scheune daneben aufs Heu.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2958
Da er mir scheinbar etwas zu sagen hatte, so deutete ich auf die Scheune.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6850
Zitationshilfe
„Scheune“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheune>, abgerufen am 13.12.2019.

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