Scheune, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Scheune · Nominativ Plural: Scheunen
Aussprache  [ˈʃɔɪ̯nə]
Worttrennung Scheu-ne
Wortbildung  mit ›Scheune‹ als Erstglied: Scheunendach · Scheunendrescher · Scheunentor · scheunenartig
 ·  mit ›Scheune‹ als Letztglied: Mehrzweckscheune · Obstscheune · Vorratsscheune
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

freistehendes oder an ein Wohnhaus grenzendes Gebäude, das als Lager für Erntegut oder zur Aufbewahrung von Werkzeugen und Maschinen dient
Auch Gebäude, die nicht mehr für diese ursprünglichen, sondern für andere Zwecke genutzt werden (z. B. für Tanzveranstaltungen o. Ä.), werden oft noch als Scheune bezeichnet.
Synonym zu Scheuer, Stadel
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine alte, ehemalige, umgebaute, ausgebaute, verfallene Scheune
in Präpositionalgruppe/-objekt: [Weizen, Stroh] in einer Scheune lagern; Ernte in eine Scheune [bringen, fahren]; in einer Scheune übernachten
mit Genitivattribut: die Scheune eines Bauernhofes
in Koordination: Häuser, Hütten, Höfe und Scheunen; Ställe, Stallungen, Speicher und Scheunen
Beispiele:
106 Hektar Ackerland, ein Dutzend Kühe, auf den Wiesen hinterm Haus grasen Pferde. Der Weizen ist eingeholt und wird in der Scheune gedroschen. [Der Tagesspiegel, 04.08.2002]
Vor 1945 fuhren die Bauern größtenteils das Getreide […] nach der Ernte in ihre Scheunen ein, dort lagerte es bis zum Winter. [Leipziger Volkszeitung, 16.12.2019]
Ab 20 Uhr steigt der Tanz in der Scheune mit dem DJ MUA und der Band TMT aus Techentin. [Schweriner Volkszeitung, 15.08.2018]
Im Zentrum des Dorfes steht eine große rote Scheune[…] die auch für Lesungen, Filmabende und Partys genutzt wird. [Die Zeit, 14.08.2015 (online)]
Das Feuer sei in einer benachbarten Scheune ausgebrochen und habe dann rasch auf das Wohnhaus übergegriffen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.1994]
Wer seine Scheune oder Lagerhalle zur Wohnung umbaut, kann laut Koalitionsbeschluß die Kosten in fünf Jahren steuerlich absetzen. [Der Spiegel, 09.10.1989]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scheune · Scheuer · Schauer4
Scheune f. ‘Speicherhaus für die eingebrachte Ernte’, ahd. scuginna ‘Schuppen, Obdach’ (10. Jh.), (mit Verlust des g zwischen Vokalen) mhd. schiun(e), mnd. schǖne lassen sich mit den unter Scheuer, Schote2, Schuh, wohl auch den unter Schaum (s. d.) genannten Formen und mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’, lat. obscūrus ‘dunkel’ auf die Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ zurückführen, zu der (ohne s-Anlaut) auch Haus, Haut, Hort, Hose (s. d.) u. a. gehören. Von dem in der Literatursprache vorherrschenden Scheune werden die landschaftlichen Wörter Scheuer (s. unten) und Stadel (s. d.) zurückgedrängt. Scheuer f. ‘Scheune’ (besonders südwestd.), ahd. skiura (9. Jh.), scūra (11. Jh.), mhd. schure, schiur(e), schiuwer, asächs. houwiscūra ‘Heuschober’, mnd. schure, schǖre, afries. skūre, mnl. scūre, nl. schuur (germ. *skūra- m., *skūrijō- f.) sind Bildungen zu einem Substantiv, das sich mit r-Suffix an die oben genannte Wurzel anschließt. Daneben steht (aus asächs. skūr?) ahd. scūr (9./10. Jh.), mhd. schūr, ‘Schutz, Obdach’, nhd. Schauer4 m. ‘Schutz-, Wetterdach’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Scheune · Speicher  ●  Silo (Getreide)  spanisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Scheune · Schober · Schupfen  ●  Stadel  österr., schweiz., bayr. · Scheuer  ugs.
Assoziationen
  • Tenne  ●  Lohdiele  norddeutsch · Tenn  schweiz.

Typische Verbindungen zu ›Scheune‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scheune‹.

Zitationshilfe
„Scheune“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Scheune>, abgerufen am 01.08.2021.

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