Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schickeria, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Schi-cke-ria
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

Jargon, oft abwertend in der Mode und im Gesellschaftsleben tonangebende Schicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schick · schick · schicklich · Schickeria · Schickimicki
Schick, auch Chic m. ‘modische Eleganz’. Das zu (sich) schicken (s. schicken) im Sinne von ‘ordnen, (sich) fügen, einrichten’ gebildete, seit dem 15. Jh. belegte nhd. Schick ‘gute Art, gute Stimmung, gutes Aussehen, richtiges Verhalten’ gilt im Dt. des 18. Jhs. als veraltet (Frisch) bzw. (trotz vereinzeltem Gebrauch bei guten Schriftstellern) als nicht literatursprachlich (Adelung, Campe). Mit der im Obd., zumal im Elsaß, in der Schweiz und im Rheingebiet üblichen Bedeutung ‘Anstelligkeit, Geschick(lichkeit), Talent’ wird Schick ins Frz. entlehnt (1. Hälfte 19. Jh.) und ergibt frz. chic ‘berufliche Fähigkeit, das Geschick, ohne Modell zu malen, etw. geschmackvoll zu tun, anspruchsvolle, besondere, verwegene Eleganz’. In diesem Sinne gelangt das Substantiv in der Form Chic ins Dt. zurück (2. Hälfte 19. Jh.), gilt als frz. Wort, und auch in der Schreibweise Schick wird die dt. Herkunft kaum noch empfunden. – schick, auch chic, Adj. ‘modisch elegant’, Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von frz. chic in dessen adjektivischer Verwendung. An das dt. Substantiv bzw. unmittelbar an das Verb schicken schließt sich an schicklich Adj. ‘geeignet, den Umständen angemessen, passend, geziemend’, spätmhd. schickelich ‘geordnet’ (14. Jh.). Schickeria f. ‘extravagant gekleidete und tonangebende Gesellschaftsschicht’, Entlehnung (20. Jh.) von ital. sciccheria ‘Eleganz, Schick’, zu ital. scicche Adj., aus frz. chic (s. oben). Sprachspielerisch Schickimicki m. ‘wer sich betont modisch kleidet, modischer Tand’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Reichen und Schönen · (die) Schönen und Reichen · (die) große Welt · Elite · Schickeria · Schickimicki-Gesellschaft · bessere Gesellschaft · bessere Kreise · die oberen Zehntausend · höhere Kreise  ●  (die) Happy Few  engl. · Hautevolee  franz. · High Snobiety  ironisch · High Society  engl. · Jetset  engl. · Upperclass  engl. · Bussi-Bussi-Fraktion  ugs. · Bussi-Bussi-Gesellschaft  ugs. · Crème de la Crème  geh., franz. · Jeunesse dorée  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schickeria‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schickeria‹.

intellektuell link münchner

Verwendungsbeispiele für ›Schickeria‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei ihm kosten die Jeans nur 30 Mark, die Schickeria trägt sie trotzdem. [Die Zeit, 19.02.2001, Nr. 08]
Er ist längst Teil der Schickeria, die er in seinem Video milde karikiert, und er weiß das. [Der Tagesspiegel, 06.11.2002]
Sie neigen eher zur Schickeria als zu Kunst und Wissenschaft. [Die Zeit, 01.02.1988, Nr. 05]
Die opportunistische Schickeria, die den Minister umgibt, erstarrt zu lebenden Bildern, tuschelt, wispert und zischelt im Chor. [Die Zeit, 06.06.1986, Nr. 24]
Die Erwartungen der intellektuellen Schickeria an die Abgeordneten waren hoch. [konkret, 1994]
Zitationshilfe
„Schickeria“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schickeria>.

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