Schickse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schickse · Nominativ Plural: Schicksen
Aussprache
WorttrennungSchick-se
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend dumme, lästige weibliche Person
Beispiele:
Schimpfwortblöde Schickse!
Dienerchen vor jeder aufgedonnerten Schickse machen [FalladaWolf1,459]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schickse, f. auch Schicks f. geringschätzig ‘Frau, Mädchen’, in der Studentensprache ‘leichtes Mädchen, Flittchen’ zuvor Schicksel n. ‘Judenmädchen’, aus dem Rotw. (18. Jh.). Durch Umkehrung der Bedeutung aus jidd. schickzo, schickzel, schickzeche ‘nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst)mädchen’, eine feminine Ableitung von jidd. schekez ‘nichtjüdischer, christlicher junger Mann’, eigentlich ‘Greuel, Abscheu vor dem Unreinen’, hebr. šęqęs̩ ‘Unwürdiges, Abscheuliches’. Auch hier die Umkehrung Schekes, Scheeks m. ‘Judenjunge’, dann allgemein (besonders omd.) ‘junger Mann, Liebhaber, fester Freund’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sünderin  veraltet · Bitch  derb, engl. · Dorfmatratze  derb, fig. · ↗Flitscherl  ugs., österr. · ↗Flittchen  derb, Hauptform · ↗Hase  ugs. · Schickse  derb · ↗Schlampe  derb · ↗Wanderpokal  derb, fig. · leichtes Mädchen  ugs., fig. · liederliches Weibsstück  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Kleine · ↗Kindchen (Anrede) · Kleines (Anrede) · kleines Mädchen  ●  ↗Mädchen (Kind)  Hauptform · Schickse  veraltend, regional · ↗Deern  ugs., norddeutsch · ↗Gör(e)  ugs., regional · ↗Mad(e)l  ugs., süddt. · Maderl  ugs., süddt. · ↗Mädel  ugs., süddt. · ↗Mäderl  ugs., süddt. · Mädle  ugs., schwäbisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie maskiert sich in ihren Photos als Kindfrau, als verkommene Schickse, als die Freundin.
Die Zeit, 10.05.1985, Nr. 20
Steht nicht in der Bibel, daß Joseph eine Schickse, eine Nichtjüdin, geheiratet hat?
Die Zeit, 19.02.1990, Nr. 08
In meiner Phantasie sah ich den Rebbe in einer Fabrik, barhaupt, glattrasiert, eine Schickse zu jeder Seite.
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2004
Denn Weinberg liebt seine junge Freundin (Mitte vierzig), eine "Schickse", Nicht-Jüdin, Deutsche.
Bild, 16.12.1999
Die Lebensform Familie besitzt noch ihre fraglose Gültigkeit, wenngleich der Großpapa seit Jahrzehnten "ein Verhältnis" hat, von Großmama in schwachen Stunden "Schickse" genannt.
Die Welt, 03.03.2001
Zitationshilfe
„Schickse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schickse>, abgerufen am 11.12.2019.

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