Schiebung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schiebung · Nominativ Plural: Schiebungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʃiːbʊŋ]
Worttrennung Schie-bung
eWDG

Bedeutung

betrügerisches Vorgehen
Beispiele:
jmdn. durch Schiebung um seinen Sieg im sportlichen Wettkampf, um seinen Vorteil, um sein Recht bringen
eine Schiebung (= betrügerisches Geschäftsgebaren) aufdecken
sie behaupteten, nur durch Schiebung (= Begünstigung) sei er so schnell zu seinem Posten gekommen
umgangssprachlich Schiebung machen (= beim Spiel betrügen)
umgangssprachlichdas ist ja Schiebung, mit euch spiele ich nicht mehr!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schieben · Geschiebe · Schieber · Schiebung
schieben Vb. ‘durch Druck bewegen’. Die Herkunft der starken Verben ahd. skioban (um 800), mhd. schieben, aengl. scēofan, got. afskiuban ‘verstoßen, von sich wegstoßen’ (germ. *skeuban) und mnd. schūven, mnl. scūven, nl. schuiven, afries. skuva, aengl. scūfan, engl. to shove (germ. *skuban), ferner schwach flektierender anord. skūfa, skȳfa, norw. skyve ist ungewiß. Vielleicht sind sie verwandt mit ↗Schub, ↗Schaufel, ↗Schippe (s. d.) sowie lit. skùbti ‘anfangen, sich zu beeilen’, skubùs ‘eilig, flink, emsig’, kslaw. skubǫ, russ. (landschaftlich) skubú (скубу) ‘zause, rupfe’ und an ie. *skeub(h)- ‘(flink) dahinschießen, schieben, stoßen’, eine Labialerweiterung der unter ↗schießen (s. d.) angegebenen Wurzel anzuschließen. Die wohl aus der Gaunersprache stammende Bedeutung ‘Waren illegal an andere Besitzer bringen, vertauschen, (auf dem schwarzen Markt) unlautere Geschäfte machen’ (geläufig seit dem ersten Weltkrieg), zuvor in der Börsen- und Kaufmannssprache ‘Wechsel, Hypotheken zum Schein in andere Hände bringen’ (90er Jahre 19. Jh.), wird von Berlin aus verbreitet. Man vermutet, daß in Wendungen wie Kohldampf, Wache schieben ‘Hunger, Wachdienst haben’ nhd. schieben für rotw. schefften ‘sein, sitzen, liegen, machen, tun, arbeiten, gehen’ eingetreten sei; diesem liegt vielleicht jidd. jaschwenen ‘setzen’, hebr. jāšab ‘sitzen, bleiben’ zugrunde, doch dürfte rotw. schefften auf Grund seiner Bedeutungsbreite semantisch von schaffen beeinflußt sein; vgl. Kluge ²¹646. Geschiebe n. bergmannssprachlich ‘Gestein, Geröll’ (17. Jh.), Geschübe (16. Jh.), Kollektivbildung zum Verb. Schieber m. ‘wer schiebt’ (18. Jh.), ‘junger Student, der sich während des Semesters heimlich nach Hause absetzt’ (17. Jh.), in der Technik ‘Werkzeug, mit dem etw. geschoben wird, verschiebbarer Verschluß’ (18. Jh.), aus der Gaunersprache ‘wer unlautere Handelsgeschäfte macht’ (Ende 19. Jh.). Schiebung f. ‘das Schieben’ (17. Jh.), ‘Intrige, Betrug’ (80er Jahre 19. Jh., aus der Gaunersprache), später allgemein ‘unrechtmäßiger Handel, unlautere Geschäfte’, besonders ‘ungerechtfertigte Begünstigung’.

Typische Verbindungen zu ›Schiebung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schiebung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schiebung‹

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Es ist nun gelungen, diesen Schiebungen auf die Spur zu kommen.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 09.03.1921
Wenn es beim Wetten nicht klappen will, wittert man Schiebung und Betrug.
Die Zeit, 26.08.1988, Nr. 35
Es geht hier sicherlich um mehr als nur um Schummeln und Schiebung.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2004
Manche Demokraten werden nicht müde werden, über ein Fehlurteil, sogar über Schiebung zu lamentieren.
Die Welt, 15.12.2000
Bei den Gewerkschaften seien große Schiebungen und Verschleierungen von Geldern vorgekommen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]
Zitationshilfe
„Schiebung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schiebung>, abgerufen am 21.01.2021.

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