Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schiefer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schiefers · Nominativ Plural: Schiefer
Aussprache 
Worttrennung Schie-fer
eWDG

Bedeutung

Gestein, das sich leicht in dünne Platten spalten lässt, die man als Dachziegel, zur Verkleidung von Hauswänden oder als Schreibtafel verwendet
Beispiele:
etw. mit blauem Schiefer auskleiden
das Dach mit Schiefer decken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiefer · Schiefertafel · schief(e)rig · schiefern
Schiefer m. ‘in Platten brechendes Gestein’ (16. Jh.), ‘Splitter’, ahd. skivaro (um 1000), mhd. schiver(e), schever(e) ‘Holz-, Steinsplitter’, mnd. schēver, schiver, mengl. scifre, scivre, engl. shiver ‘Splitter’ sind wie Scheibe (s. d.) verwandt mit griech. skī́pōn (σκίπων) ‘Stab, Stock’, lat. scīpio ‘Stab’. Sie lassen sich im Sinne von ‘Abgetrenntes, Abgespaltenes’ mit russ. (landschaftlich) skepát’ (скепать) ‘spalten, hauen’, aruss. poskepati ‘spalten’ verbinden und auf die Labialerweiterung ie. *skē̌ip- der unter scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ zurückführen. Die Bedeutung des leicht Abspaltbaren wird deutlich im Kompositum Schieferstein, mhd. schiverstein. Schiefertafel f. ‘in Tafelform abgeblätterter Schieferstein, Schreibtafel aus Schieferstein’ (18. Jh.), älter schifferne Taffel (16. Jh.), Schiefertäflein (17. Jh.). schief(e)rig Adj. ‘leicht abspaltbar, splitterig’ (16. Jh.); vgl. ahd. skivaroht (11. Jh.). schiefern Vb. ‘splittern’, mhd. schiveren, besonders zerschiveren.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schnitzel · Span · Spanholz · Speil · Spleiß · Splitter  ●  Holzsplitter  Hauptform · Spreißel  süddt. · Schiefer  ugs., österr., bayr. · Schiefing  ugs., bayr. · Speu  ugs., österr. · Speudel  ugs., österr. · Spältel  ugs., österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Schiefer · Schiefergestein · Schieferton

Typische Verbindungen zu ›Schiefer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schiefer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schiefer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An die Stelle des Schiefers trat der phantasievoll zu formende Ton. [o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 406]
Dort hat er sich ein bescheidenes Haus gebaut aus dem für die Region typischen schwarzen Schiefer. [Die Zeit, 12.11.2008, Nr. 24]
Und sie werden nicht aus Schiefer sein, das war ihm zu teuer. [Süddeutsche Zeitung, 18.08.2003]
Dieses Land hat immer der Schiefer geeint, und so soll es auch künftig sein. [Süddeutsche Zeitung, 17.06.2003]
Sie vergibt an uns besonders wenig Aufträge – vielleicht haben wir uns mit der Planung des Mittleren Ringes einen Schiefer eingezogen. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.1994]
Zitationshilfe
„Schiefer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schiefer>.

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