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Schienbein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schienbein(e)s · Nominativ Plural: Schienbeine
Aussprache 
Worttrennung Schien-bein
Wortbildung  mit ›Schienbein‹ als Erstglied: Schienbeinknöchel · Schienbeinschoner · Schienbeinschützer
eWDG

Bedeutung

der stärkere, äußere der beiden Unterschenkelknochen beim Menschen und bei vierfüßigen Wirbeltieren
Beispiele:
sich ans, am Schienbein stoßen
jmdn. gegen das Schienbein treten
er hat sich [Dativ] das Schienbein gebrochen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiene · Schienbein · schienen · Reißschiene
Schiene f. ‘langgestreckte Stahlleiste als Fahrspur für Eisen- und Straßenbahnen’ (zuerst im Bergbau, 18. Jh.), zuvor ‘Leiste aus Metall, Holz u. dgl.’ (auch als Verstärkungsunterlage bei Knochenbrüchen); seit dem 18. Jh. in vielen technischen Spezialbedeutungen. Ahd. skina ‘Schienbein’ (8. Jh.), mhd. schin(e) ‘Schienbein, Röhre, Streifen’, mnd. schēne, mnl. scēne, nl. scheen, aengl. scinu, engl. shin ‘Schienbein’ stehen als n-Ableitungen (germ. *skīnō) im Sinne von ‘schmales Stück Holz, Span, schmaler, spanähnlicher Knochen’ zu der unter scheiden (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’; vgl. ohne n-Formans mhd. schīe ‘Zaunpfahl’, aengl. scīa ‘Schienbein’. Hierzu gehört die mit Bein (s. d.) im Sinne von ‘Knochen’ zusammengesetzte Verdeutlichung Schienbein n. ahd. skinabein (Hs. 12. Jh.), mhd. schinebein, nl. scheenbeen, aengl. scinbān, engl. shin-bone. – schienen Vb. ‘mit einer Schiene versehen’ (zur Verstärkung, Stütze, Ruhigstellung), als chirurgischer Fachausdruck bereits im 17. Jh. Reißschiene f. ‘Lineal mit Querleiste am Ende, Zeichenlineal’ (19. Jh.), zu reißen ‘zeichnen’ (s. d.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Schienbein  ●  Tibia  lat.

Typische Verbindungen zu ›Schienbein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schienbein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schienbein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warm lief ihr das Blut am Schienbein hinunter, aber sie achtete nicht darauf. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 76]
Seine Arme waren übermäßig lang, seine Hände trommelten ans Schienbein. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 169]
Und er hatte wohl auch große Lust, allen, die davon nichts wissen wollten, fest vors Schienbein zu treten. [Die Zeit, 09.09.2013, Nr. 36]
Da hat mir einer von ihnen mehrmals ans Schienbein getreten. [Die Zeit, 20.12.2010, Nr. 51]
Noch nie hatte ich bis dahin derart zerschundene Schienbeine gehabt. [Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 86]
Zitationshilfe
„Schienbein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schienbein>.

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