Schienbein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schienbein(e)s · Nominativ Plural: Schienbeine
Aussprache
WorttrennungSchien-bein
Wortbildung mit ›Schienbein‹ als Erstglied: ↗Schienbeinschützer
eWDG, 1974

Bedeutung

der stärkere, äußere der beiden Unterschenkelknochen beim Menschen und bei vierfüßigen Wirbeltieren
Beispiele:
sich ans, am Schienbein stoßen
jmdn. gegen das Schienbein treten
er hat sich [Dativ] das Schienbein gebrochen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiene · Schienbein · schienen · Reißschiene
Schiene f. ‘langgestreckte Stahlleiste als Fahrspur für Eisen- und Straßenbahnen’ (zuerst im Bergbau, 18. Jh.), zuvor ‘Leiste aus Metall, Holz u. dgl.’ (auch als Verstärkungsunterlage bei Knochenbrüchen); seit dem 18. Jh. in vielen technischen Spezialbedeutungen. Ahd. skina ‘Schienbein’ (8. Jh.), mhd. schin(e) ‘Schienbein, Röhre, Streifen’, mnd. schēne, mnl. scēne, nl. scheen, aengl. scinu, engl. shin ‘Schienbein’ stehen als n-Ableitungen (germ. *skīnō) im Sinne von ‘schmales Stück Holz, Span, schmaler, spanähnlicher Knochen’ zu der unter ↗scheiden (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’; vgl. ohne n-Formans mhd. schīe ‘Zaunpfahl’, aengl. scīa ‘Schienbein’. Hierzu gehört die mit ↗Bein (s. d.) im Sinne von ‘Knochen’ zusammengesetzte Verdeutlichung Schienbein n. ahd. skinabein (Hs. 12. Jh.), mhd. schinebein, nl. scheenbeen, aengl. scinbān, engl. shin-bone. schienen Vb. ‘mit einer Schiene versehen’ (zur Verstärkung, Stütze, Ruhigstellung), als chirurgischer Fachausdruck bereits im 17. Jh. Reißschiene f. ‘Lineal mit Querleiste am Ende, Zeichenlineal’ (19. Jh.), zu ↗reißen ‘zeichnen’ (s. d.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Schienbein  ●  ↗Tibia  lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bluterguss Entzündung Ermüdungsbruch Fleischwunde Fraktur Fußtritt Haarriss Kniescheibe Knochenentzündung Knochenhaut-Entzündung Knochenhautentzündung Knochenhautreizung Knochenstauchung Muskelentzündung Oberschenkelknochen Prellung Risswunde Schlüsselbein Schnittwunde Schürfwunde Sehnenscheidenentzündung Stauchung Stressfraktur Tritt Wade Wadenbein gebrochen laborieren link lädiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schienbein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer warf sich immer mal wieder mit dem Rücken gegen mein Schienbein, damit der andere sich wild sabbernd auf ihn stürzen konnte.
Der Tagesspiegel, 21.05.2003
Warm lief ihr das Blut am Schienbein hinunter, aber sie achtete nicht darauf.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 76
Wenn die nicht "spuren", darf man ihnen vors Schienbein treten.
Bild, 29.04.1998
Noch nie hatte ich bis dahin derart zerschundene Schienbeine gehabt.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 86
Seine Arme waren übermäßig lang, seine Hände trommelten ans Schienbein.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 169
Zitationshilfe
„Schienbein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schienbein>, abgerufen am 16.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schiemannsgarn
Schieler
schielen
schieläugig
Schielauge
Schienbeinknöchel
Schienbeinschoner
Schienbeinschützer
Schiene
schienen