Schilddrüse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schilddrüse · Nominativ Plural: Schilddrüsen
Aussprache 
Worttrennung Schild-drü-se
Wortzerlegung Schild2 Drüse
Wortbildung  mit ›Schilddrüse‹ als Erstglied: Schilddrüsenhormon · Schilddrüsenhypertrophie · Schilddrüsenkrebs · Schilddrüsenpräparat · Schilddrüsenunterfunktion · Schilddrüsenüberfunktion
 ·  mit ›Schilddrüse‹ als Letztglied: Nebenschilddrüse
eWDG

Bedeutung

lebenswichtige, den Seitenflächen des Kehlkopfes und der oberen Luftröhre aufliegende Hormondrüse mit innerer Sekretion bei Menschen und höheren Wirbeltieren
Beispiel:
durch Fehlfunktion der Schilddrüse kam es zur Kropfbildung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schild1 · Schild2 · Schildbürger · Schilddrüse · Schildkröte · Schildpatt · Schildwache · Schilderhaus
Schild1 m. gewölbte, plattenartige Schutzwaffe (zur Abwehr von Hieb, Stich und Schleudergeschossen) aus Holz (mit Lederüberzug) oder Metall (Plur. Schilde), ahd. skilt (8. Jh.), mhd. mnd. schilt, auch ‘Heerschild’ als Rangordnung lehnsrechtlicher und militärischer Art, ‘Wappen(schild)’, asächs. skild, mnl. scilt, nl. schild, afries. skeld, aengl. sc(i)eld, engl. shield, anord. skjǫldr, schwed. sköld, got. skildus (germ. *skeldu-) steht wie lit. skìltis ‘Scheibe’ als Dentalerweiterung zu der unter Schale1, Schale2 genannten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘abgespaltenes, abgeschnittenes Holzstück, Brett’, da der Schild ursprünglich wohl aus durch einen Metallring zusammengehaltenen Holzteilen besteht. Redensartlich etw. im Schilde führen ‘eine bestimmte Absicht verfolgen’ (16. Jh.), eigentlich ‘ein auf den Schild gemaltes Wappen als Kennzeichen tragen’. Den Schutz- und Wappenschilden werden Abzeichen, Handwerks- und Gewerbesymbole, Hinweistafeln nachgebildet, für deren Bezeichnung das Substantiv allmählich neutrales Genus annimmt (zuerst im Mnd., 15. Jh., dann allgemein, obwohl von Adelung mißbilligt), so daß vom 18. Jh. an Schild2 n. ‘Platte, Tafel, Blatt mit einem Zeichen oder einer Aufschrift’ (Plur. Schilder) im Dt. üblich wird. Schildbürger m. eigentlich ‘mit einem Schild bewaffneter Stadtbewohner’ (16. Jh.; wohl als Spottname des Rittertums für die waffentragenden Stadtbewohner entstanden, vgl. auch Spießbürger, s. d.), erhält durch Bezug auf die Bürger von Schilda(u), deren Streiche in einem Schwankbuch (1598) behandelt werden, die Bedeutung ‘wer so töricht oder unvernünftig handelt, daß der beabsichtigte Zweck verfehlt wird’. Daher Schildbürgerstreich (Wieland). Schilddrüse f. am Schildknorpel (aus zwei schildartigen Platten bestehend) des Kehlkopfes sitzende Drüse (18. Jh.). Schildkröte f. mit einem gewölbten Panzer versehenes Reptil, mhd. schiltkrote (s. Kröte). Schildpatt n. Hornschale der Seeschildkröte (18. Jh.), mnd. schildepadde ‘Schildkröte’, nd. Schildpadde, auch ‘Schildkrötenschale, -panzer’ (zu mnd. mnl. padde ‘Kröte’, s. Padde). Schildwache f. ‘das Wachestehen’, mhd. schiltwache, -waht(e) ‘die Wache mit dem Schilde’ (d. h. in voller Rüstung), im 17. Jh. auf die Wachmannschaft bzw. den Wachposten übertragen. Schilderhaus n. ‘Schutzhäuschen für den Wachposten’ (17. Jh.), zu schildern, auch (mit Assimilation) schillern, soldatensprachlich ‘Wache stehen’ (17. Jh.)

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Schilddrüse  ●  Glandula thyreoidea  fachspr. · Glandula thyroidea  fachspr. · Thyreoidea  fachspr. · Thyroidea  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schilddrüse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schilddrüse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schilddrüse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die meisten Kinder, die er hier untersuche, wiesen Veränderungen in der Schilddrüse auf. [Die Zeit, 11.03.2013 (online)]
Zuerst ist der Transport aus dem Blut in die Schilddrüse notwendig. [Süddeutsche Zeitung, 12.10.2001]
Einige Fachleute empfehlen, die Schilddrüse bereits im Alter von sechs Jahren zu entfernen. [Süddeutsche Zeitung, 14.05.1998]
Seine größten und wichtigsten Arbeiten widmete Blum der Erforschung der Schilddrüse. [Süddeutsche Zeitung, 1995 [1945]]
Und wer was mit der Schilddrüse zu tun kriegen soll, kriegt es meistens etwa in unserem Alter. [Brief von Christa Wolf an Brigitte Reimann vom 1. Mai [1969]. In: Brigitte Reimann u. Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1969]]
Zitationshilfe
„Schilddrüse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schilddr%C3%BCse>.

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