Schinken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schinkens · Nominativ Plural: Schinken
Aussprache
WorttrennungSchin-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schinken‹ als Erstglied: ↗Schinkenbrot · ↗Schinkenbrötchen · ↗Schinkenimitat · ↗Schinkenkeule · ↗Schinkenklopfen · ↗Schinkenmesser · ↗Schinkensandwich · ↗Schinkensemmel · ↗Schinkensorte · ↗Schinkenspeck · ↗Schinkenspezialität
 ·  mit ›Schinken‹ als Letztglied: ↗Bierschinken · ↗Bärenschinken · ↗Lachsschinken · ↗Nuss-Schinken · ↗Nussschinken · ↗Rollschinken · ↗Räucherschinken · ↗Schweineschinken
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gepökelte und geräucherte Hinterkeule, besonders vom Schwein
Beispiele:
ein roher, gekochter, geräucherter, fetter, magerer, frischer, saftiger Schinken
Schinken in Brotteig, Aspik
Makkaroni, Rührei mit Schinken
ein mit Schinken belegtes Brötchen
die Schinken hängen im Rauchfang, in der Räucherkammer
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich den Schinken, mit dem Schinken nach der Wurst werfen (= Größeres einsetzen, um Kleineres zu gewinnen)
2.
salopp, scherzhaft unförmiger Gegenstand
a)
großes, dickes (ursprünglich in Schweinsleder gebundenes) Buch
b)
riesiges Gemälde (mit geringem künstlerischen Wert)
Beispiel:
an der Wand hängen einige altmodische Schinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schinken m. ‘Schenkel, Keule vom Schlachtvieh’ (besonders vom Schwein), ahd. skinco m., skinca f. (9./10. Jh.), davon abgeleitet skinkil (Hs. 13. Jh.) ‘Beinröhre, Schenkel’, mhd. schinke ‘Beinröhre, Schenkel, Schinken’, asächs. skinka f. ‘Schenkel, Bein’, mnd. schink(e) m., schinke f. stehen mit schwundstufigem afries. skunka, frühnhd. und nhd. (mundartlich) Schungge, Schunke ‘Schenkel’, nl. schonk ‘Knochen’ als Ablautformen neben ↗Schenkel (s. d.), das mit ↗schenken und ↗hinken (s. d.) zur Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’ gehört. Schinken bezeichnet ursprünglich den krummen, den schiefen Beinknochen, dann die gesamte Hinterkeule eines Schlachttieres, besonders das Fleisch der Schweinskeule. In übertragener Bedeutung ‘altes dickes (in Schweinsleder gebundenes) Buch’ (18. Jh.), daran anschließend ‘Prachtband, aufwendiges Gemälde oder Theaterstück (von zweifelhaftem oder geringem künstlerischem Wert)’.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Gesäß · ↗Hinterteil · ↗Steiß  ●  ↗Kehrseite  scherzhaft · verlängerter Rücken  euphemistisch · (das) hintere Ende (von jemandem)  geh. · Allerwertester  ugs. · ↗Arsch  derb · Clunium  fachspr., lat. · Fott  ugs., rheinisch · Fudi  ugs., schweiz. · Futt  ugs., rheinisch · Füdli  ugs., schweiz. · Glutealregion  fachspr., lat. · Hinterbacken  ugs. · ↗Hintern  ugs. · ↗Kiste  ugs. · Nates  fachspr., anatomisch, lat. · ↗Po  ugs. · Pobacken  ugs. · ↗Podex  ugs. · ↗Popo  ugs. · Pöter  ugs. · Regio glutea  fachspr., lat. · Regio glutealis  fachspr., lat. · Schinken  ugs. · ↗Sitzfleisch  ugs. · vier Buchstaben  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • attraktives Hinterteil · schöner Hintern  ●  ↗Knackarsch  ugs.
  • (einen) dicken Hintern (haben)  ●  (einen) Hintern wie ein Brauereipferd (haben)  ugs., variabel
  • Bein · ↗Lauf (Wildtiere)  ●  Kackstelze(n)  derb · Pinn(e)  ugs., norddeutsch · hintere Extremität  fachspr. · untere Extremität  fachspr.
Synonymgruppe
Band · ↗Lektüre · ↗Titel  ●  Bd.  Abkürzung · ↗Buch  Hauptform · Schinken  ugs. · ↗Schmöker  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Schinken · dickes Buch  ●  ↗Klopper  ugs. · ↗Monumentalwerk  geh. · ↗Schwarte  ugs. · ↗Wälzer  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Kolossalfilm · Monumentalfilm  ●  ...schinken  ugs. · Schinken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brotteig Butter Champignon Ei Käse Lachs Leberwurst Makkaroni Marmelade Melone Mettwurst Olive Rührei Salami Sandwich Spargel Speck Spiegelei Toast Tomate Truthahn Wurst Würstchen gekocht geräuchert getrocknet luftgetrocknet roh räuchern westfälisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schinken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An Schinken satt gegessen hat er sich bislang auch noch nicht.
Die Zeit, 30.07.2013, Nr. 31
Sie hatte all die alten Schinken unter ihren weiß behandschuhten Fingern.
Der Tagesspiegel, 13.02.2001
Ich nahm eine Scheibe Schinken und hielt sie ihr vor die Nase, so daß sie nach oben schnappen mußte, um sie zu erreichen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 189
Ein Hauch von gebratenem Ei mit Schinken schwebte in der Luft.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 378
Weltberühmt sind schon vor zwei Jahrtausenden, zur Zeit der Römer, westfälische Schinken geworden.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 107
Zitationshilfe
„Schinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schinken>, abgerufen am 23.04.2019.

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