Schippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schippe · Nominativ Plural: Schippen
Aussprache
WorttrennungSchip-pe (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schippe‹ als Erstglied: ↗Schippchen  ·  mit ›Schippe‹ als Letztglied: ↗Kohlenschippe · ↗Ofenschippe
eWDG, 1976

Bedeutung

norddeutsch, mitteldeutsch Schaufel
Beispiele:
eine Schippe in die Hand nehmen
zur Schippe greifen
das Kind spielt mit Schippe und Eimer, schaufelt Sand mit der Schippe
salopp, übertragen jmdn. auf die Schippe laden, nehmen (= jmdn. anführen, zum Besten haben)
Beispiel:
mich kannst du nicht so leicht auf die Schippe nehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schippe · schippen
Schippe f. Bezeichnung für ein schaufelartiges Gerät. Mnd. schüppe, nd. Schuppe, Schüppe, md. Schüpp, Schöpp, Schippe (16. Jh.), mnl. scoppe, scuppe, nl. schop ‘Spaten’ wird im 17. Jh. in der entrundeten md. Form Schippe in die Literatursprache aufgenommen; vgl. mit hd. Lautung mhd. schipfe ‘Schaufel, Grabscheit’. Das Substantiv gehört zur Intensivbildung (obd.) schupfen, (md. nd.) schuppen, schüppen ‘heftig stoßen’ und weiter (wie ↗Schaufel, s. d.) als ‘Gerät, mit dem oder auf das etw. geschoben wird’ zu der unter ↗schieben (s. d.) angeführten Wurzelerweiterung ie. *skeub(h)- ‘(flink) dahinschießen, schieben, stoßen’. Dazu in neuerer Zeit die umgangssprachliche Redensart jmdn. auf die Schippe nehmen ‘ihn verspotten, aufziehen’; vgl. jmdm. die Schippe geben ‘ihn fortjagen’ (18. Jh.), wohl zu Schippe in der Bedeutung ‘Wippe, Gerät zum Fortschleudern’ (mhd. schupfe, schuppe ‘Wippe’). schippen Vb. ‘mit der Schippe arbeiten, wegschaffen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schaufel · Schippe  ●  Schippe  ugs., regional · Schüppe  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Schmollmund  ●  Schippe  ugs.
Synonymgruppe
Pik (Kartenspiel)  ●  ↗Schaufel  süddt. · Schippe(n)  rheinisch · Schüppe(n)  rheinisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antike Besen Eimer Hacke Hand Rundgang Sand Schaufel Schubkarre Spaten Teufel Tod Tüte drauflegen draufpacken greifen legen nachlegen nehmen springen zulegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schippe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da muss aber nicht nur ich, da muss die ganze Elf einige Schippen drauflegen.
Bild, 06.06.2003
Anna springt dem Tod immer wieder von der Schippe, man lässt sie nicht sterben.
Der Tagesspiegel, 26.04.2002
Die letzten Schippen voll schüttete ich als Verbindung zwischen die beiden Pfeiler.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 928
A. und Heinrich nehmen ihn natürlich auf die Schippe und wir lachen uns kaputt.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.05.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wenn ich zum Schippen herangezogen werde, ist es mein Herztod.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 19
Zitationshilfe
„Schippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schippe#1>, abgerufen am 26.08.2019.

Weitere Informationen …

Schippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schippe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSchip-pe (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft unmutig vorgeschobene Unterlippe
Beispiele:
eine Schippe ziehen, machen
»Och!« sagt Weio wegwerfend und macht wieder eine Schippe [FalladaWolf1,267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schippe · schippen
Schippe f. Bezeichnung für ein schaufelartiges Gerät. Mnd. schüppe, nd. Schuppe, Schüppe, md. Schüpp, Schöpp, Schippe (16. Jh.), mnl. scoppe, scuppe, nl. schop ‘Spaten’ wird im 17. Jh. in der entrundeten md. Form Schippe in die Literatursprache aufgenommen; vgl. mit hd. Lautung mhd. schipfe ‘Schaufel, Grabscheit’. Das Substantiv gehört zur Intensivbildung (obd.) schupfen, (md. nd.) schuppen, schüppen ‘heftig stoßen’ und weiter (wie ↗Schaufel, s. d.) als ‘Gerät, mit dem oder auf das etw. geschoben wird’ zu der unter ↗schieben (s. d.) angeführten Wurzelerweiterung ie. *skeub(h)- ‘(flink) dahinschießen, schieben, stoßen’. Dazu in neuerer Zeit die umgangssprachliche Redensart jmdn. auf die Schippe nehmen ‘ihn verspotten, aufziehen’; vgl. jmdm. die Schippe geben ‘ihn fortjagen’ (18. Jh.), wohl zu Schippe in der Bedeutung ‘Wippe, Gerät zum Fortschleudern’ (mhd. schupfe, schuppe ‘Wippe’). schippen Vb. ‘mit der Schippe arbeiten, wegschaffen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schaufel · Schippe  ●  Schippe  ugs., regional · Schüppe  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Schmollmund  ●  Schippe  ugs.
Synonymgruppe
Pik (Kartenspiel)  ●  ↗Schaufel  süddt. · Schippe(n)  rheinisch · Schüppe(n)  rheinisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antike Besen Eimer Hacke Hand Rundgang Sand Schaufel Schubkarre Spaten Teufel Tod Tüte drauflegen draufpacken greifen legen nachlegen nehmen springen zulegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schippe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da muss aber nicht nur ich, da muss die ganze Elf einige Schippen drauflegen.
Bild, 06.06.2003
Anna springt dem Tod immer wieder von der Schippe, man lässt sie nicht sterben.
Der Tagesspiegel, 26.04.2002
Die letzten Schippen voll schüttete ich als Verbindung zwischen die beiden Pfeiler.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 928
A. und Heinrich nehmen ihn natürlich auf die Schippe und wir lachen uns kaputt.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.05.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wenn ich zum Schippen herangezogen werde, ist es mein Herztod.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 19
Zitationshilfe
„Schippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schippe#2>, abgerufen am 26.08.2019.

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