Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schirm, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schirm(e)s · Nominativ Plural: Schirme
Aussprache  [ʃɪʁm]
eWDG

Bedeutungen

1.
Gegenstand, der Schutz vor etw. bietet
a)
aufklappbares und zusammenklappbares Gestell mit einem langen Griff, das, wenn es aufgespannt ist, ein rundes stoffbespanntes Dach bildet und damit Schutz vor Regen oder Sonne bietet
Beispiele:
den Schirm aufspannen, öffnen, schließen, zuklappen
umgangssprachlichden Schirm zumachen
den Schirm neu beziehen lassen
den Schirm vergessen
ich habe den Schirm (in der Straßenbahn, im Lokal) stehen lassen
Stöcke und Schirme müssen an der Garderobe abgegeben werden
sie saßen unter bunten Schirmen (= Sonnenschirmen) im Garten
b)
aus verschiedenem Material bestehender Teil der Lampe, der die Lichtquelle umgibt
Beispiele:
eine Stehlampe mit gelblichem Schirm
der Schirm der Lampe ist aus Pergament, Seide, Stoff
c)
schildähnlicher Gegenstand zum Schutz gegen zu helles Licht oder direkte Strahlung, Hitzestrahlung
Beispiele:
einen metallenen Schirm vor den Ofen stellen
der experimentierende Wissenschaftler ist durch einen Schirm gegen radioaktive Strahlung geschützt
der Schweißer hält sich bei seiner Arbeit einen Schirm vor das Gesicht
einen grünen Schirm (= Augenschirm) als Sonnenschutz tragen
d)
Stirn und Augen schützender, schildähnlicher Teil der Mütze
Beispiel:
eine Mütze, Kappe mit Schirm
2.
Physik, Technik Teil des Empfängers, auf dem das Bild erscheint, Bildschirm
Beispiel:
der Schirm eines Fernsehgerätes, Ultraschallgerätes, Radargerätes
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schirm · schirmen · abschirmen · beschirmen · Schirmherr
Schirm m. ‘Schutz(vorrichtung)’, ahd. skirm, skerm (8. Jh.), mhd. schirm, scherm ‘was zur Deckung, zum Schutz dient, Schild, das Vorhalten des Schildes, das Parieren, Beschirmer, Schutz, Schutzvorrichtung, Gewähr’, mnd. scherm, mnl. scerm, sceerm, nl. scherm (westgerm. *skermi-, *skerma-). Herkunft ungewiß. Vielleicht verwandt mit aind. cárma ‘Haut, Fell’, griech. kérma (κέρμα) ‘abgeschnittenes Stück, Münze’, apreuß. kērmens ‘Leib’, aruss. skora, russ. (älter) skorá (скора) ‘Haut, Fell’, lat. corium ‘dicke, feste Haut, Fell, Balg, Leder’ und an die verbreitete, unter scheren1 (s. d.) genannte Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ anzuschließen. Schirm bezeichnet ursprünglich den zurechtgeschnittenen Fell- oder Lederüberzug des Schutzschildes, dann den Schild selbst sowie die Kunst, sich mit diesem zu schützen, das Parieren; vgl. Schirm und Schild, mhd. scherm und schilt ‘Schutz’. In der mhd. Rechtssprache steht mhd. schirm, scherm für die ‘Verteidigung, die der Verkäufer eines Gutes gegen den Einspruch anderer übernimmt’ sowie für den, ‘der eingesetzt wird, diesen Schutz auszuüben’. Aber bereits in ahd. Zeit bedeutet das Wort ganz allgemein ‘Schutz’; mit zunehmender Herausbildung der Handwerke gilt es daneben für eine ‘Schutzvorrichtung jeder Art’ und tritt oft als Kurzform für Bett-, Lampen-, Mützen-, Regen-, Sonnen-, Wandschirm ein. schirmen Vb. ‘schützen, verteidigen, Schädliches ab-, fernhalten’, ahd. skirmen (8. Jh.), mhd. schirmen, schermen ‘schützen, mit dem Schild parieren, verteidigen’. In heutiger Sprache vorwiegend abschirmen Vb. ‘aufhalten, abfangen, schützen, sichern’, weitgehend in technischem Bereich (20. Jh., nur vereinzelt bereits Anfang 19. Jh.). beschirmen Vb. ‘mit Schutz versehen, schützen’, ahd. biskirmen (9. Jh.), mhd. beschirmen, beschermen. Schirmherr m. ‘wer einen Schutz über ein Land, ein Gebiet, eine Institution, eine Person ausübt, Protektor’ (Ende 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Leinwand · Schirm · Wandschirm
Computer, Technik
Synonymgruppe
Anzeige · Anzeigegerät · Monitor  ●  Bildschirm  Hauptform · Display  engl. · Schirm  ugs.
Synonymgruppe
Regenschirm · Schirm  ●  Parapluie  geh., veraltet, franz. · Paraplü  ugs., franz., eingedeutscht
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schirm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schirm‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schirm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn du mich gut festhieltest, ginge es vielleicht ohne Schirm. [Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 20]
Nach wenigen Minuten flog der Schirm durchs Fenster an die Stelle, wo er gestanden hatte. [Friedländer, Hugo: Das spiritistische Medium Anna Rothe. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 356]
Unten links ist der Schirm deutlich heller, das gesamte Bild umgibt ein hellerer Rahmen. [C't, 2001, Nr. 24]
Im analogen Betrieb passt das Bild hierbei nicht komplett auf den Schirm. [C't, 2001, Nr. 7]
Dann nahm er den Schirm mit der Linken wieder an sich. [Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 138]
Zitationshilfe
„Schirm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schirm>.

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