Schiss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schisses · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Grundformscheißen
Ungültige SchreibungSchiß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Schiss‹ als Erstglied: ↗Schisshase  ·  mit ›Schiss‹ als Letztglied: ↗Dünnschiss · ↗Fliegenschiss
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, derb Angst
Beispiele:
Schiss haben, kriegen
Kein Aber, Herr Biedermann, kein Aber! sag ich: Sie sind keiner von denen, der in der Wirtschaft ein großes Maul verreißt, weil er Schiß hat [FrischBiedermann1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst · ↗Angstgefühl · ↗Bedenken · ↗Bedrohungsgefühl · ↗Befürchtung · ↗Beklemmung · ↗Beklommenheit · ↗Furcht · ↗Scheu · ↗Sorge  ●  ↗Bammel  ugs. · ↗Flattermann  ugs. · ↗Fracksausen  ugs. · Manschetten  ugs. · ↗Muffe  ugs. · ↗Muffensausen  ugs. · Schiss  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hose gehaben kriegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schiss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ein grundsätzliches Problem des deutschen Kinos, hier haben alle erst mal Schiss.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2004
Deswegen kriegte er auch Schiß, daß ich ihn verpfeifen könnte.
Der Spiegel, 11.02.1991
Für das Eingeständnis, "ich habe Schiss", sei man zu feig gewesen.
Der Tagesspiegel, 09.03.2002
Sie sind geblieben, was sie waren, und hatten immer bloß Schiß vor politischen und wirtschaftlichen Sanktionen.
konkret, 1989
Laden und Löschen von Steinkohle ist unmöglich, so daß alle Schisse festliegen.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 10.03.1923
Zitationshilfe
„Schiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schiss>, abgerufen am 18.10.2019.

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