Schlacke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlacke · Nominativ Plural: Schlacken
Aussprache 
Worttrennung Schla-cke
Wortbildung  mit ›Schlacke‹ als Erstglied: Schlackenbeton · Schlackengrube · Schlackenhalde · Schlackenstein · Schlackenstoff · Schlackenwolle · schlackenfrei · schlackenreich
 ·  mit ›Schlacke‹ als Letztglied: Eisenschlacke · Hochofenschlacke · Kohlenschlacke · Stoffwechselschlacke · Thomasschlacke
eWDG

Bedeutungen

1.
Rückstand
a)
bei einer Verbrennung fester Brennstoffe
Beispiele:
den Ofen von der Schlacke reinigen
die Schlacke der Kohle
der Koks bildet Schlacke
der Weg war mit schwarzer Schlacke ausgebessert
b)
bei der Verhüttung von Erzen
Beispiele:
flüssige Schlacke
bei diesem Ofen kann die Schlacke dauernd abfließen
die Schlacke enthielt noch einen hohen Prozentsatz Metall
c)
des Stoffwechsels im Gewebe und im Verdauungskanal
Beispiele:
Stoffwechselprodukte und Schlacken werden in der Leber entgiftet
die kranken Nieren sind nicht in der Lage, die Schlacke des Stoffwechsels zu beseitigen
d)
übertragen Überrest
Beispiel:
[Marx, der] damit das Klassenbewußtsein des Proletariats von allen Schlacken der alten Form befreit [ Neue Justiz1968]
2.
Lava
Beispiel:
als einziger, dauernd tätiger Vulkan [wirft er] mit lautem Gepolter seine glühenden Schlacken 80 und mehr Meter in die Höhe [ Urania1958]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlacke f. ‘Verbrennungsrückstand, gesinterte, feste Bestandteile der Asche, nicht mehr verwertbarer Rückstand’. Mnd. slagge (14. Jh.), Ableitung von mnd. slān in der Bedeutung ‘schmieden’ (s. schlagen), das einen ‘beim Schmieden abspringenden Metallsplitter’, dann ‘beim Schmelzen sich absetzende Unreinheit des Erzes’ bezeichnet, wird (16. Jh.) in die md. und südd. Bergmannssprache und von dort in die Literatursprache aufgenommen. Vgl. Hammerschlag m. ‘Metallabfall beim Hämmern’, frühnhd. hamer-, hamelslach, -slag m., auch hamerslag(g)e f. (15. Jh.). Es gilt schließlich auch für ‘unbrennbare Rückstände von Kohle und Koks’ und (in der dt. medizinischen Fachsprache) für Rückstände im Blut und für Ausscheidungen beim Stoffwechsel (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Asche · Brandrückstand · Schlacke · Verbrennungsrückstand

Typische Verbindungen zu ›Schlacke‹ (berechnet)

Qualität ablagern angesammelt giftig glasartig glühend schwarz verbleibend verwenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlacke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlacke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Freilich sind durch diesen noch immer nicht die bereits im Blut angesammelten Schlacken beseitigt. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 16]
Die physikalische Forschung befreite sich von den letzten Schlacken scholastischen Denkens. [Fürstenberg, F.: Technik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 37560]
Von den ominösen Schlacken ist der Wissenschaft hingegen nichts bekannt. [Die Zeit, 12.02.2001, Nr. 07]
Doch die Frage muß erlaubt sein, fühlt sie sich wirklich so unwohl mit diesen „Schlacken“? [Die Zeit, 04.02.1985, Nr. 05]
Übrig bleibt nur eine nach bisherigen Erkenntnissen nicht besonders schädliche Schlacke. [Die Zeit, 02.11.1984, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Schlacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlacke>.

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