Schlagbaum, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlag-baum (computergeneriert)
WortzerlegungSchlagBaum
eWDG, 1976

Bedeutung

Schranke, besonders an einer Grenze
Beispiel:
der Schlagbaum geht herunter, geht hoch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Baum · bäumen · Baumwolle · baumwollen · Schlagbaum
Baum m. Gewächs aus Stamm und Ästen mit Blättern oder Nadeln, ahd. boum (8. Jh.), mhd. boum, asächs. mnd. bōm, mnl. nl. boom, afries. bām, aengl. bēam (engl. beam ‘Balken, Stange’) führen auf westgerm. *bauma-. Daneben stehen mit abweichender Bildungsweise got. bagms ‘Baum’, aschwed. bagn ‘Stock’, anord. baðmr ‘Baum’. Es gibt zahlreiche Versuche, die unterschiedlichen Formen des Westgerm., Got. und Nord. miteinander zu verbinden, eine einheitliche germ. Grundform konnte jedoch nicht mit Sicherheit erschlossen werden. So erwägt Pokorny 1, 149 die bereits bei Feist ³73 zitierte Herleitung aus ie. *bhou̯(ə)mo- ‘Gewächs’ und Anschluß an die Wurzel ie. *bheu-, *bheu̯ə- ‘wachsen, gedeihen’ (s. ↗bauen). Anders Hamp in: Festschr. Fisiak (1986) 1, 345 f. sowie Kuiper in: Novele 25 (1995) 63 ff. Da sich auch außergerm. keine eindeutigen Verwandten beibringen lassen, kann man in den germ. Formen unterschiedliche Gestaltung eines Substratwortes sehen. bäumen Vb. mhd. boumen ‘mit Bäumen bepflanzen’, (reflexiv) ‘sich aufrichten’ (von Pferden), später allgemein ‘sich auflehnen’, in der Jägersprache von auf Bäume kletternden Tieren (16. Jh.). Heute meist sich aufbäumen ‘sich aufrichten, auflehnen’ (15. Jh.). Baumwolle f. Samenhaare des Baumwollstrauchs, ahd. boumwolla (Hs. 12. Jh.), mhd. boumwolle, mnd. bōmwulle; auch ↗Kattun (s. d.). Greift vermutlich auf die bei Herodot belegte Vorstellung zurück, nach der die Inder Wolle von Bäumen gewinnen. baumwollen Adj. ‘aus Baumwolle’, ahd. boumwullīn (Hs. 12. Jh.), mnd. bōmwullen. Schlagbaum m. ‘bewegliche Sperrschranke’ (Anfang 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schlagbaum · ↗Schranke · Wegeschranke  ●  ↗Barriere  schweiz.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Grenzbalken · ↗Grenzbarriere · ↗Grenzbaum · Grenzschranke · Grenzsperre · Schlagbaum

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grenze Mauer Schlagbaum Sperre Stacheldraht Wachhaus Wachpersonal Zaun Zoll beseitigen bewachen durchbrechen einreißen errichten geschlossen geöffnet heben herunterlassen hochgehen hochziehen markieren niederreißen passieren rot-weiß verschwinden versperren verwehren virtuell Öffnung öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlagbaum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anderthalb Stunden später warteten ungefähr 20 Autos vor den Schlagbäumen, aber oben waren noch 22 Plätze frei.
Bild, 16.12.2000
Drei von uns läßt er durch, dann zieht er den Schlagbaum wieder runter.
Die Zeit, 19.03.1998, Nr. 13
Das ganze Viertel war mit Schlagbäumen abgesperrt und nicht zugänglich.
o. A. [hll.]: Schloß Niederschönhausen. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1983]
Sie fuhren fast im Schritt durch den Schlagbaum, den der feldgraue Posten hastig in die Höhe zog, ohne nach dem Wagen zu blicken.
Hermlin, Stephan: Die Zeit der Gemeinsamkeit, Berlin: Bibliothek Fortschrittlicher Deutscher Schriftsteller 1951, S. 60
Es gibt vier Schlagbäume für Autos und zwei für Fußgänger.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 368
Zitationshilfe
„Schlagbaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlagbaum>, abgerufen am 16.10.2019.

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