Schlagfluss, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlag-fluss (computergeneriert)
WortzerlegungSchlagFluss
Ungültige SchreibungSchlagfluß, s. Regelwerk: § 2, § 25 (E1)
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltet Schlaganfall
siehe auch fließen (Lesart 1)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlag · schlagartig · Schlagader · Schlaganfall · Schlagfluß
Schlag m. ‘kurze, schnelle Bewegung, Hieb, Unglück, mit einem Aufprall verbundenes Geräusch, durch gleiche oder ähnliche charakteristische Eigenschaften und Merkmale verbundene Gruppe, Art’, ahd. slag (um 800), mhd. slac, asächs. slegi, mnd. mnl. slach, nl. slag, aengl. slege, engl. slay, sley (‘Weberkamm’), anord. slagr, schwed. slag und (mit grammatischem Wechsel von g nach h) got. slahs (germ. *slagi-) sind Abstrakta zu dem unter ↗schlagen (s. d.) behandelten Verb. Schlag entwickelt eine Reihe von speziellen Bedeutungen, z. B. ‘Apoplexie, Schlaganfall’ (bereits mhd.), ‘Blitz, Donner’ (18. Jh.), bergmännisch ‘schlagendes Wetter’ (18. Jh.), ‘den Körper treffender elektrischer Stromstoß’ (18. Jh.), ‘Puls’ (mhd.), ‘die Art, wie die Falten eines Kleides fallen’ (15. Jh.), ‘Gepräge einer Münze’ (15. Jh.), ‘Wagentür’ (18. Jh.), ‘Ackerstück’ (mnd. 14. Jh.). Feste Wendungen: ein Schlag ins Wasser ‘ein Mißerfolg’, mhd. ein slac in daʒ mer, in einen bach u. ä.; Schlag auf Schlag ‘kurz hintereinander, zügig’ (18. Jh.), mhd. slage slags; mit einem Schlage ‘plötzlich, auf einmal’ (um 1800). schlagartig Adj. ‘schnell, plötzlich’ (19. Jh.). Schlagader f. ‘Arterie’ (16. Jh.). Schlaganfall m. (19. Jh.), Schlagfluß m. (17. Jh.), d. i. ‘plötzlich auftretender (Krankheits)fluß’ (s. ↗Rheumatismus); beide für ‘Apoplexie’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Schlagfluß machte ihr das Herz still und die regsamen Hände starr und untätig für immer.
Christ, Lena: Der Steinriegerbauer. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10344
Der Schlagfluß soll ihn treffen und all seine Glieder lähmen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 48
Der Schlagfluß soll ihn treffen und all seine Glieder lähmen.
Der Tagesspiegel, 01.11.2002
Man lebt ohne Kraft zur Entscheidung wie Oblomow, bis man von sanftem Schlagfluß heimgesucht wird.
Die Zeit, 30.03.1962, Nr. 13
Aus Parfümerien kamen Touristen mit Plastiktüten voll Flaschen Kölnischen Wassers, nun gefeit gegen Gicht Schlagfluß Husten Achselschweiß.
Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 140
Zitationshilfe
„Schlagfluß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlagfluß>, abgerufen am 27.04.2018.

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