Schlamassel, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Schlamassels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSchla-mas-sel
HerkunftJiddisch
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp schwierige, unglückliche Lage, missliche Angelegenheit
Beispiele:
da haben wir den Schlamassel!
spöttisch ein schöner Schlamassel!
im (dicksten, ärgsten, schwersten) Schlamassel stecken, sitzen
in einen Schlamassel hineingeraten
jmdm. aus dem Schlamassel helfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlamassel m. n. ‘unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick’, verbreitet in Umgangssprache und Mundart (seit 18. Jh.), vgl. auch Schlemassel, Schlimassel. Wohl aus jidd. schlemasl, schlimasl, eigentlich ‘was nicht Glück ist’, d. h. aus einer Verneinungspartikel und jidd. masol, mazzal ‘(Glücks)stern, Gestirn’ (s. ↗vermasseln, ↗Massel). Oder das Bestimmungswort erklärt sich aus nhd. schlimm, so daß die Zusammensetzung die Bedeutung ‘schlimmer, schlechter Stern’, also ‘Unglück, Mißgeschick’ annimmt. Die Veränderung von i zu a im ersten Kompositionsglied mag durch Angleichung an das a des zweiten Glieds entstanden sein. Vgl. auch rotw. Schlamassen Plur. ‘Unglück, Mißlingen, Schaden’ (1847).

Thesaurus

Synonymgruppe
Krise · ↗Misere · ↗Missstand · ↗Tragik · ↗Verhängnis · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand  ●  ↗Kalamität  geh., lat. · ↗Krisis  geh., veraltend · ↗Malaise  fachspr. · Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausweg Hals Massel Schopf Schuld angerichtet anrichten aufräumen ausbaden befreien derzeitig drinstecken einbrocken entkommen ganz grob herausführen heraushalten heraushelfen herausholen herauskommen herausziehen hineingeraten rauskommen reiten rutschen selbstverschuldet stecken verschuldet ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlamassel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und nur der zuliebe hat er doch den Schlamassel angerichtet.
Der Tagesspiegel, 06.12.1999
Und nun müssen wir alle zusammen in die Hände spucken und den Karren wieder herausziehen aus dem Schlamassel!
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 95
Diesem Mann hätten wir also den ganzen Schlamassel zu verdanken.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 118
Und dann war nach dem Schlamassel eine neue Welt da.
Die Zeit, 19.02.1962, Nr. 08
Als dann der ganze Schlamassel da war, lagen wir in Lissabon.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 441
Zitationshilfe
„Schlamassel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlamassel>, abgerufen am 19.03.2019.

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