Schlamm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlamm(e)s · Nominativ Plural: Schlämme/Schlamme
Aussprache
Wortbildung mit ›Schlamm‹ als Erstglied: ↗Schlammbad · ↗Schlammflut · ↗Schlammkur · ↗Schlammlawine · ↗Schlammpackung · ↗Schlammpfütze · ↗Schlammschlacht · ↗Schlammtümpel · ↗Schlammvulkan · ↗schlammbedeckt
 ·  mit ›Schlamm‹ als Letztglied: ↗Fangoschlamm · ↗Faulschlamm · ↗Fluss-Schlamm · ↗Flussschlamm · ↗Heilschlamm · ↗Klärschlamm · ↗Lavaschlamm · ↗Seeschlamm · ↗Straßenschlamm · ↗Teichschlamm
 ·  mit ›Schlamm‹ als Binnenglied: ↗Belebtschlammbecken
eWDG, 1976

Bedeutung

breiige Bodenschicht
a)
Dreck, Schmutz, aufgeweichte Erde
Beispiele:
auf der Straße lag Schlamm
bei Tauwetter durch den Schlamm, bis an, bis über die Knöchel im Schlamm waten
auf dem Weg im Schlamm steckenbleiben
der Wagen versank bis zur Achse im Schlamm
die Schweine wälzten sich im Schlamm
b)
Erdablagerung auf dem Grund von Gewässern
Beispiele:
Schlamm setzt, lagert sich ab
den Schlamm eines Sees, Teiches aufwühlen
den Schlamm der Schwefelquellen für Heilzwecke verwenden
wässriger Schlamm
c)
gehoben, übertragen
Beispiel:
Sie zog ihn zu sich herab in den Schlamm ihrer würdelosen Existenz [Suderm.2,152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlamm · schlämmen · Schlämmkreide · schlammig · Schlammbeißer
Schlamm m. ‘Morast, feuchter Schmutzbrei’, spätmhd. (md.) slam (Genitiv slammes, aus slambes; 14. Jh.), mnd. slam ‘Schlamm, Kot, Abfall beim Mahlen des Getreides’; vor allem durch Luthers Gebrauch (16. Jh.) im Hd. üblich. Man kann das (allerdings erst spät bezeugte) Substantiv auf germ. *slamb- zurückführen, das mit griech. lémphos (λέμφος) ‘Nasenschleim’ und den unter ↗schlemmen und ↗Schlampe (s. d.) genannten Formen zu der nasalierten Variante ie. *(s)lemb(h)- (s. ↗glimpflich) der mit anlautendem s- versehenen Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff, herabhängen(d)’ gehört (s. ↗Lappen, ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp). schlämmen Vb. ‘von Schlamm reinigen’, spätmhd. (omd.) slemmen; dann auch ‘aufschwemmen’ (18. Jh.). Schlämmkreide f. ‘pulverisierte gereinigte Kreide’ (19. Jh.). schlammig Adj. ‘kotig, morastig, schlammbeschmutzt’ (16. Jh.). Schlammbeißer m. Süßwasserfisch (Schmerle), in Gewässern mit schlammigem Grund (18. Jh.); das Grundwort -beißer ist eine volksetymologische Umbildung von ↗Peitzker (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Morast · ↗Mulm · Schlamm · Schlammablagerung · ↗Schlick
Synonymgruppe
(feiner) Schlamm · ↗Aufschlämmung
Synonymgruppe
Matsch · Schlamm · ↗Schmand · ↗Schmant  ●  Baaz  ugs., bair., österr. · Gatsch  ugs., österr. · Schmodder  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alge Dreck Geröll Lawine Lehm Matsch Morast Pfütze Sand Schlick Schmutz Schutt Staub Unrat Zement begraben bewerfen getrocknet giftig knietief knöcheltief robben schwermetallhaltig steckenbleiben stinkend suhlen versinken waten wälzen wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß ich noch hinter ihm war, sah ich nur an seinen Fußspuren im Schlamm.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 616
Hier in dem sommerwarmen Schlamm, da wollte ich nur noch schlafen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 210
Und steckt dabei noch immer tief im Schlamm - auch buchstäblich.
Der Tagesspiegel, 19.04.1999
Von der jüngeren Generation lehnen 68 v. H. Schlamm ab.
Die Zeit, 09.10.1959, Nr. 41
Die Reifen wühlten in dem weichen Schlamm, und der Wagen begann wild hin und her zu schlingern, ohne nennenswert von der Stelle zu kommen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 429
Zitationshilfe
„Schlamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlamm>, abgerufen am 22.09.2019.

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