Schlampe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlampe · Nominativ Plural: Schlampen
Aussprache
WorttrennungSchlam-pe
Wortbildung mit ›Schlampe‹ als Erstglied: ↗Schlamperl
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend nachlässig und unsauber gekleidete, liederliche Frau
Beispiele:
sie ist eine Schlampe
eine alte dreckige Schlampe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlampen · Schlamp · Schlampe1 · Schlampe2 · Schlampen · schlampampen · Schlampamp · Schlampampe · schlampig · Schlamperei
schlampen Vb. ‘lose und nachlässig herabhängen, (um den Körper) schlenkern, unordentlich sein oder arbeiten’, spätmhd. slampen, frühnhd. schlampen ‘schlaff, schlottrig herabhängen’ (15. Jh.). Schlamp m. ‘üppiges Gastmahl, Gelage, Schleppe (am Kleid), nachlässiger, ungepflegter Mensch’ (16. Jh.). Schlampe1 f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’ (17. Jh.). Das Verb und die Substantive bilden eine vor allem in Umgangssprache und Mundarten verbreitete wort- und lautspielerisch weiterentwickelte Wortgruppe, vgl. spätmhd. slampieren ‘unmäßig essen’, schlampen, schlampern ‘gierig und geräuschvoll essen, nachlässig gehen, sich herumtreiben’. Schlampe2, Schlampen m. ‘Lumpen, Fetzen’. Einfluß teils von ↗Schlamm, teils von ↗schlemmen (s. d.) und Rückführung auf ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, die hier (wie auch in ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp, s. d.) mit anlautendem s- auftritt, ist möglich. Dazu die Streckformen schlampampen Vb. ‘schmatzend, gierig essen, üppig schlemmen, prassen’ (16. Jh.), mnd. nl. slampampen. Schlampamp m. ‘üppiges Essen, Schmaus, Gelage’ (16. Jh.); vereinzelt Schlampamp(en) n. ‘Schlaraffenland’ (16. Jh.). Schlampampe f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’, literarisch bezeugt bei Chr. Reuter (im Titel) „… der ehrlichen Frau Schlampampe Krankheit“ (1696). Auch ‘schlechtes Getränk, Gesöff’ (19. Jh.). Vgl. nl. slampamper ‘Schmarotzer’. schlampig Adj. ‘schlaff, schlottrig, schmutzig, nachlässig, ungepflegt, liederlich’ (16. Jh.), anfangs auch schlampet (16. Jh.). Schlamperei f. ‘liederliche Lebensart, nachlässige Verfahrensweise, Unordnung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sünderin  veraltet · Bitch  derb, engl. · Dorfmatratze  derb, fig. · ↗Flitscherl  ugs., österr. · ↗Flittchen  derb, Hauptform · ↗Hase  ugs. · ↗Schickse  derb · Schlampe  derb · ↗Wanderpokal  derb, fig. · leichtes Mädchen  ugs., fig. · liederliches Weibsstück  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Chaotin · ↗Schlunze · unordentliche Frau  ●  Schlampe  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hure anziehen beschimpfen billig blond demonstrieren dreckig fett geil müde nennen smart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlampe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst waren wir die armen Mädels, dann die bösen Schlampen.
Der Tagesspiegel, 02.02.1999
Er soll demnach auch geschrien und die Frau als "Schlampe" beschimpft haben.
Die Zeit, 22.01.2008 (online)
Denn wenn ich das täte, würde es mich zur billigen Schlampe machen.
Bild, 08.08.2001
Er hatte sie auf Parties verfolgt, in Bars, in Wohnungen von Männern, um sie als versoffene Schlampe zu präsentieren.
C't, 1990, Nr. 9
Für Jean-Marie Straub, der seit seiner »Chronik der Anna Magdalena Bach« (1967) zu den Großen des europäischen Kinos gehört, sind 99 Prozent aller Filmemacher Schlampen.
konkret, 1984
Zitationshilfe
„Schlampe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlampe>, abgerufen am 21.08.2019.

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