Schlamperei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlamperei · Nominativ Plural: Schlampereien
Aussprache
WorttrennungSchlam-pe-rei (computergeneriert)
Wortzerlegungschlampen-erei
Wortbildung mit ›Schlamperei‹ als Letztglied: ↗Sprachschlamperei
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend nachlässige, liederliche Arbeitsweise, Handlung
Beispiele:
das ist eine grenzenlose, unerhörte Schlamperei
so eine Schlamperei!
die Schlamperei eines Schülers, einer Dienststelle
man darf diese Schlamperei, Schlampereien nicht dulden, einreißen lassen
[der] Kampf gegen Sorglosigkeit, Schlamperei und Mißwirtschaft [Neue Justiz1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlampen · Schlamp · Schlampe1 · Schlampe2 · Schlampen · schlampampen · Schlampamp · Schlampampe · schlampig · Schlamperei
schlampen Vb. ‘lose und nachlässig herabhängen, (um den Körper) schlenkern, unordentlich sein oder arbeiten’, spätmhd. slampen, frühnhd. schlampen ‘schlaff, schlottrig herabhängen’ (15. Jh.). Schlamp m. ‘üppiges Gastmahl, Gelage, Schleppe (am Kleid), nachlässiger, ungepflegter Mensch’ (16. Jh.). Schlampe1 f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’ (17. Jh.). Das Verb und die Substantive bilden eine vor allem in Umgangssprache und Mundarten verbreitete wort- und lautspielerisch weiterentwickelte Wortgruppe, vgl. spätmhd. slampieren ‘unmäßig essen’, schlampen, schlampern ‘gierig und geräuschvoll essen, nachlässig gehen, sich herumtreiben’. Schlampe2, Schlampen m. ‘Lumpen, Fetzen’. Einfluß teils von ↗Schlamm, teils von ↗schlemmen (s. d.) und Rückführung auf ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, die hier (wie auch in ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp, s. d.) mit anlautendem s- auftritt, ist möglich. Dazu die Streckformen schlampampen Vb. ‘schmatzend, gierig essen, üppig schlemmen, prassen’ (16. Jh.), mnd. nl. slampampen. Schlampamp m. ‘üppiges Essen, Schmaus, Gelage’ (16. Jh.); vereinzelt Schlampamp(en) n. ‘Schlaraffenland’ (16. Jh.). Schlampampe f. ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’, literarisch bezeugt bei Chr. Reuter (im Titel) „… der ehrlichen Frau Schlampampe Krankheit“ (1696). Auch ‘schlechtes Getränk, Gesöff’ (19. Jh.). Vgl. nl. slampamper ‘Schmarotzer’. schlampig Adj. ‘schlaff, schlottrig, schmutzig, nachlässig, ungepflegt, liederlich’ (16. Jh.), anfangs auch schlampet (16. Jh.). Schlamperei f. ‘liederliche Lebensart, nachlässige Verfahrensweise, Unordnung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flickarbeit · ↗Flickwerk · ↗Pfuscharbeit · ↗Schund · schlechte Arbeit  ●  ↗Flickenteppich  ugs. · ↗Gestümper  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Murks  ugs. · Murkserei  ugs. · ↗Pfusch  ugs. · ↗Pfuscherei  ugs. · Schlamperei  ugs. · ↗Schlendrian  ugs. · ↗Schluderei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

BSE-Test Bequemlichkeit Betrügerei Bürokratismus Fahrlässigkeit Faulheit Fehlplanung Filz Geldverschwendung Ignoranz Ineffizienz Inkompetenz Korruption Leichtsinn Missmanagement Mißwirtschaft Murks Nachlässigkeit Pfusch Schlendrian Sozialbehörde Unachtsamkeit Unterschleif Verantwortungslosigkeit Verschwendung Versäumnis Vertuschung Vetternwirtschaft bodenlos unglaublich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlamperei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist immer noch verträglicher, als, wie Sie sagen, "Schlamperei" schön zu reden.
Die Welt, 20.06.2002
Da sind unglaubliche Schlampereien vorgekommen, die sich nicht wiederholen dürfen.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Denn in all seiner Schlamperei war er ein Mann der Ordnung.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 27
Eine Reduktion der Masse ergab sich auch schon aus einer Behebung der organisatorischen Schlamperei.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20600
Auf diese Weise können wir durch Schlamperei in kürzester Zeit unsere schönsten Filmszenen gründlich verderben.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 54
Zitationshilfe
„Schlamperei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlamperei>, abgerufen am 24.04.2019.

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