Schlappen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlappens · Nominativ Plural: Schlappen
WorttrennungSchlap-pen
Wortbildung mit ›Schlappen‹ als Erstglied: ↗Schläppchen  ·  mit ›Schlappen‹ als Letztglied: ↗Badeschlappen · ↗Lederschlappen
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, salopp, abwertend weicher, bequemer Hausschuh, Pantoffel
Beispiele:
sie hatte (alte) Schlappen an
er stand da, in Schlafrock und Schlappen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlapp1 · schlappen · Schlappen · Schlapphut · Schlappschwanz
schlapp1 Adj. ‘schlaff, nicht prall, locker, lose herabhängend, träge, matt, müde, kraft-, energielos’, Aufnahme in die Literatursprache (16. Jh.) von mnd. slap (das damit neben bereits bestehendes hd.schlaff, s. d., tritt); vgl. schon unsicheres mhd. slap. Dazu die Wendungen schlapp machen ‘Anstrengungen, Strapazen nicht durchhalten, nicht mehr können, aufgeben’, älter schlapp werden (18. Jh.). schlappen Vb. ‘lose, locker herabhängen, locker sitzen, nicht fest anliegen’, frühnhd. -slappen (15. Jh.), mnd. slappen. Schlappen m. meist Plur. ‘bequeme, locker sitzende Hausschuhe, Pantoffeln’ (17. Jh.), im Sing. Schlappe f., seltener Schlappen m. Schlapphut m. ‘Hut mit breiter, herabhängender Krempe’ (17. Jh.), älter Schlappe f. ‘Mütze’ (bis ins 17. Jh.), spätmhd. slappe ‘klappen- oder beutelförmig herunterhängender Teil der Kopfbedeckung’, mnd. slappe ‘lederner Nackenschutz am Helm’. Schlappschwanz m. Scheltwort ‘unentschlossener, wankelmütiger Mensch, Schwächling’ (17. Jh.); eigentlich (heute zuweilen nicht mehr empfundene) Anspielung auf männliche Impotenz (s. ↗Schwanz).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fußbekleidung · ↗Schuhwerk  ●  ↗Schuh  Singular, Hauptform · Schuhe  Hauptform, Plural · ↗Latschen  ugs., Plural · Schlappen  ugs., Plural · ↗Treter  ugs., Plural
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Barfüßigkeit · Bloßfüßigkeit
Synonymgruppe
Hausschuhe  Plural · Pantoffeln  Plural · ↗Finken  ugs., schweiz., Plural · ↗Puschen  ugs., Plural · Schlappen  ugs., Plural · ↗Schluffen  ugs., rheinisch, Plural · ↗Schlurren  ugs., norddeutsch, Plural
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fuß Serie bitter einstecken empfindlich erleiden link rutschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlappen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann läuft sie los, so schnell ihre Schlappen sie tragen.
Die Zeit, 11.08.2012, Nr. 32
Allerdings sind mit seiner Person auch die größten Schlappen der Regierung verbunden.
Der Tagesspiegel, 05.10.2004
Dem ist doch einfach nur der Ball über den Schlappen gerutscht.
Bild, 07.02.2002
Man kommt sich vor wie ein alter Schlappen, der weggeworfen wird.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1995
Dann bin ich so in Schlappen auf der Polizeiwache erschienen.
Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 12
Zitationshilfe
„Schlappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlappen>, abgerufen am 08.12.2019.

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