Schlappschwanz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlapp-schwanz
WortzerlegungschlappSchwanz
Wortbildung mit ›Schlappschwanz‹ als Grundform: ↗schlappschwänzig
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend schwacher, willensschwacher, wenig tatkräftiger, weichlicher Mensch
Beispiel:
Wo sie nur ihre fünf Sinne gehabt habe, als sie ihn, diesen Waschlappen, diesen Schlappschwanz, heiratete [Feuchtw.Oppermann169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlapp1 · schlappen · Schlappen · Schlapphut · Schlappschwanz
schlapp1 Adj. ‘schlaff, nicht prall, locker, lose herabhängend, träge, matt, müde, kraft-, energielos’, Aufnahme in die Literatursprache (16. Jh.) von mnd. slap (das damit neben bereits bestehendes hd.schlaff, s. d., tritt); vgl. schon unsicheres mhd. slap. Dazu die Wendungen schlapp machen ‘Anstrengungen, Strapazen nicht durchhalten, nicht mehr können, aufgeben’, älter schlapp werden (18. Jh.). schlappen Vb. ‘lose, locker herabhängen, locker sitzen, nicht fest anliegen’, frühnhd. -slappen (15. Jh.), mnd. slappen. Schlappen m. meist Plur. ‘bequeme, locker sitzende Hausschuhe, Pantoffeln’ (17. Jh.), im Sing. Schlappe f., seltener Schlappen m. Schlapphut m. ‘Hut mit breiter, herabhängender Krempe’ (17. Jh.), älter Schlappe f. ‘Mütze’ (bis ins 17. Jh.), spätmhd. slappe ‘klappen- oder beutelförmig herunterhängender Teil der Kopfbedeckung’, mnd. slappe ‘lederner Nackenschutz am Helm’. Schlappschwanz m. Scheltwort ‘unentschlossener, wankelmütiger Mensch, Schwächling’ (17. Jh.); eigentlich (heute zuweilen nicht mehr empfundene) Anspielung auf männliche Impotenz (s. ↗Schwanz).

Thesaurus

Synonymgruppe
Weichling  ●  Früheinfädler  ugs. · Himbeerbubi  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · ↗Memme  ugs. · ↗Milchbart  ugs. · ↗Milchbubi  ugs. · ↗Muttersöhnchen  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Schattenparker  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · Schlappschwanz  ugs. · ↗Sitzpinkler  ugs. · ↗Warmduscher  ugs. · ↗Waschlappen  ugs. · ↗Weichei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Jämmerling  ●  ↗Schwächling  Hauptform · ↗Flasche  ugs. · ↗Jammerlappen  ugs. · Schlappschwanz (beleidigend)  ugs. · ↗Würstchen  ugs.
Assoziationen
  • Nichtskönner · ↗Verlierer(typ) · armer Wicht  ●  ↗Versager  Hauptform · ↗(armes) Würstchen  ugs. · ↗Blindgänger  ugs. · ↗Flasche  ugs. · ↗Graupe  ugs. · ↗Heini  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Krücke  ugs. · Lellek  ugs., ruhrdt., veraltend · Lohle  ugs., schwäbisch · ↗Loser  ugs., engl. · ↗Lulli  ugs. · ↗Lusche  ugs. · Luschi  ugs. · ↗Niete  ugs. · ↗Null  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Opfer (jugendspr.)  ugs. · ↗Pfeife  ugs. · Pfeifenheini  ugs., regional · ↗Schwachmat  ugs. · ↗Waserl  ugs., wienerisch · ↗Wurst  ugs.
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • Figuren  abwertend · (schräge) Typen  ugs., abwertend · Brüder  ugs., abwertend · Fuzzis  ugs., abwertend · Gestalten  ugs., abwertend · Hanseln (herablassend)  ugs., süddt. · Männekes (herablassend)  ugs., regional · Volks  ugs., regional, abwertend · Vögel  derb, abwertend
  • selbstmitleidig · tränenvoll · voller Selbstmitleid · ↗weinerlich · ↗überempfindlich · ↗übersensibel  ●  ↗wehleidig  abwertend · ↗larmoyant  geh. · nah am Wasser gebaut (haben)  ugs., fig. · ↗tränenselig  geh.

Typische Verbindungen zu ›Schlappschwanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlappschwanz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlappschwanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit den Schlappschwänzen wollen wir doch wirklich bald fertig werden.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 10.09.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber die haben schon sehr tröstende Worte gefunden, keine hat Schlappschwanz gesagt oder sonst was.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2003
Als sie mich schließlich Schlappschwanz nannte, griff ich zum Messer.
Bild, 12.12.2002
Als Zuhälter hatte er sich das nie gefragt, Moral war etwas für Schlappschwänze.
Die Zeit, 31.03.2008, Nr. 14
Wir fühlen uns als windige Leichtfüße, die anderer Länder Geld verbraten für ein bisschen Lohnangleichung, Schlappschwänze, die es nicht wagen, ihre nichtsnutzigen Lehrer rauszuwerfen.
Der Tagesspiegel, 13.01.2004
Zitationshilfe
„Schlappschwanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlappschwanz>, abgerufen am 03.04.2020.

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