Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schlauberger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlaubergers · Nominativ Plural: Schlauberger
Aussprache 
Worttrennung Schlau-ber-ger
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft jmd., der schlau, pfiffig, gewitzt ist, Schlaumeier
Beispiele:
so ein Schlauberger!
er ist ein alter Schlauberger
umgangssprachlich, spöttischdieser Schlauberger weiß alles besser
das sind verdammt pfiffige Kerle, lauter Schlauberger [ FontanePoggenpuhlsI 4,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlau · bauernschlau · Schlauheit · Schläue · Schlaukopf · Schlaumeier · Schlauberger
schlau Adj. ‘klug, gewitzt, listig’. Im 16. Jh. gelangt nd. slū in diphthongierter Form in die hd. Literatursprache und wird vom 17. Jh. an geläufig. Angesichts mnd. slūhȫrer ‘Lauscher’ (d. h. ‘heimlich Zuhörender’) kann von germ. *slūha- ‘schleichend’ ausgegangen werden, das mit nl. sluiken ‘schleichen, schlüpfen, schmuggeln’ an die unter Schlauch (s. d.) angeführte Gutturalerweiterung ie. *(s)leug̑- (auch *(s)leuk̑-) der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ anzuschließen ist. Intensiviert in der Komposition mit Bauer1 (s. d.) bauernschlau Adj. ‘überschlau, pfiffig’ (19. Jh.). Schlauheit f. ‘Klugheit, Gewitztheit’ (17. Jh.); später auch Schläue f. (19. Jh.). Schlaukopf m. ‘kluger Mensch’ (18. Jh.). Vgl. auch scherzhaft-ironisches, nach dem Vorbild von Personen- bzw. Einwohnernamen gebildetes Schlaumeier m. Schlauberger m. ‘gewitzter Kerl’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) ganz Schlauer · Schlaukopf · Schlitzohr  ●  Ausgeschlafener  ugs., fig. · Checker  ugs. · Durchblicker  ugs. · Fuchs  ugs., fig. · Schlauberger  ugs. · Schlauerle  ugs. · Schlaufuchs  ugs. · Schlaumeier  ugs. · schlauer Fuchs  ugs., fig.

Verwendungsbeispiele für ›Schlauberger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da werden die Schlauberger mit dir wohl noch was vorhaben. [Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 269]
Das ist einer mit Ärmeln: das ist ein geriebener, abgefeimter Schlauberger. [Röhrich, Lutz: Armee. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 351]
Eine Band, die alles sein könne, merkten einige Schlauberger an, sei doch nichts. [Die Zeit, 29.01.2007, Nr. 05]
Weil sie aber Schlauberger sind, ist dieses Geld meistens nicht besonders klug angelegt. [Die Zeit, 02.02.1998, Nr. 05]
Und sie können sich nicht einmal entscheiden, ob sie mich nun für einen Übermenschen oder einen Schlauberger halten sollen. [Süddeutsche Zeitung, 08.08.1998]
Zitationshilfe
„Schlauberger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlauberger>.

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