Schlechtigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlechtigkeit · Nominativ Plural: Schlechtigkeiten
Aussprache
WorttrennungSchlech-tig-keit
Wortzerlegungschlecht-igkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Schlechtsein, Bösesein
Beispiele:
die Schlechtigkeit des Verbrechers
So treibt er sie [die Menschen] doch geradezu in die Schlechtigkeit [RehfischHexen177]
2.
schlechte, böse Handlung
Beispiele:
Schlechtigkeiten begehen
wo die Mutter den Sohn zu Schlechtigkeiten überredet [FalladaWolf1,166]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlecht · schlechthin · schlechtweg · schlechterdings · Schlechtigkeit
schlecht Adj. ‘von minderwertiger Qualität, ungenügend, nicht gut’, ahd. sleht (8. Jh.), mhd. sleht ‘in gerader Fläche oder Linie, eben, glatt, leer, einfältig, gut, schlicht, einfach’, asächs. sliht ‘geschmückt’, mnd. slecht, slicht, mnl. sleht ‘eben, flach, gerade, richtig, einfältig, arglos’, nl. slecht, afries. sliucht, mengl. engl. (aus dem Anord.) slight ‘schmächtig, schwach, leicht, gering’, anord. slēttr ‘eben, glatt, sanft’, schwed. slät, got. slaíhts ‘schlicht’ (germ. *slihta-), nach Art der Part. Prät. mit dem Suffix ie. -to- gebildet zu der unter ↗schleichen (s. d.) angegebenen Wurzelerweiterung ie. *(s)leiĝ- ‘schleimig, gleiten, glätten’ der auch anlautendes s- aufweisenden Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ (s. ↗Leim, ↗Lehm), so daß eine Ausgangsbedeutung ‘geglättet, eben’ angesetzt werden kann. Seit dem 15. Jh. gerät schlecht ‘einfach’ in Gegensatz zu ‘kostbar, wertvoll, ausgezeichnet’ und entwickelt die Bedeutung ‘geringwertig, nicht gut’, während die alte Verwendungsweise auf ↗schlicht (s. d.) übergeht. Reste ursprünglicher Bedeutung haben sich erhalten in der Formel schlecht und recht ‘einfach und richtig’ und in den Komposita schlechthin Adv. ‘ganz und gar, überhaupt, durchaus’ (17. Jh.); schlechtweg Adv. ‘ohne weiteres, einfach’ (Ende 17. Jh.), mhd. slechtis weg (14. Jh.); schlechterdings Adv. ‘durchaus, ganz und gar, geradezu’ (Ende 17. Jh.), mit adverbialem -s nach dem älteren Genitiv Plur. schlechter Dinge (1. Hälfte 17. Jh.). Schlechtigkeit f. ‘Zustand des Schlechtseins, Bosheit’ (18. Jh.); vgl. spätmhd. slehtecheit ‘Glätte, Ebene, Geradheit, Aufrichtigkeit, Geringheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Verdorbenheit · ↗Verkommenheit · ↗Verrufenheit  ●  Schlechtigkeit  Hauptform · ↗Verderbtheit  geh., altertümelnd, ironisierend · ↗Verworfenheit  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Bosheit Dummheit Mensch Ungerechtigkeit Welt abgrundtief begehen beklagen menschlich zutrauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlechtigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So hat denn weniger die Schlechtigkeit der Deutschen zugenommen als das Gerede darüber.
Die Zeit, 25.01.1993, Nr. 04
Letztere sei ihm als lügenhaft und zu allen möglichen Schlechtigkeiten geneigt geschildert worden.
Friedländer, Hugo: Der Prozeß gegen den Bankier August Sternberg wegen Sittlichkeitsverbrechen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 725
Was einer an Schlechtigkeiten in der Zeit begangen hat, ist ausgewischt.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 903
Bete viel zu Gott, denn ich bin sehr schwach, und oft übermannt mich die Schlechtigkeit.
Bild, 29.11.2000
Sicher war dies alles schon eine Strafe für seine Schlechtigkeit.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 58
Zitationshilfe
„Schlechtigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlechtigkeit>, abgerufen am 21.09.2019.

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