Schlägel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlägels · Nominativ Plural: Schlägel
Aussprache  [ˈʃlɛːgl̩]
Worttrennung Schlä-gel
Ungültige Schreibung Schlegel
Rechtschreibregeln § 13 (E2)
Wortbildung  mit ›Schlägel‹ als Letztglied: ↗Trommelschlegel  ·  mit ›Schlägel‹ als Grundform: ↗schlegeln · ↗schlägeln
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Bergmannssprache schwerer Hammer des Bergmanns mit beidseitiger viereckiger Fläche zum Schlagen und mit hölzernem Stiel
siehe auch Fäustel (1), Fausthammer, Bergeisen
Kollokationen:
in Koordination: Schlägel und Eisen
Beispiele:
[…][Der Fußballverein] Schalke geriert sich als Bergarbeiterverein. […] Auf vielen der Fanartikeln sind die gekreuzten Schlägel und Eisen aufgedruckt, das Symbol des Bergbaus. [Welt am Sonntag, 23.09.2018]
Zum Curriculum [der montanwissenschaftlichen Hochschule] gehörte die Arbeit vor Ort mit Schlägel und Eisen auf einer der zahlreichen Erzgruben des Freiberger Reviers. [Die Zeit, 21.05.2015]
In der rechten Hand den Schlägel, in der linken das Eisen, die Werkzeuge der Hauer. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2006]
Anfangs ist das Gestein ganz glatt: Hier haben die Knappen den Tunnel Zentimeter für Zentimeter herausgeschrämt, wie es in der Sprache der Bergleute heißt. Eine ganz eigene Technik: Mit Schlägel, Fäustl [sic!] und Ritzeisen schlug man sich Millimeter für Millimeter in den Berg hinein. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2005]
Doch da, wo einst Bergleute mühevoll mit Schlegel und Eisen große Hohlräume ins Gestein geschlagen hatten, wuchsen Tropfsteine aus den Wänden[…]. [Der Prignitzer, 30.05.2014] ungültige Schreibung
2.
hammerähnliches Schlagwerkzeug; Hammer (1) mit beidseitiger Bahn (5)
Beispiele:
Bildhauer und Steinmetze treiben mit Meißeln und Schlägeln Millimeter für Millimeter Gestein aus den Blöcken. [Berliner Zeitung, 15.05.1973]
[…] Fritz war jetzt ein stämmiger Bursche mit sicheren und kühnen Augen und hantirte [sic!] schon lange als Lehrling in seines Vaters Werkstatt; Lenkbeil und Schlägel standen ihm fix zur Hand[…]. [Storm, Theodor: Bötjer Basch. Berlin, 1887.]
Ging ein Gesell zur Herberge oder in die Kirche, so mußte er ein Stück seines Handwerkszeugs in der Hand haben, der Schmied einen Hammer, der Böttcher Beil oder Schlägel, der Tischler das Winkelmaß, der Schornsteinfeger die Krätze[…]. [Die Grenzboten. Jg. 36, 1877, I. Semester. II. Band.]
Es wurden 100 Schläge mit einem 24 Pfund schweren Vorschlaghammer oder Schlägel auf die obere Seite des vordern Endes des Schenkels geführt und dabei nach 12 oder 13 Schlägen der Schmied gewechselt. Die Biegung des Schenkels wurde alsdann gemessen und die Achse um die Hälfte gedreht, worauf diese Seite wiederum 100 Schläge erhielt. [Ueber hohle Eisenbahnachsen; von Hrn. J. E. Mac Connel. In: Polytechnisches Journal (Hg. Dr. Johann Gottfried Dingler), Jg. 1854/131, S. 108–114. Stuttgart, 1854.]
Nun schlägt man den etwas feuchten Sand stark zusammen um ihn fest zu machen und ihn gehörig zuzurichten. Dieß [sic!] geschieht mit breiten Schlägeln von dichtem, schwerem Holz, mit gehörig langem Stiel. [Ueber die Fabrication der Madura-Turbans; von D. Gonfreville. In: Polytechnisches Journal (Hg. Dr. Johann Gottfried Dingler), Jg. 1847/105, S. 204–212. Stuttgart, 1847.]
Mit einer Schürze und einem Schlegel ausgestattet, schlug sie elegant aber kräftig auf den Zapfhahn und nach dem zweiten Schlag, lief das flüssige Gold schon in die Krüge. [Mittelbayerische, 10.08.2019] ungültige Schreibung
3.
Holzstab mit einem runden oder abgerundeten Kopf aus Holz, Metall, Filz o. Ä., der meist paarweise bei verschiedenen Schlaginstrumenten verwendet wird
siehe auch Trommelstock, Klöppel (a)
Beispiele:
Unglaublich fantasievoll hat der Solo‑Pauker […] seine großen Aufgaben gelöst, mit Schlägeln aus Holz, Filz in verschiedenen Größen und Härten die Vielfarbigkeit seines Instruments gezeigt. [Berliner Zeitung, 17.05.2005]
Die Marimba ähnelt einem großen Xylofon, das die unterschiedlichsten Klangfarben von klar bis warm mit unterschiedlichen Schlägeln, Mallets genannt, erzeugen kann. [Rhein-Zeitung, 14.11.2019]
Weil er mit den damals verwendeten Trommelstöcken und Schlägeln nicht zufrieden war, baute er sich kurzerhand seine eigenen. »Es war nicht nur die Qualität der Schlagzeugstöcke, es war die fehlende Auswahl«, erinnerte er sich später. [Süddeutsche Zeitung, 29.07.2015]
Die »Pummerin« im Wiener Stephansdom bekommt in den nächsten Monaten einen neuen Klöppel. Der jetzige 800 Kilogramm schwere Schlägel soll durch einen leichteren ersetzt werden, um die Lebensdauer des gusseisernen Wahrzeichens zu verlängern[…]. Der Austausch des Klöppels, der künftig nur mehr 600 Kilogramm wiegen soll, ist die Folge eines Belastungstests, der 2007 durchgeführt wurde. Hergestellt wird der neue, drei Meter lange Schlägel in einer bayrischen Spezialschmiede. [Der Standard, 18.11.2010]
Die Notation des meist doppelt […] besetzten Idiophons erfolgt auf einer Linie ohne Schlüssel. Als Schlägel werden dicke Holzschlägel, Gummischlägel und solche mit Filz‑ und Kautschuckopf verwendet. [Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 9334]
Er schlug mit dem Schlegel drei Mal gegen das Metall [der Glocke] und zum ersten Mal erschallte der Klang über den Bergsteig. [Mittelbayerische, 19.05.2015] ungültige Schreibung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlegel · Schlägel · schlegeln · schlägeln
Schlegel m. ‘Schlagwerkzeug, Hammer, Klöppel, Trommelstock’, südd. ‘Keule’ (vom Schlachtvieh), ahd. slegil (9. Jh.), mhd. slegel ‘Werkzeug zum Schlagen, Keule, Flegel, schwerer Hammer’, auch ‘Ort, wo geschlagen wird, Schmiede, Schlachthaus’, wie ↗Hebel, ↗Würfel, ↗Zügel (s. d.) mit dem für die Bildung von Gerätebezeichnungen üblichen Suffix germ. -ila- zu dem unter ↗schlagen (s. d.) behandelten Verb. Durch orthographische Regelung (im 18. Jh.) davon unterschieden Schlägel m. ‘Fausthammer der Bergleute, Fäustel’ (16. Jh.). schlegeln, schlägeln Vb. ‘wiederholt (mit dem Schlegel) schlagen, hämmern, prügeln, sich schnell hin und her bewegen’, frühnhd. slegelen ‘sich schnell hin und her bewegen, zappeln, zucken’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schlegel · ↗Trommelstock
Synonymgruppe
Fäustel  ●  Schlegel  fachspr. · ↗Schlägel  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Streitkolben  ●  Schlegel  veraltet · ↗Schlägel  veraltet · Slegel  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schlegel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlegel‹.

Zitationshilfe
„Schlägel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schl%C3%A4gel#1>, abgerufen am 05.12.2020.

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Schlegel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlegels · Nominativ Plural: Schlegel
Aussprache  [ˈʃleːgl̩]
Worttrennung Schle-gel
Wortbildung  mit ›Schlegel‹ als Letztglied: ↗Gänseschlegel · ↗Hähnchenschlegel · ↗Hühnerschlegel
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Keule (2) vom Schlachtvieh, vom Geflügel oder von Wildtieren
Beispiele:
Beim Bresshuhn werden Brust, Schenkel und Flügel getrennt und unterschiedlich zubereitet: Das weiße Fleisch wird geröstet, der Schlegel lange im Ofen gegart und der Flügel vom Knochen befreit und vor dem Rösten pochiert. [Fränkischer Tag, 09.01.2009]
Im Mittelalter holte sich der Haager Graf Sigmund beim Papst persönlich die Erlaubnis, dass auch während der Fastenzeit mit Schmalz gebacken werden dürfe. »Und da bekanntlich die Herrschaften vom erlegten Reh den Schlegel und den Rücken aßen, blieb den armen Leuten nur das Ragout, kombiniert mit den Hauberlingen (= bayerisches Schmalzgebäck)«, so der Heimatkundler. [Münchner Merkur, 20.01.2020]
Manche Kunden möchten das Tier in der Decke – also unzerteilt am Stück, um es dann selbst zu zerwirken, wie der Fachausdruck lautet. Andere hätten das Fleisch gern küchenfertig als Schlegel oder Rückenstück, und auch das gibt’s direkt beim Jäger. [Fränkischer Tag, 07.12.2017]
Die Senioren freuen sich über Hirschgulasch, […] ein Schlegel sind umgerechnet 40 Fleischportionen und selbst die Knochen werden für Soßen verwendet. [Mittelbayerische, 12.10.2016]
Am Dienstag erhält die Zuger Polizei den Hinweis, ein Mann habe beim Rüssspitz ein Reh ausgeweidet. […] Tatsächlich findet der benachrichtigte Jagdaufseher unter Ästen und Laub versteckt ein totes Reh. Teile des Rückens sowie die Schlegel fehlen. [Luzerner Zeitung, 19.12.2008]
Zur üblichen Speisekarte kommen die pfälzische aber auch die überregionale Küche hinzu. Im Herbst dann spezielle Pilz‑ und Wildgerichte und später, im November Gänse, deren Schlegel mit Kastanien serviert werden. [Saarbrücker Zeitung, 24.04.2004]
Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr werden halbe Hähnchen, Schlegel und Flügel vom Grill mit frischen Salaten und Brot serviert. [Saarbrücker Zeitung, 26.05.2003]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlegel · Schlägel · schlegeln · schlägeln
Schlegel m. ‘Schlagwerkzeug, Hammer, Klöppel, Trommelstock’, südd. ‘Keule’ (vom Schlachtvieh), ahd. slegil (9. Jh.), mhd. slegel ‘Werkzeug zum Schlagen, Keule, Flegel, schwerer Hammer’, auch ‘Ort, wo geschlagen wird, Schmiede, Schlachthaus’, wie ↗Hebel, ↗Würfel, ↗Zügel (s. d.) mit dem für die Bildung von Gerätebezeichnungen üblichen Suffix germ. -ila- zu dem unter ↗schlagen (s. d.) behandelten Verb. Durch orthographische Regelung (im 18. Jh.) davon unterschieden Schlägel m. ‘Fausthammer der Bergleute, Fäustel’ (16. Jh.). schlegeln, schlägeln Vb. ‘wiederholt (mit dem Schlegel) schlagen, hämmern, prügeln, sich schnell hin und her bewegen’, frühnhd. slegelen ‘sich schnell hin und her bewegen, zappeln, zucken’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schlegel · ↗Trommelstock
Synonymgruppe
Fäustel  ●  Schlegel  fachspr. · ↗Schlägel  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Streitkolben  ●  Schlegel  veraltet · ↗Schlägel  veraltet · Slegel  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schlegel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlegel‹.

Zitationshilfe
„Schlegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlegel#2>, abgerufen am 05.12.2020.

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