Schlehe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlehe · Nominativ Plural: Schlehen
Aussprache
WorttrennungSchle-he
Wortbildung mit ›Schlehe‹ als Erstglied: ↗Schlehdorn
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
dorniger, weißblühender Strauch mit blauen herben Steinfrüchten, aus denen Mus und Wein bereitet wird, Schwarzdorn
Beispiel:
eine Hecke aus Schlehen
2.
Frucht von 1
Beispiele:
eine bittere Schlehe
Schlehen zu Wein keltern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlehe · Schlehdorn · Sliwowitz · Slibowitz
Schlehe f. Name für den im Frühjahr weiß blühenden Heckenstrauch und seine kleine, blaue, herb schmeckende Frucht, ahd. slēha (9. Jh.), mhd. slēhe, mnd. slē, mnl. nl. slee, aengl. slā(h), engl. sloe, schwed. slån weist auf germ. *slaihōn, eine Bildung mit ie. ko-Suffix zur Wurzel ie. *(s)lī-, *(s)ləi- ‘bläulich’. Eine andere Suffixbildung (ie. *(s)līu̯o-) setzen die außergerm. Verwandten lat. līvēre ‘bleifarbig, bläulich sein’, līvor ‘bläuliche Farbe’, air. ‘Farbe, Glanz’, akorn. lin, korn. lyw ‘Farbe, Glanz’, russ. slíva (слива), serbokr. šljìva ‘Pflaume’ (Baum und Frucht; vgl. Sliwowitz, s. unten) voraus. Die Benennung Schlehe (ursprünglich wohl nur Bezeichnung der Frucht) ist auf die blaue Farbe der Früchte zurückzuführen. Schlehdorn m. Bezeichnung für den mit Dornen besetzten Strauch, mhd. slē(h)dorn; vgl. aengl. slāhþorn. Sliwowitz, Slibowitz m. Pflaumenschnaps, entlehnt (19. Jh.) aus tschech. slivovice, slowen. slívovica, serbokr. šljivovica, abgeleitet von tschech. slowen. slίva, serbokr. šljìva ‘Pflaume’ (s. oben).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brombeere Hagebutte Holunder Weißdorn tagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlehe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die letzten Romane waren „Tage der Schlehen“ (1960) und „Strand“ (1963).
Die Zeit, 16.09.1966, Nr. 38
Ich hatte gegen den Durst eine bittere blaue Schlehe im Mund.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 8
Der Begriff Schlehe stammt ursprünglich aus dem Indogermanischen, bedeutet bläulich und bezieht sich auf die Farbe der Frucht.
Der Tagesspiegel, 04.10.2003
In seinem Aromenspektrum entfalten sich Schlehe, Brombeere, schwarze Johannisbeere, Aubergine und Oliven.
Die Welt, 30.04.2005
Ich fand ihn angelehnt an eine Birke inmitten kümmerlicher Büsche, Wacholder, Schlehen, Dorngestrüpp.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 134
Zitationshilfe
„Schlehe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlehe>, abgerufen am 18.10.2019.

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