Schleicher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schleichers · Nominativ Plural: Schleicher
Aussprache
WorttrennungSchlei-cher
Wortbildung mit ›Schleicher‹ als Erstglied: ↗schleicherisch
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend jmd., der kriecherisch und heuchlerisch auf Umwegen sein Ziel zu erreichen sucht
Beispiele:
ein listiger, verschlagener Schleicher
so ein Schleicher!
Daß diese Fülle der Gesichte / Der trockne Schleicher stören muß! [GoetheFaustI 521]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleichen · Schleichen · Schleicher · Schlich
schleichen Vb. ‘sich geräuschlos, langsam und unbemerkt fortbewegen’, ahd. slīhhan (9. Jh.; vgl. furislīhhan, 8. Jh.), mhd. slīchen ‘leise gleitend gehen, feierlich schreiten’, mnd. slīken führen mit isl. slíkja ‘glätten’, den unter ↗Schlick (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit griech. lígdēn (λίγδην) ‘oberflächlich berührend, streifend’, lígdos (λίγδος) ‘Reibstein, Mörser’, air. fosligim ‘beschmiere’, aslaw. slьzъkъ, russ. (landschaftlich) slízkij (слизкий) ‘schlüpfrig, glatt, schleimig’ auf ie. *(s)leig̑- ‘schleimig, gleiten, glätten’ (s. ↗schlecht, ↗schlicht), eine Erweiterung der auch anlautendes s- aufweisenden Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ (s. ↗Schleim, ↗Leim, ↗Lehm). Schleichen Plur. in der zoologischen Fachsprache (Oken 1816) durch Kürzung von Blindschleiche (s. ↗blind) gebildete Bezeichnung für eine Familie meist schlangenförmiger Echsen. Schleicher m. ‘wer schleicht’, mhd. slīchære; übertragen ‘Heuchler, Leisetreter’ (17. Jh.). Schlich m. ‘schleichende Bewegung, geheimer Pfad’, daher auch ‘List, Kniff’, vgl. die Schliche (‘die geheimen Pfade, Listen, Kniffe’) kennen (17. Jh.), jmdm. hinter die Schliche kommen (18. Jh.), ahd. slih ‘verborgener Weg, Spur’ (um 1000), mhd. slich ‘leise gleitender Gang, Schleichweg, Zug, Spur, List’, ablautende Abstraktbildung zum Verb.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autobahn Drängler General Linksfahrer OECD-Bildungsexperte OECD-Experte Raser Reichskanzler Vorstandsvorsitzende trocken Österreicher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schleicher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb halte ich die Kritik von Herrn Schleicher für nicht gerechtfertigt.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.2004
Niemand hatte den General von Schleicher in eine politische Funktion gewählt, nirgendwo trug er öffentliche Verantwortung.
Der Spiegel, 10.01.1983
Unter denen, die getötet wurden, befand sich Herr von Schleicher, der einer Ihrer politischen Gegner war, und seine Frau.
o. A.: Vierundachtzigster Tag. Montag, 18. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2109
Wir alle waren etwas überrascht über diese Äußerung von Schleicher; aber sie war so begründet, daß man sie als richtig annehmen mußte.
o. A.: Einhundertdreiundsechzigster Tag. Dienstag, 25. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11565
Ich habe unmittelbar nach dieser Besprechung in Köln Herrn von Schleicher einen Brief geschrieben, der am nächsten Morgen in seinen Händen sein mußte.
o. A.: Einhundertfünfundfünfzigster Tag. Freitag, 14. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24171
Zitationshilfe
„Schleicher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleicher>, abgerufen am 15.10.2019.

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