Schleicher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schleichers · Nominativ Plural: Schleicher
Aussprache 
Worttrennung Schlei-cher
Wortzerlegung schleichen -er
Wortbildung  mit ›Schleicher‹ als Erstglied: schleicherisch
eWDG

Bedeutung

abwertend jmd., der kriecherisch und heuchlerisch auf Umwegen sein Ziel zu erreichen sucht
Beispiele:
ein listiger, verschlagener Schleicher
so ein Schleicher!
Daß diese Fülle der Gesichte / Der trockne Schleicher stören muß! [ GoetheFaustI 521]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleichen · Schleichen · Schleicher · Schlich
schleichen Vb. ‘sich geräuschlos, langsam und unbemerkt fortbewegen’, ahd. slīhhan (9. Jh.; vgl. furislīhhan, 8. Jh.), mhd. slīchen ‘leise gleitend gehen, feierlich schreiten’, mnd. slīken führen mit isl. slíkja ‘glätten’, den unter Schlick (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit griech. lígdēn (λίγδην) ‘oberflächlich berührend, streifend’, lígdos (λίγδος) ‘Reibstein, Mörser’, air. fosligim ‘beschmiere’, aslaw. slьzъkъ, russ. (landschaftlich) slízkij (слизкий) ‘schlüpfrig, glatt, schleimig’ auf ie. *(s)leig̑- ‘schleimig, gleiten, glätten’ (s. schlecht, schlicht), eine Erweiterung der auch anlautendes s- aufweisenden Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ (s. Schleim, Leim, Lehm). Schleichen Plur. in der zoologischen Fachsprache (Oken 1816) durch Kürzung von Blindschleiche (s. blind) gebildete Bezeichnung für eine Familie meist schlangenförmiger Echsen. Schleicher m. ‘wer schleicht’, mhd. slīchære; übertragen ‘Heuchler, Leisetreter’ (17. Jh.). Schlich m. ‘schleichende Bewegung, geheimer Pfad’, daher auch ‘List, Kniff’, vgl. die Schliche (‘die geheimen Pfade, Listen, Kniffe’) kennen (17. Jh.), jmdm. hinter die Schliche kommen (18. Jh.), ahd. slih ‘verborgener Weg, Spur’ (um 1000), mhd. slich ‘leise gleitender Gang, Schleichweg, Zug, Spur, List’, ablautende Abstraktbildung zum Verb.

Typische Verbindungen zu ›Schleicher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schleicher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schleicher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand hatte den General von Schleicher in eine politische Funktion gewählt, nirgendwo trug er öffentliche Verantwortung. [Der Spiegel, 10.01.1983]
Deshalb halte ich die Kritik von Herrn Schleicher für nicht gerechtfertigt. [Süddeutsche Zeitung, 15.09.2004]
Anders als der finnische Partner hofft Schleicher auf den ersten Auftrag. [Süddeutsche Zeitung, 26.09.2001]
Ein Problem sind allerdings die Schleicher auf der linken Spur. [Bild, 11.03.2005]
Der Witz mit dem General Schleicher war so gut, daß ich versuchen werde, ihn drucken zu lassen. [Tucholsky, Kurt: An Rudolf Leonhard, 28.11.1931. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 9850]
Zitationshilfe
„Schleicher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleicher>.

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