Schleifer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schleifers · Nominativ Plural: Schleifer
Aussprache
WorttrennungSchlei-fer (computergeneriert)
Wortzerlegungschleifen2-er
Wortbildung mit ›Schleifer‹ als Letztglied: ↗Bandschleifer · ↗Diamantenschleifer · ↗Diamantschleifer · ↗Glasschleifer · ↗Scherenschleifer · ↗Schwingschleifer · ↗Steinschleifer · ↗Trennschleifer · ↗Winkelschleifer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Facharbeiter, der etw. schleift
Beispiele:
der Schleifer schärft ein Beil
der Schleifer bedient die Schleifmaschine
2.
Soldatensprache militärischer Vorgesetzter in einer Armee, der seine Soldaten mit äußerster, schonungsloser Härte und Schikane ausbildet, drillt
Beispiel:
[Feldwebel Knopf] der Schleifer vieler Generationen unglücklicher Rekruten [RemarqueSchwarzer Obelisk237]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter ↗Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch ↗Lehm, ↗Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Schleifer · Schleifkopf · ↗Schleifmittel · ↗Schleifscheibe · ↗Trennscheibe
Assoziationen
  • Flachschleifmaschine · Innenrundschleifmaschine · Rundschleifmaschine · ↗Schleifmaschine
Zoologie
Synonymgruppe
Libelle  ●  Augenstecher  veraltet · Schleifer  veraltet · ↗Wasserjungfer  veraltet · Odonata  fachspr. · Schillebold  ugs. · Schillerbold  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armee Händler Image Ruf Thriller gelernt gnadenlos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schleifer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin ist der als sogenannter "Schleifer" bekannte Coach schon der dritte Übungsleiter in nur zehn Monaten.
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2001
Doch die Frage stört ihn, das Image des "Schleifers" stört ihn.
Die Welt, 28.12.1999
Coward arbeitete als Sohn eines Schleifers bis in seine frühen zwanziger Jahre in Messerschmiedewerkstätten in Sheffield und wurde dann Lehrer.
Arnold, Denis: Coward. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 19430
B. wurde als Sohn eines Schleifers geboren, er besuchte die Volksschule, erlernte ebenfalls den Beruf des Schleifers und arbeitete in diesem Beruf bis 1925.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - B. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 15822
Aus dem Jahre 1712 hat sich eine Namensliste der Porzellanmanufaktur erhalten, in der auch Glasschneider und Schleifer angeführt sind.
Schade, Günter: Deutsches Glas, Leipzig: Koehler & Amelang 1968, S. 96
Zitationshilfe
„Schleifer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleifer>, abgerufen am 13.11.2019.

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