Schleifstein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchleif-stein (computergeneriert)
Wortzerlegungschleifen2Stein
eWDG, 1976

Bedeutung

Stein zum Schleifen, Wetzstein
Beispiele:
ein Messer am Schleifstein schärfen
die Sichel am Schleifstein wetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter ↗Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch ↗Lehm, ↗Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schleifstein · ↗Wetzstein
Synonymgruppe
Mahlstein · Schleifstein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Goldklumpen rotierend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schleifstein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Endlich bringen sie ihre Schleifsteine in Bewegung, setzen große rostige Messer an, und ein scharf ätzender Klang erfüllt den Raum, aufreizend fordernd.
Süddeutsche Zeitung, 24.09.1997
Sie wird ihm das Bein durchbohren und einen schweren Schleifstein daran schrauben.
Die Zeit, 01.06.2009, Nr. 22
Wie oft hatte sie Nikolai daran gemahnt, daß er nicht vergessen sollte, den Schleifstein aus dem Wege zu räumen!
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 190
Liebeneiner hatte eine ungeübte Stimme, denn seit langen Jahren war er nur dazu gekommen, seinen Schleifstein singen zu lassen.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 445
Er humpelte zum Schleifstein, zog einen Hebel und begann die Axt zu schärfen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 183
Zitationshilfe
„Schleifstein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleifstein>, abgerufen am 17.10.2019.

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