Schleim, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schleim(e)s · Nominativ Plural: Schleime
Aussprache
Wortbildung mit ›Schleim‹ als Erstglied: ↗Schleimabsonderung · ↗Schleimbeutel · ↗Schleimdrüse · ↗Schleimgärung · ↗Schleimhaut · ↗Schleimscheißer · ↗Schleimsuppe · ↗schleimabsondernd · ↗schleimlösend
 ·  mit ›Schleim‹ als Letztglied: ↗Graupenschleim · ↗Haferschleim · ↗Magenschleim · ↗Mundschleim · ↗Nasenschleim · ↗Reisschleim · ↗Urschleim
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
zähe, klebrige Flüssigkeit, die von Drüsen, Zellen abgesondert wird
Beispiele:
der Schleim im Magen, in der Nase
der Schleim von Schnecken, Pilzen
Schleim absondern, aushusten
abwertend, übertragen heuchlerisches, liebedienerisches Geschwätz
Beispiel:
Ob Mylord sich wirklich einbildet, mit diesem lobhudlerischen Schleim die Wachsamkeit seiner beiden Beisitzer ... zudecken zu können? [ZuchardtNarr367]
2.
sämiger Brei
Beispiele:
ein dicker, süßer Schleim
ein Schleim aus Hafermehl, Reis
einem Säugling, Kranken Schleim geben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schleim · schleimen · schleimig
Schleim m. ‘zähe, schlierige, schmierige Flüssigkeit’, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. slīm ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit, schmierige Substanz, Vogelleim’, mnd. aengl. anord. slīm, mnl. nl. slijm, engl. slime (germ. *slīma-) und (ablautend) schwed. slem (germ. *slaima-) lassen sich mit ahd. slīmen ‘glatt machen, schärfen’ (9. Jh.), air. slemun ‘glatt, schlüpfrig’, griech. lé͞imāx (λείμαξ), lat. līmāx, russ. (landschaftlich) slimák (слимак) ‘Schnecke’ sowie mit aslaw. slina, russ. (älter) slína (слина), lett. slienas (Plur.) ‘Speichel’ als Bildungen mit Nasalsuffix auf eine mit s-Anlaut versehene Variante der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ zurückführen (s. ↗Schlei, ↗schleifen und ↗Leim). Als älteste Bedeutung ist ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit’ anzunehmen. Die ältere Medizin bezeichnet mit Schleim nicht nur die gesunden Absonderungen der Schleimhäute, sondern auch dickes Blut, Eiter und dgl. (17. Jh.). schleimen Vb. ‘Schleim absondern, von Schleim reinigen’ (17. Jh.). schleimig Adj. ‘voller Schleim, schleimartig’, mhd. slīmec, slīmic ‘schleimig, klebrig, schlammig’.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Schleim  ●  Mucus  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Becherzelle · Goblet-Zelle

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absonderung Atemweg Blut Bronchie Eiter Galle Gebärmutterhals Keim Kot Lunge Rotz Schlamm Sekret Speichel Urin abfließen abgesondert absaugen absondern giftig klebrig quellen spucken tropfen verflüssigen verkleben verstopfen zäh zähflüssig überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schleim‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber Mark hat sich am eigenen Schleim verschluckt, deshalb schwamm er so schlecht.
Der Tagesspiegel, 13.11.2000
Häuser, Straßen, Bäume - alles war mit einem zähen gelben Schleim überzogen.
Süddeutsche Zeitung, 25.10.1995
Sie sahen nicht gut aus; es war nicht so einfach, durch das Fenster zu sehen, aber ich glaube, sie hatten etwas Schleim um den Mund.
o. A.: Fünfundvierzigster Tag. Dienstag, 29. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21293
Da fliegt auch schon gelber Schleim über ihren Kopf auf die Dielen.
Greßhöner, Marie: Mehlgast. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 384
Deine Mutter ist jeden Tag gekommen, anfangs zweimal am Tag, und hat ihm den Schleim abgesaugt.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 141
Zitationshilfe
„Schleim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleim>, abgerufen am 16.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schleifwerkzeug
Schleifung
Schleifstein
Schleifspur
Schleifscheibe
Schleim absondernd
Schleim lösend
schleimabsondernd
Schleimabsonderung
Schleimbeutel