Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schlemihl

Worttrennung Schle-mihl
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich jmd., dem (durch eigene Dummheit) alles misslingt; Pechvogel
2.
landschaftlich, umgangssprachlich Schlitzohr
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlemihl m. ‘unbeholfener, einfältiger Mensch, Dümmling’, aber auch ‘verschmitzte, durchtriebene Person, Schlitzohr’, literarisch (durch Chamisso) ‘Pechvogel’, aus dem Rotw. (19. Jh.), entsprechend jidd. schlemiel ‘ungeschickte Person’, vielleicht nach dem Namen (bibl.) Schelumiël (4. Mos. 1, 6, Luther), hebr. Šᵉlumiʾēl.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unglücksmensch  ●  Pechmarie  weibl. · (jemand) zieht Unglück an  ugs., auch ironisch · Pechvogel  ugs., Hauptform · Schlemihl  geh. · Unglücksrabe  ugs. · Unglücksvogel  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Schlemihl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über ihre Schatten wollen die vereinigten Schlemihle, die angeblich keinen haben, niemals springen. [Die Zeit, 24.02.1992, Nr. 08]
Napoleon kehrte von Elba zurück; und Schlemihl wurde seines Lebens ohne Schatten nicht froh. [Die Welt, 08.01.2003]
Ihr jüngster Sohn Emil ist ein lebensuntüchtiger Schlemihl, schrullig und ständig in Geldnöten. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.1995]
Dass nun ausgerechnet er, ein Schlemihl und fröhlicher Opportunist, sie alle überlebt hat, findet er irgendwie ungerecht, aber auch erfreulich. [Die Zeit, 22.02.2010, Nr. 08]
Das symphonische Lebensbild "Schlemihl", das gegen Weihnachten des Jahres 1912 seine Uraufführung erlebte, füllte den zweiten Teil. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 20.03.1918]
Zitationshilfe
„Schlemihl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlemihl>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schleiße
Schleimzelle
Schleimsuppe
Schleimstoff
Schleimspur
Schlemm
Schlemmer
Schlemmerei
Schlemmerfilet
Schlemmerleben