Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schlepptau, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Schlepp-tau
Wortzerlegung schleppen Tau2

Bedeutungsübersicht+

  1. Tau zum Schleppen eines Fahrzeugs
    1. [umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich] ...
    2. [umgangssprachlich, abwertend] ...
eWDG

Bedeutung

Tau zum Schleppen eines Fahrzeugs
Beispiele:
das Schlepptau spannt sich, reißt
ein Schlepptau an einem Boot befestigen
der Dampfer nahm die Kähne ins Schlepptau (= zog sie damit)
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
er erschien mit allen seinen Bekannten im Schlepptau (= in seinem Gefolge)
umgangssprachlich, abwertend
Beispiele:
in jmds. Schlepptau (= Abhängigkeit) geraten
Sie [die Bourgeoisie] wollte die Arbeiter einfach ins Schlepptau nehmen (= wollte die Arbeiter nach ihrem Willen lenken) [ MehringDt. Geschichte221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleppen · schleppend · Schleppe · Schlepper · Schlepptau
schleppen Vb. ‘auf dem Boden nachziehen, mühsam forttragen, fortziehen’, reflexiv ‘sich mit Anstrengung bewegen’. Mnd. slēpen ‘schleppen, schleifen’, die nd. Form des unter schleifen2 (s. d.) behandelten Verbs, wird im 13. Jh. in die Sprache der Deutschordensliteratur übernommen (vielleicht schon damals mit Kürzung des Stammvokals) und über das Md. weiter verbreitet. – schleppend Part.adj. ‘langsam, ohne Schwung’ (vgl. mnd. slēpen in seinen Bedeutungen ‘langsamen Schrittes gehen’, übertragen ‘langsamen Fortgang haben’), z. B. schleppendes Geschäft (17. Jh.), schleppende Schreibart, Sprache (18. Jh.), schleppender Gang (19. Jh.). Schleppe f. ‘hinten lang auslaufender Teil eines Rockes, Kleides’ (17. Jh.), unter lautlicher Anlehnung an das Verb aus nd. Slēpe, Sleep (vgl. mnd. slēpehoyke ‘langer, schleppender Mantel’). Die Mode, eine Schleppe zu tragen, entsteht im 12. Jh., dafür mhd. swanz, swenzelīn, swenzel ‘Schleppe, Schleppkleid’. Schlepper m. ‘wer schleppt’ (17. Jh.), ‘Schlepptau’ (18. Jh.), ‘Schiff, das andere (stromaufwärts) zieht, Schleppdampfer’ (19. Jh.), ‘Traktor’ (20. Jh.), nd. Slepper. Schlepptau n. ‘Tau zum Ziehen von Schiffen, von Lasten’ (18. Jh.); jmdn. ins Schlepptau nehmen ‘sich jmds. annehmen, ihm helfen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(im) Schlepptau · Anhang · Begleitperson · Begleitung · Entourage · Eskorte · Gefolge (eines Prominenten) · Gefolgschaft · Gefolgsleute · Tross  ●  Hofstaat  veraltet, ironisch · (jemandes) Jungs  ugs. · (jemandes) Leute  ugs. · (jemandes) Mädels  ugs. · Hofschranze  geh., veraltet · Höfling  geh., veraltet · Schranze  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schlepptau‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlepptau‹.

Bund-futures Fiskalpolitik Konjunktur Sp Us-börse geraten

Verwendungsbeispiele für ›Schlepptau‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In seinem Schlepptau ziehen wir sicher durch die Spanischen Viertel. [Die Zeit, 08.03.1996, Nr. 11]
Wenn wir es nicht benutzen, benutzt es der andere; so sind wir im Schlepptau. [konkret, 1983]
Mit dem niederländischen Meister im Schlepptau ging er in den letzten Berg. [Die Zeit, 28.08.2011 (online)]
Bei Fred’s kaufen die Teenager gelegentlich mit der Mama im Schlepptau. [Die Zeit, 21.05.1993, Nr. 21]
Schließlich steigt er aus – in ein Boot, das ins Schlepptau genommen wird. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 11]
Zitationshilfe
„Schlepptau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlepptau>.

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