Schleuder, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schleuder · Nominativ Plural: Schleudern
Aussprache
WorttrennungSchleu-der
Wortbildung mit ›Schleuder‹ als Letztglied: ↗Dreckschleuder · ↗Honigschleuder · ↗Keimschleuder · ↗Schneeschleuder · ↗Speerschleuder · ↗Spritschleuder · ↗Steinschleuder · ↗Trockenschleuder · ↗Wäscheschleuder
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Wurfgerät zum Schleudern von Steinen, Bleikugeln
Beispiel:
die Jungen schossen mit Schleudern auf Spatzen
historisch Wurfwaffe
2.
Gerät zum Herausschleudern von Flüssigkeiten aus einem Flüssigkeitsgemisch oder aus festen Stoffen, Zentrifuge
Beispiel:
Honig mit der Schleuder gewinnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schleuder · schleudern · verschleudern
Schleuder f. ‘Wurfgerät, mittelalterliche Belagerungsmaschine’, frühnhd. slewder, schleuder (15. Jh., letzteres von Luther in die Literatursprache aufgenommen), (ohne Umlaut) sluder, schluder (15. Jh.), mnd. slūder, (diphthongiert) slauder (15. Jh.), Schlauder (16. Jh.) führen mit ↗schludern und ↗schlottern (s. d.) auf ie. *(s)leut-, *(s)lūt-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. ↗schlummern). Heute steht Schleuder (der Bedeutung des Verbs folgend) vorwiegend für ‘Zentrifuge’, besonders als Kurzform von Wäscheschleuder. schleudern Vb. ‘mit einer Schleuder, mit Schwung werfen, schlenkern’, mhd. slūdern ‘schlenkern’, in älterer Sprache auch slawdern (15. Jh.), schlūdern, schlaudern (16. Jh.). verschleudern Vb. ‘Ware unter dem Preis verkaufen’ (18. Jh.), zuvor dafür das Simplex schleudern (17. Jh.).

Thesaurus

Automobil
Synonymgruppe
Schrottwagen  ●  altes Auto  Hauptform · ↗(alte) Klapperkiste  ugs. · ↗(alte) Mühle  ugs. · Abwrackkarre  ugs. · ↗Karre  ugs. · ↗Klapperkiste  ugs. · ↗Nuckelpinne  ugs. · ↗Rostbeule  ugs. · ↗Rostlaube  ugs. · Schleuder  ugs. · ↗Schrottauto  ugs. · Schrottbüchse  ugs. · ↗Schrottfahrzeug  ugs. · ↗Schrotthaufen  ugs. · ↗Schrottkarre  ugs. · ↗Schrottkiste  ugs. · ↗Schrottmühle  ugs. · ↗Schüssel  ugs. · alte Blechkiste  ugs. · fahrbarer Schrotthaufen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (völlig) kaputt · ↗baufällig · ↗entzwei · ↗irreparabel · ↗marode · nicht mehr zu gebrauchen · ↗unbrauchbar · vernichtet · zerbrochen · ↗zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  aus dem Leim gegangen  ugs. · ↗auseinander  ugs. · geschrottet  ugs. · ↗hin  ugs. · ↗hinüber  ugs. · im Arsch  derb · im Eimer  ugs. · reif für den Sperrmüll  ugs. · reif für die Tonne  ugs. · schrottig  ugs. · völlig hinüber  ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen  ugs. · ↗zuschanden  geh., veraltend
  • altes Teil  ●  ↗altgedient  fig. · ↗(alte) Gurke  ugs. · (altes) Möhrchen  ugs. · (schon) einige Jahre auf dem Buckel haben  ugs. · (schon) einige Jährchen auf dem Buckel haben  ugs. · altes Schätzchen  ugs. · olle Möhre  ugs., regional · voll die Möhre  ugs., jugendsprachlich
  • Kalesche · ↗Karosse  ●  ↗Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · ↗Flitzer  ugs. · ↗Flunder  ugs., fig. · ↗Hobel  ugs., fig. · ↗Karre  ugs., fig. · ↗Kiste  ugs., fig. · ↗Kutsche  ugs. · Schleuder  ugs., fig. · ↗Schlitten  ugs., fig. · ↗Schüssel  ugs., fig.
Automobil
Synonymgruppe
Kalesche · ↗Karosse  ●  ↗Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · ↗Flitzer  ugs. · ↗Flunder  ugs., fig. · ↗Hobel  ugs., fig. · ↗Karre  ugs., fig. · ↗Kiste  ugs., fig. · ↗Kutsche  ugs. · Schleuder  ugs., fig. · ↗Schlitten  ugs., fig. · ↗Schüssel  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Blide · Schleuder · Tribock · Tribok  ●  Trebuchet  franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Gambel · Kreuzbergschleuder · Schlatsche · Schlatte · Schleuder · Spatzenschießer · Zwackel · Zwistel · Zwockel · Zwuschel  ●  Katschi  berlinerisch · ↗Steinschleuder  süddt. · Fletsche  ugs. · Flitsch(e)  ugs. · ↗Katapult  ugs. · Katsch(e)  ugs. · ↗Zwille  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Schleuder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich steige auf einen Baum, baue mir eine Schleuder und schlage Fenster damit ein.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 109
Anders verhält es sich bei den Jagdwaffen Schleuder und Schlingen.
Heine, Peter: Jagdtiere. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 711
Mit Hilfe einer besonderen Sehne wurde auch mit kleinen Lehmkugeln geschossen; die Schleuder scheinen die Chinesen nicht gekannt zu haben.
Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22274
Auch kommen Wagen, Pflüger mit Rindern, ferner Sensen, Eggen, Beile, Lanzen, Schleudern und Tierfallen vor.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11979
Wir beten darum, daß David möglichst rasch die Schleuder aus der Hand legen und wieder zur Harfe greifen kann.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1994]
Da die gestreckten Arme ja die Verlängerung der Schleuder sein sollen, wird beim Beugen also die Fliehkraft geringer.
Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 126
Zitationshilfe
„Schleuder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schleuder>, abgerufen am 23.01.2020.

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