Schließer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schließers · Nominativ Plural: Schließer
Aussprache
WorttrennungSchlie-ßer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schließer‹ als Erstglied: ↗Schließerin  ·  mit ›Schließer‹ als Letztglied: ↗Gefängnisschließer · ↗Logenschließer · ↗Türschließer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Pförtner, Türschließer
2.
Gefängnisschließer
Beispiel:
Ab und zu wurde draußen das Guckloch geöffnet / und der wachthabende Schließer / sah zu uns hinein [P. WeissErmittlung26]
3.
Vorrichtung zum Schließen
Beispiel:
der Schließer an der Tür musste repariert werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schließen · Schließer · schließlich
schließen Vb. ‘durch eine Vorrichtung (wie Pflock, Riegel, Schloß, Deckel, Knopf, Haken u. dgl.) zumachen’, ahd. slioʒan ‘verschanzen’? (9. Jh.; vgl. intslioʒan ‘aufschließen, öffnen’, 8. Jh.), mhd. slieʒen ‘(ver)schließen, umfassen, (zusammen)fügen, aneinander befestigen’ (germ. *sleutan), asächs. -slūtan, mnd. mnl. slūten, nl. sluiten, afries. slūta (germ. *slūtan), dem Nordgerm. und Ostgerm. fehlend. Wenn germ. *sleut- mit Konsonantenerleichterung aus ie. *skleud- hervorgegangen ist, sind (ohne anlautendes s-) vergleichbar lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, hindern’, (mit k-Suffix) aslaw. kl’učь, russ. ključ (ключ) ‘Schlüssel’, kljuká (клюка) ‘Krücke, Krummstab’, serbokr. kljȕka ‘Haken, Schlüssel, Klammer’ und (mit -āu- statt -ē̌u-) griech. klé͞is, Genitiv kleidós (κλείς, κλειδός), älter klḗs (κλῄς) ‘Pflock, Ruderpflock, Querriegel, Haken, Schlüssel, Schlüsselbein’, lat. claudere (clausum) ‘verschließen, zusperren’, clāvus ‘Nagel, Pflock’, clāvis ‘Schlüssel, Riegel’, air. clō ‘Nagel’. Daraus ergibt sich eine Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ (wozu auch ↗Los, s. d.). Als Grundbedeutung ist wohl ‘Pflock’ (als ältestes Mittel zum Verschließen), verbal ‘einen Pflock einlegen und damit zumachen’, anzunehmen. Schließer m. ‘Pförtner, wer abschließt’ (17. Jh.); vgl. mnd. slūter (14. Jh.). schließlich Adj. ‘endlich, abschließend, am Schluß’ (16. Jh.), als Adverb schließentlich, schließlichen (16. Jh.), schließlich (17. Jh.). S. dazu auch ↗Schluß, ↗Schloß und ↗Schlüssel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gefangenenwärter · ↗Gefängniswärter · ↗Kerkermeister · Schließer · ↗Wärter  ●  Justizvollzugsbeamter  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Schließer · Schließerkontakt
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem muß es auch Schließer geben, die daran beteiligt sind.
Die Zeit, 17.05.1985, Nr. 21
Es war einer der wenigen Fälle, an die sich der angeklagte Schließer erinnern konnte.
Die Welt, 26.05.1999
Arbogast begann sich an den Rhythmus der Schließer zu gewöhnen.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 57
Von der Stärke der Schließer aber hängt in erster Linie die Kraft des Kieferschlusses ab.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 304
Wenn nötig, kann man es bei dem Schließer oder der Schließerin leihen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 196
Zitationshilfe
„Schließer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schließer>, abgerufen am 23.04.2019.

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