Schliff, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schliff(e)s · Nominativ Plural: Schliffe
Aussprache
Wortbildung mit ›Schliff‹ als Letztglied: ↗Brillantschliff · ↗Dünnschliff · ↗Facettenschliff · ↗Feinschliff · ↗Glasschliff · ↗Gletscherschliff · ↗Hohlschliff · ↗Holzschliff · ↗Sandschliff · ↗Spezialschliff
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Schleifen, Glätten
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
der Schliff eines Edelsteins erfordert große Geschicklichkeit
2.
durch Schleifen geschaffene (glatte, glänzende) Form der Oberfläche
Beispiele:
der schöne Schliff eines Diamanten, einer Kristallschale
die Schliffe in den steilen Wänden des Berges sind das Werk eines Gletschers am Ende der Eiszeit
3.
Glätte, Geschliffenheit, Vollkommenheit
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
der Schliff seiner Ausdrucksweise machte auf alle großen Eindruck
einer Sache den letzten Schliff gebenetw. bis in feinste Einzelheiten ausarbeiten, gestalten
Beispiele:
dem Auto, Neubau wurde nun der letzte Schliff gegeben
das Schiff erhielt in der Werft den letzten Schliff
umgangssprachlich, übertragen gutes Benehmen
Beispiele:
er hat keinen Schliff
ihm fehlt der Schliff
jmdm. den letzten Schliff geben, beibringen
den letzten Schliff bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter ↗Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch ↗Lehm, ↗Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schliff  ●  ↗Finish  fachspr.
Synonymgruppe
Schleifen · Schliff
Unterbegriffe
  • Glasschleifen · Glasschleiferei
Synonymgruppe
(eine) gute Erziehung genossen haben · (eine) gute Kinderstube (genossen haben) · (sich) zu benehmen wissen · ↗Anstand · ↗Benehmen · ↗Benimm · ↗Chic · ↗Etikette · ↗Höflichkeit · ↗Manieren · Schliff · ↗Stil · ↗Umgangsform · Umgangsformen · feine Sitte · gut erzogen · gute Umgangsformen · gutes Benehmen · gutes Betragen  ●  ↗Galanterie  geh.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Belag Diamant Glanz Gravur Klinge Reinheit Ski Tour de France Wachs akademisch allerletzt beibringen bekommen erhalten fein gesellschaftlich glatt handwerklich holen ideologisch intellektuell letzt nötig professionell rhetorisch sprachlich stilistisch verleihen verpassen weltmännisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schliff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier fehlte mindestens der letzte Schliff, der Intonation die Reinheit, dem Forte der Klang.
Der Tagesspiegel, 03.11.1998
Erst diese Funktionen geben den letzten Schliff an glaubwürdigen Bewegungen.
C't, 1995, Nr. 3
Auch wurde das L. als Überfangglas verarbeitet und durch Schliff veredelt.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 28597
Hier erhalten sie einen feinen Schliff mit verhältnismäßig wenig Grat.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 394
Gesellschaftlicher Schliff übertüncht Schroffheiten und wird dazu benutzt, den wahren Charakter zu verbergen.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 255
Zitationshilfe
„Schliff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schliff#1>, abgerufen am 19.02.2020.

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Schliff, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schliff(e)s · Nominativ Plural: Schliffe
eWDG, 1976

Bedeutung

ostmitteldeutsch unausgebackene, klitschige Stelle im Brot oder in anderem Backwerk
Beispiel:
er hat Schliff gebacken
salopp, übertragen Schliff backenMisserfolg haben, scheitern
Beispiele:
damit hast du gründlich Schliff gebacken
mit einem solchen Vorschlag wirst du bei ihm Schliff backen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter ↗Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch ↗Lehm, ↗Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schliff  ●  ↗Finish  fachspr.
Synonymgruppe
Schleifen · Schliff
Unterbegriffe
  • Glasschleifen · Glasschleiferei
Synonymgruppe
(eine) gute Erziehung genossen haben · (eine) gute Kinderstube (genossen haben) · (sich) zu benehmen wissen · ↗Anstand · ↗Benehmen · ↗Benimm · ↗Chic · ↗Etikette · ↗Höflichkeit · ↗Manieren · Schliff · ↗Stil · ↗Umgangsform · Umgangsformen · feine Sitte · gut erzogen · gute Umgangsformen · gutes Benehmen · gutes Betragen  ●  ↗Galanterie  geh.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Belag Diamant Glanz Gravur Klinge Reinheit Ski Tour de France Wachs akademisch allerletzt beibringen bekommen erhalten fein gesellschaftlich glatt handwerklich holen ideologisch intellektuell letzt nötig professionell rhetorisch sprachlich stilistisch verleihen verpassen weltmännisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schliff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier fehlte mindestens der letzte Schliff, der Intonation die Reinheit, dem Forte der Klang.
Der Tagesspiegel, 03.11.1998
Erst diese Funktionen geben den letzten Schliff an glaubwürdigen Bewegungen.
C't, 1995, Nr. 3
Auch wurde das L. als Überfangglas verarbeitet und durch Schliff veredelt.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 28597
Hier erhalten sie einen feinen Schliff mit verhältnismäßig wenig Grat.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 394
Gesellschaftlicher Schliff übertüncht Schroffheiten und wird dazu benutzt, den wahren Charakter zu verbergen.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 255
Zitationshilfe
„Schliff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schliff#2>, abgerufen am 19.02.2020.

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