Schliff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schliff(e)s · Nominativ Plural: Schliffe
Aussprache  [ʃlɪf]
Wortbildung  mit ›Schliff‹ als Erstglied: Schliff-Fläche · Schlifffläche  ·  mit ›Schliff‹ als Letztglied: Brillantschliff · Dünnschliff · Facettenschliff · Feinschliff · Glasschliff · Gletscherschliff · Hohlschliff · Holzschliff · Sandschliff · Spezialschliff
Mehrwortausdrücke  letzter Schliff
eWDG

Bedeutungen

1.
das Schleifen, Glätten
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
der Schliff eines Edelsteins erfordert große Geschicklichkeit
2.
durch Schleifen geschaffene (glatte, glänzende) Form der Oberfläche
Beispiele:
der schöne Schliff eines Diamanten, einer Kristallschale
die Schliffe in den steilen Wänden des Berges sind das Werk eines Gletschers am Ende der Eiszeit
3.
Glätte, Geschliffenheit, Vollkommenheit
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
der Schliff seiner Ausdrucksweise machte auf alle großen Eindruck
einer Sache den letzten Schliff geben (= etw. bis in feinste Einzelheiten ausarbeiten, gestalten)
Beispiele:
dem Auto, Neubau wurde nun der letzte Schliff gegeben
das Schiff erhielt in der Werft den letzten Schliff
umgangssprachlich, übertragen gutes Benehmen
Beispiele:
er hat keinen Schliff
ihm fehlt der Schliff
jmdm. den letzten Schliff geben, beibringen
den letzten Schliff bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch Lehm, Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Typische Verbindungen zu ›Schliff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schliff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst diese Funktionen geben den letzten Schliff an glaubwürdigen Bewegungen. [C't, 1995, Nr. 3]
Den letzten Schliff versehen sie immer noch mit der Hand. [Die Zeit, 03.08.2009 (online)]
Es saß allerdings ein Lehrer dabei, für den pädagogischen Schliff. [Die Zeit, 03.11.2005, Nr. 45]
Heute ist er fast vollständig genesen; nur der Sprache, die er verloren hatte, fehlt noch der alte Schliff. [Die Zeit, 12.11.1993, Nr. 46]
Auch wurde das L. als Überfangglas verarbeitet und durch Schliff veredelt. [o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 28597]
Zitationshilfe
„Schliff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schliff#1>.

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Schliff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schliff(e)s · Nominativ Plural: Schliffe
Aussprache  [ʃlɪf]
eWDG

Bedeutung

ostmitteldeutsch unausgebackene, klitschige Stelle im Brot oder in anderem Backwerk
Beispiel:
er hat Schliff gebacken
salopp, übertragen Schliff backenMisserfolg haben, scheitern
Beispiele:
damit hast du gründlich Schliff gebacken
mit einem solchen Vorschlag wirst du bei ihm Schliff backen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleifen1 · Schleifstein · Schleifer · Schliff
schleifen1 Vb. ‘eine rauhe Oberfläche bearbeiten und glätten, schärfen’. Das starke Verb ahd. slīfan ‘schärfen’ (8. Jh.), intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, in Verfall geraten’ (9. Jh.), mhd. slīfen ‘schärfen, glätten’, intransitiv ‘(aus)gleiten, hinsinken, fallen’, mnd. mnl. slīpen, nl. slijpen, afries. slīpa (germ. *slīpan) stellt sich mit griech. (neutr.) olibrón (ὀλιβρόν) ‘schlüpfrig, glatt’ und vielleicht auch kymr. llym ‘scharf’, bret. lemm ‘scharf, Schneide eines Messers’ zu ie. *(s)leib- ‘schleimig, schlüpfrig, gleiten, darüber streichen, glätten’, einer mit s- anlautenden Labialerweiterung der unter Leim (s. d.) angeführten Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (s. auch Lehm, Schleim). Die Ausgangsbedeutung ‘über eine Fläche hingleiten’ ist bereits im Ahd. weiterentwickelt zu ‘(durch Gleiten über den Schleifstein) schärfen’. Aus der übertragenen Verwendung einen Lehrjungen schleifen ‘ihm gute Lehren, Verhaltensregeln geben’ (um 1700) wird schleifen in die Soldatensprache übernommen für ‘im Dienst, beim Exerzieren hart rannehmen, drillen’. Schleifstein m. ‘Wetzstein’, ahd. slifstein (9. Jh.), mhd. slif-, slīfstein. Schleifer m. ‘wer schleift, schärft’, mhd. slīfære, slīfer. Schliff m. ‘das Schleifen, geschliffene Stelle’, ahd. slif ‘abgeschliffene Metallreste’ (Hs. 13. Jh.), mhd. slif ‘Abgeschliffenheit, Abgenutzheit, das Ausgleiten’; übertragen ‘gutes Benehmen’ (19. Jh.). Auch Schliff, Schlief ‘unausgebackene Stelle im Brot, Kuchen’ (17. Jh.), die glatt, wie geschliffen aussieht. Obsächs. Schliff backen ‘Pech haben’.

Typische Verbindungen zu ›Schliff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schliff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schliff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst diese Funktionen geben den letzten Schliff an glaubwürdigen Bewegungen. [C't, 1995, Nr. 3]
Den letzten Schliff versehen sie immer noch mit der Hand. [Die Zeit, 03.08.2009 (online)]
Es saß allerdings ein Lehrer dabei, für den pädagogischen Schliff. [Die Zeit, 03.11.2005, Nr. 45]
Heute ist er fast vollständig genesen; nur der Sprache, die er verloren hatte, fehlt noch der alte Schliff. [Die Zeit, 12.11.1993, Nr. 46]
Auch wurde das L. als Überfangglas verarbeitet und durch Schliff veredelt. [o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 28597]
Zitationshilfe
„Schliff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schliff#2>.

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