Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schlinge, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlinge · Nominativ Plural: Schlingen
Aussprache 
Worttrennung Schlin-ge
Wortbildung  mit ›Schlinge‹ als Erstglied: Schlingenware · Schlingstich  ·  mit ›Schlinge‹ als Letztglied: Armschlinge · Darmschlinge · Drahtschlinge · Glissonschlinge · Rundschlinge · Schnurschlinge · Seilschlinge · Vogelschlinge
eWDG

Bedeutung

zu runder oder länglicher Form ineinander verknüpftes Stück Schnur, Draht, Stoff, das zusammengezogen werden kann
Beispiele:
eine Schlinge knüpfen, machen
die Schlinge hält, ist aufgegangen
die Schlinge zuziehen, aufmachen, lockern
sie trug den gebrochenen Arm in einer Schlinge
Fanggerät aus Draht
Beispiele:
Schlingen stellen, (aus)legen
in die Schlinge gehen
Wild in Schlingen zu fangen ist verboten
bildlich
Beispiele:
den, seinen Kopf in die Schlinge stecken (= sich leichtfertig in Gefahr begeben)
seinen Hals, Kopf, sich aus der Schlinge ziehen (= einer Gefahr geschickt entgehen, aus einer gefährlichen Lage einen Ausweg finden)
umgangssprachlichnicht mehr aus der Schlinge (= aus einer gefährlichen Lage) herauskönnen
sich in einer Schlinge fangen
jmdm. aus der Schlinge helfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingen1 · Schlinge · Schlinggewächs · Schlingpflanze
schlingen1 Vb. ‘(ineinander)winden, verflechten, verknüpfen’, ahd. slingan ‘verfallen, vergehen’ (um 1000), mhd. mnd. slingen ‘hin und her ziehend schwingen, flechten, sich schlängelnd winden, kriechen, gleiten, schleichen’, aengl. slingan ‘schlängeln, gleiten’, anord. slyngva, slyngja ‘schwingen, werfen, schleudern’ (woraus vielleicht engl. to sling ‘schleudern’). Dem in unterschiedlicher Bedeutung auftretenden Verb germ. *slengwan (ursprünglich ‘gleiten, kriechen’?) vergleichbar sind wohl lit. sliñkti ‘schleichen’ (von der Schlange), kymr. llyngyr (Plur.) ‘Würmer’, russ. (landschaftlich) slúka (слука) ‘Waldschnepfe’ (wegen ihres geduckten Ganges), so daß ie. *slenk- ‘winden, drehen, sich schlingen, kriechen’ (mit einer Variante ie. *sleng-, s. schlank) erschlossen werden kann. S. dazu Schlange. – Schlinge f. ‘Schleife, lose verknüpftes Band, Fanggerät’, ahd. slinga (um 800), mhd. slinge ‘Schleuder’, in diesem Sinne bis 17. Jh. (mundartlich noch heute), in der oben genannten Bedeutung seit 16. Jh. Schlinggewächs n. Schlingpflanze f. ‘rankende Pflanze’ (beide 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Masche · Schlaufe · Schleife · Schlinge  ●  Schluppe  fachspr.
Unterbegriffe
  • Faustriemen  ●  Portepee franz. · Schlagband schweiz.

Typische Verbindungen zu ›Schlinge‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlinge‹.

Masche abmaschen ausgelegt auslegen befindlich binden elektrisch gelegt heben holen knoten knüpfen legen lockern lose masche schlögener selbstgelegt werfen ziehen zusammenziehen zuziehen

Verwendungsbeispiele für ›Schlinge‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während sie so dachte, band sie eine Schlinge in den Streifen. [Kuhnert, A. Arthur: Vier Mädchen in einer Zelle. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 320]
Diese aber vermochte durch ihre persönlichen Kräfte sich stets aus der Schlinge zu ziehen. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 110]
Nach 15 Metern bremste die Schlinge jäh meinen freien Fall. [C’t, 1994, Nr. 11]
Eine stählerne Schlinge legte sich plötzlich um meinen Hals, schnürte mir erbarmungslos die Luft ab. [C’t, 1993, Nr. 3]
Sie befanden sich rettungslos in der Schlinge, die sie selbst gelegt hatten. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 241]
Zitationshilfe
„Schlinge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlinge>.

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