Schlingel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlingels · Nominativ Plural: Schlingel
Aussprache  [ˈʃlɪŋl̩]
Worttrennung Schlin-gel
Wortbildung  mit ›Schlingel‹ als Erstglied: schlingelhaft  ·  mit ›Schlingel‹ als Grundform: schlingeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, vertraulich Kind, das gern und mutwillig einen Streich begeht, aber im Grunde nicht bösartig ist, Schelm
Beispiele:
was hat der Schlingel denn nun schon wieder angestellt?
saloppwas hat der Schlingel denn nun schon wieder ausgefressen (= angestellt)?
der Schlingel hat doch wieder vergessen, das Paket mitzunehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlingel · Schlankel
Schlingel m. ‘Tunichtgut, Schelm’, heute besonders von übermütigen Kindern, mnd. slüngel (15. Jh.), slungel (16. Jh.), dann hd. Schlüngel, Schlingel (16. Jh., von denen sich das letztere im 18. Jh. durchsetzt) ‘Müßiggänger, Taugenichts, fauler, träger junger Mensch’, zu dem unter schlingen1 (s. d.) abgehandelten Verb, also eigentlich ‘der müßig Umherschlendernde’. Mit konsonantischer Verschärfung und Vokalwechsel Schlankel m. südd. öst. ‘ungelenker Kerl, Taugenichts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · Flegel · Frechling · Lausbub · Lausbube · Lausebengel · Schelm · Schlingel · Strolch  ●  Fratz  süddt. · Lorbass  ostpreußisch · Range  veraltet · Bazi  ugs., österr., bayr. · Dreikäsehoch  ugs. · Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · Früchtchen  ugs. · Knilch  ugs. · Lauser  ugs. · Lümmel  ugs., veraltend · Pülcher  ugs., österr. · Racker  ugs. · Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · Rotzgöre  ugs. · Rotzjunge  ugs. · Rotzlöffel  ugs. · Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Filou  ugs., franz. · Früchtchen  ugs., Hauptform · Lorbass  ugs., ostpreußisch · Schlawiner  ugs. · Schlawuzi  ugs., bayr. · Schlickefänger  ugs., ruhrdt. · Schlingel  ugs. · Schlitzohr  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schlingel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlingel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlingel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Sie jedesmal 2 geantwortet haben, sind Sie ein Schlingel. [Die Zeit, 05.08.1996, Nr. 32]
Sie erfuhr schon früh, daß sie einen außerordentlich flinken Sohn geboren hatte: nie wollte es ihr gelingen, den flüchtigen Schlingel zu erwischen. [Die Zeit, 08.02.1965, Nr. 06]
Und der Schlingel hat bereits angedroht, dass er weitermachen will. [Der Tagesspiegel, 25.07.2004]
Oder womöglich hatte irgendein Schlingel etwas in die isotonischen Drinks gemischt. [Der Tagesspiegel, 20.09.2002]
Ist denn der Geruch an dem Schlingel gar nicht wieder auszurotten? [Raabe, Wilhelm: Altershausen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1968 [1911], S. 236]
Zitationshilfe
„Schlingel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlingel>.

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