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Schlips, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlipses · Nominativ Plural: Schlipse
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schlips‹ als Erstglied: Schlipshalter · Schlipsnadel · Schlipsträger
 ·  mit ›Schlips‹ als Letztglied: Seidenschlips
eWDG

Bedeutung

Binder, Krawatte
Beispiele:
ein grüner, schwarzer, gestreifter Schlips
den Schlips umbinden, abbinden, zurechtrücken, geraderücken
keinen Schlips tragen
zur Feier des Tages trug er einen seidenen Schlips
wegen der Hitze hatte er keinen Schlips umgebunden
umgangssprachlichwegen der Hitze hatte er keinen Schlips um
salopp, bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichsich auf den Schlips getreten fühlen (= sich beleidigt, gekränkt fühlen)
er fühlt sich bei der kleinsten Kleinigkeit auf den Schlips getreten
jmdn. am Schlips fassen, beim Schlips nehmen (= mit jmdm. eindringlich über etw. reden, jmdn. energisch auf etw. hinweisen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlips m. ‘zu knotende schmale Halsbinde mit herabhängenden Enden’. Die seit etwa 1840 in nordd., dann auch md. Texten in diesem Sinne nachgewiesene Bezeichnung kommt aus dem Nd., die Mode selbst aus England; vgl. engl. (neck)tie, eigentlich ‘Halsknoten’. Schlips ist ursprünglich die nordd. Pluralform (‘die Zipfel, die Enden’) zu nd. Slip(p) ‘Zipfel’ (an Hemd, Taschentuch, Rock), das sich mit mnd. mnl. slippe, nl. slip ‘Zipfel von Halstuch oder Rockschoß’, mnd. mnl. slippen ‘zerreißen, schlitzen’ (alle Formen mit expressivem -pp-) sowie aengl. (stark) tōslīfan ‘spalten’, engl. sliver ‘Splitter, Span’, mnd. slēf ‘hölzerner Kochlöffel’ an ie. *skleip-, eine Labialerweiterung der unter Schale1, Schale2, Schild1, verschleißen (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ anschließen läßt. Redensartlich jmdn. beim Schlips nehmen ‘ihm eindringlich zureden, ins Gewissen reden’, mnd. bī der slippen (‘bei einem Zipfel der Kleidung, beim Rockschoß’) nēmen als symbolische Rechtshandlung ‘jmdn. rechtlich fordern’; jmdm. auf den Schlips treten ‘ihn beleidigen’, eigentlich ‘auf die Rockschöße treten’ (umgangssprachlich belegt nach 1900, doch wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Binder · Halsbinder · Langbinder · Schlips  ●  Krawatte  Hauptform · Ehrbarkeit (Zimmermann)  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Krawattenschleife · Querbinder · Schleife  ●  Mascherl  österr. · Schlips  schweiz. · Fliege  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Schlips‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlips‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlips‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch sah ich mit meinen eigenen Augen ein menschliches Wesen, das trug zum Smoking einen weißen Schlips. [Tucholsky, Kurt: Der Sultan im Theater. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 7845]
Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich beschloss, keine Schlipse mehr zu tragen. [Die Zeit, 02.09.1999, Nr. 36]
Es war nicht meine Absicht, auf dem Schlips von irgendeinem Herrn herumzutreten. [Die Zeit, 21.08.2013, Nr. 34]
Im Fernsehen kommt es weniger auf Argumente an als auf die Farbe des Schlipses. [Die Zeit, 28.09.2006, Nr. 40]
Erst als sie ihn beruhigen, rückt er sich den Schlips zurecht. [Die Zeit, 04.07.1986, Nr. 28]
Zitationshilfe
„Schlips“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlips>.

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