Schlitten, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlittens · Nominativ Plural: Schlitten
Aussprache 
Worttrennung Schlit-ten
Mehrwortausdrücke  mit jmdm. Schlitten fahren
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(besonders von Kindern verwendeter) mit zwei vorn hochgebogenen Kufen versehener, niedriger Sitz verschiedener Länge zum gleitenden Fahren im Schnee; Rodelschlitten
2.
zum Transportieren von Personen oder Sachen dienendes Fahrzeug auf Kufen
3.
salopp Auto, auch Motorrad, Fahrrad o. Ä.
4.
Technik beweglicher, hin- und herschiebbarer Teil an bestimmten Maschinen, Geräten
5.
Schiffbau Konstruktion aus Holz, auf dem ein Schiff beim Stapellauf ins Wasser gleitet
6.
derb, abwertend Prostituierte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlitten m. ‘auf Kufen über Schnee und Eis dahingleitendes Gefährt’, ahd. slito (9. Jh.), mhd. slite ‘schleifendes, gleitendes Gefährt, Schlitten’, asächs. slido, mnd. mnl. slēde, nl. slede, anord. sleði, schwed. släde (germ. *slidan-) stehen ablautend zu einem in mhd. slīten ‘gleiten’, aengl. slīdan, engl. to slide erhaltenen starken Verb (germ. *sleidan). Als Verwandte schließen sich an aind. srḗdhati ‘geht fehl, irrt’, griech. (mit prothetischem o) olisthánein (ὀλισθάνειν) ‘gleiten’, aslaw. slědъ, russ. sled (след) ‘Spur’, lit. slýsti ‘gleiten’, slidùs ‘glatt, schlüpfrig’ sowie die unter schlingen2 und Schlund (s. d.) genannten Formen. Zugrunde liegt ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’, wozu auch Lehm und Leim (s. d.) gehören. Redensartlich unter den Schlitten kommen ‘sozial, wirtschaftlich, moralisch absinken’ (19. Jh.); mit jmdm. schlittenfahren ‘willkürlich und rücksichtslos mit jmdm. umspringen’, wohl aus der Soldatensprache des ersten Weltkrieges.

Thesaurus

Automobil
Synonymgruppe
Kalesche · Karosse  ●  Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · Flitzer  ugs. · Flunder  ugs., fig. · Hobel  ugs., fig. · Karre  ugs., fig., Hauptform · Kiste  ugs., fig., Hauptform · Kutsche  ugs. · Schleuder  ugs., fig., abwertend · Schlitten  ugs., fig., aufwertend, Hauptform · Schüssel  ugs., fig.
Oberbegriffe
Technik
Synonymgruppe
Kufenfahrzeug · Schlitten
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schlitten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlitten‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlitten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Schlitten schob er den ersten Teil des Bettes heran. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 203]
Uta lief den Weg am See entlang, dem Schlitten entgegen. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 200]
Auf diesen Schlitten erscheinen Personen, zuweilen mit erhobenen Armen, manchmal mit Beilen in den Händen, manchmal Hörner blasend. [Pittioni, Richard: Der urgeschichtliche Horizont der historischen Zeit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 877]
In der Öffentlichkeit fährt er immer mit seinem dicken Schlitten vor. [C't, 2000, Nr. 5]
Der Drucker sprüht hier also keine Tinte auf den Schlitten der Druckköpfe. [C't, 1999, Nr. 19]
Zitationshilfe
„Schlitten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlitten>.

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