Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schloss, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schlosses · Nominativ Plural: Schlösser
Aussprache  [ʃlɔs]
Ungültige Schreibung Schloß
Rechtschreibregel § 2
eWDG

Bedeutungen

1.
Vorrichtung zum Verschließen
a)
die in Türen oder Behältern eingebaut ist und mit einem Schlüssel geöffnet oder verschlossen wird
Beispiele:
ein kompliziertes, einfaches, eisernes Schloss
den Schlüssel in das Schloss stecken, im Schloss umdrehen
das Schloss zuschließen, aufschließen, aufbrechen, sprengen
ein Schloss reparieren, ölen, einsetzen, einbauen
die Schlösser sind verrostet, schließen nicht
umgangssprachlichdas Schloss geht auf
die Tür fällt, knallt ins Schloss
die Tür schnappte ins Schloss (ein)
er ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen
er warf, schlug, zog, drückte die Tür ins Schloss
die Tür sprang aus dem Schloss
das Schloss an der Tür (= Türschloß)
das Schloss dieses Schrankes, Tresors
das Schloss an einem Koffer
Vorhängeschloss
Beispiel:
ein Schloss vorhängen, vorlegen
bildlich
Beispiele:
sie hat ein Schloss vor dem Mund (= sie muß, will schweigen)
hinter Schloss und Riegel (= im Gefängnis) sitzen, sein
einen Verbrecher hinter Schloss und Riegel (= ins Gefängnis) bringen, setzen
umgangssprachlich[eine alte Klassikerausgabe] welche die Mutter … immer unter Schloß und Riegel (= unter Verschluss) gehalten hatte [ FrenssenBaas32]
b)
Verschluss, der nicht mit einem Schlüssel, sondern durch Aufschnappen, Zuschnappen geöffnet oder geschlossen wird
Beispiele:
das Schloss einer Kette, an einem Armband
das Schloss eines Koppels, Gürtels
2.
Militär beweglicher Teil an Handfeuerwaffen, der zum Einführen der Patronen und als Spannvorrichtung, Zündvorrichtung dient
Beispiele:
das Schloss eines Gewehrs
»Mündungsschoner ab, Schloß raus, Kastenboden raus!«befahl er [ KirstNull-Acht Fünfzehn152]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schloß · Schlosser
Schloß n. ‘Vorrichtung zum Verschließen, Riegel, Burg, repräsentativer Wohnsitz’, ahd. sloʒ ‘Verschließgerät, Riegel, Umschließung, Schlußfolgerung’ (8. Jh.), mhd. sloʒ, slōʒ, auch ‘Burg’, mnd. slot, slōt, mnl. nl. slot, mengl. slot (aus dem Mnl.?) steht ablautend zu dem unter schließen (s. d.) behandelten Verb. Aus dem älteren Gebrauch ‘Vorrichtung, um etw. zu verschließen’ entwickelt sich im 13. Jh. mit der Vorstellung ‘verschlossener, befestigter Bau’ und ‘abschließender, abriegelnder Bau’ (als Sperrbefestigung für ein Tal, eine Straße) die Verwendung des Wortes im Sinne von ‘Burg, Kastell’. Mit der Errichtung prachtvoll ausgestatteter Renaissancebauten wird Schloß unter Aufgabe der Befestigungs- und Sperrfunktion zur Bezeichnung des repräsentativen, architektonisch gestalteten Fürsten- oder Herrensitzes. Die im Ahd. und Mhd. vertretenen Bedeutungen ‘räumlicher Abschluß’ und ‘Schlußfolgerung’ werden im Nhd. von Schluß (s. d.) übernommen. – Schlosser m. ‘wer Schlösser anfertigt und repariert’, mhd. sloʒʒer.

Typische Verbindungen zu ›Schloss‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Schloss‹ und ›Schloß‹.

Fürst Graf Loire Verwaltung Wiederaufbau altes barock berliner biebricher charlottenburger darmstädter degenfeldschen erbacher erbaut hambacher heidelberger homburger iburger isenburger kurfürstlich königlich königsberger nymphenburger preußisch restauriert rumpenheimer schweriner verwunschen wandelnd wiederaufgebaut

Verwendungsbeispiele für ›Schloss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben geflogen und jetzt übernachte ich in einem fast richtigen Schloss. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 70]
Schon am nächsten Tag war das beunruhigende Ansuchen vom Schloß gekommen. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 119]
Draußen ist es heiß, im alten Schloß, wo die Versammlung stattfindet, angenehm kühl. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 401]
Und ich kann genausogut in einer Hütte wie in einem Schloß wohnen, aber danach steht mir nicht der Sinn. [Der Spiegel, 18.02.1985]
Vom Schloß aber, das in seinem Kern aus der Renaissance stammte, ist nichts mehr vorhanden. [Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 215]
Zitationshilfe
„Schloss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schloss#1>.

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Schloss, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schlosses · Nominativ Plural: Schlösser
Aussprache  [ʃlɔs]
Ungültige Schreibung Schloß
Rechtschreibregel § 2
eWDG

Bedeutung

großangelegtes, künstlerisch gestaltetes, stattliches Gebäude, das dem Feudaladel als repräsentativer, komfortabler Wohnsitz diente
Beispiele:
ein großes, stattliches, barockes Schloss
im Tal lag ein altes, verfallenes, romantisches Schloss
ein ehemaliges Schloss
Schloss Sanssouci
das Schloss liegt mitten im Park
ein Schloss restaurieren, abreißen
ein Schloss besichtigen
Reich mir die Hand, mein Leben, / Komm auf mein Schloß mit mir [ MozartDon GiovanniI 9]
übertragen
Beispiele:
ein Schloss, Schlösser in die Luft bauen (= phantastische, unausführbare Pläne machen)
ein Schloss auf dem, im Mond (= etw. nur in der Einbildung Bestehendes, Unerreichbares)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schloß · Schlosser
Schloß n. ‘Vorrichtung zum Verschließen, Riegel, Burg, repräsentativer Wohnsitz’, ahd. sloʒ ‘Verschließgerät, Riegel, Umschließung, Schlußfolgerung’ (8. Jh.), mhd. sloʒ, slōʒ, auch ‘Burg’, mnd. slot, slōt, mnl. nl. slot, mengl. slot (aus dem Mnl.?) steht ablautend zu dem unter schließen (s. d.) behandelten Verb. Aus dem älteren Gebrauch ‘Vorrichtung, um etw. zu verschließen’ entwickelt sich im 13. Jh. mit der Vorstellung ‘verschlossener, befestigter Bau’ und ‘abschließender, abriegelnder Bau’ (als Sperrbefestigung für ein Tal, eine Straße) die Verwendung des Wortes im Sinne von ‘Burg, Kastell’. Mit der Errichtung prachtvoll ausgestatteter Renaissancebauten wird Schloß unter Aufgabe der Befestigungs- und Sperrfunktion zur Bezeichnung des repräsentativen, architektonisch gestalteten Fürsten- oder Herrensitzes. Die im Ahd. und Mhd. vertretenen Bedeutungen ‘räumlicher Abschluß’ und ‘Schlußfolgerung’ werden im Nhd. von Schluß (s. d.) übernommen. – Schlosser m. ‘wer Schlösser anfertigt und repariert’, mhd. sloʒʒer.

Typische Verbindungen zu ›Schloss‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Schloss‹ und ›Schloß‹.

Fürst Graf Loire Verwaltung Wiederaufbau altes barock berliner biebricher charlottenburger darmstädter degenfeldschen erbacher erbaut hambacher heidelberger homburger iburger isenburger kurfürstlich königlich königsberger nymphenburger preußisch restauriert rumpenheimer schweriner verwunschen wandelnd wiederaufgebaut

Verwendungsbeispiele für ›Schloss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben geflogen und jetzt übernachte ich in einem fast richtigen Schloss. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 70]
Schon am nächsten Tag war das beunruhigende Ansuchen vom Schloß gekommen. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 119]
Draußen ist es heiß, im alten Schloß, wo die Versammlung stattfindet, angenehm kühl. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 401]
Und ich kann genausogut in einer Hütte wie in einem Schloß wohnen, aber danach steht mir nicht der Sinn. [Der Spiegel, 18.02.1985]
Vom Schloß aber, das in seinem Kern aus der Renaissance stammte, ist nichts mehr vorhanden. [Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 215]
Zitationshilfe
„Schloss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schloss#2>.

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