Schlot, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlot(e)s · Nominativ Plural 1: Schlote · Nominativ Plural 2 (selten): Schlöte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schlot‹ als Erstglied: ↗Schlotbaron · ↗Schlotvulkan  ·  mit ›Schlot‹ als Letztglied: ↗Fabrikschlot · ↗Vulkanschlot
eWDG

Bedeutungen

1.
hoher, großer Schornstein, besonders von Fabriken, Dampfern
Beispiele:
schwarze, rauchende, qualmende Schlote
der riesige, hohe Schlot einer Fabrik
der Schlot eines Dampfers
aus den Schloten quoll, stieg dicker Rauch
umgangssprachlicher raucht wie ein Schlot (= raucht sehr stark)
2.
salopp, abwertend baumlanger, nichtsnutziger, ungehobelter Kerl
Beispiel:
so ein Schlot!
3.
Geologie röhrenartiger Kanal, durch den im Vulkan das Magma explosionsartig zum Krater durchbricht
Beispiel:
trichterförmige Schlote
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlot · Schlotfeger
Schlot m. ‘Schornstein’, landschaftlich (vorwiegend ostfrk., südthür. und oberpfälz.; dafür anderwärts Esse, Kamin, Rauchfang), ahd. slāt (Hs. 12. Jh.), mhd. slāt, slōt ‘Rauchfang, Kamin, Ofenloch’. Herkunft ungeklärt. Vielleicht zu (ebenfalls ungeklärtem) mhd. slāte ‘Schilfrohr’, so daß Übertragung vorliegt? Die Form mit o setzt sich seit dem 15. Jh. durch. Schlotfeger m. (15. Jh.), im Sprachraum von Schlot.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgaskanal · ↗Abzug · ↗Abzugsrohr · ↗Esse · ↗Kamin · ↗Rauchfang · Schlot · ↗Schornstein  ●  ↗Rauchfang  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
Diatrema · Durchschlagsröhre · Eruptionsschlot · ↗Neck · Schlot · Schlotgang · ↗Sprengtrichter · ↗Vulkanschlot

Typische Verbindungen zu ›Schlot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlot‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schlot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch schon seit Monaten steigt kein Rauch mehr aus den Schloten.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1998
Ihn brauchte man nur über einem verdächtigen Schlot zu parken, und schon hätte man gerichtsverwertbare Daten.
Die Zeit, 30.08.1985, Nr. 36
Über den Werken ringsum lagerte der Rauch der Schlote in grauen Bänken.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 246
Aber auf dem Lande, fern von den mächtigen Schloten, sind sie weiß und sauber.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 237
Man sah Rauch aus langen dünnen Schloten und dachte nicht weiter nach.
Altenberg, Peter: Märchen des Lebens. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 6254
Zitationshilfe
„Schlot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlot>, abgerufen am 22.06.2021.

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