Schlucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlucht · Nominativ Plural: Schluchten
Nebenform dichterisch Schlucht · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlucht · Nominativ Plural: Schlüchte
Aussprache
Wortbildung mit ›Schlucht‹ als Letztglied: ↗Bergschlucht · ↗Felsenschlucht · ↗Felsschlucht · ↗Gebirgsschlucht · ↗Straßenschlucht · ↗Talschlucht · ↗Waldschlucht
eWDG, 1976

Bedeutung

enger, tiefer steilwandiger Taleinschnitt (im Gebirge)
Beispiele:
eine enge, tiefe, steile, felsige, dunkle, gähnende Schlucht
eine Schlucht im Gebirge
unten in der Schlucht rauschte ein reißender Gebirgsbach
in den unwegsamen Wäldern und Schluchten der Cevennen [ZuchardtStunde226]
dichterisch, bildlich
Beispiele:
die Schluchten der Höfe, Häuser, Straßen
Aus den Schlüchten der Stadt ... brachen Kolonnen schwankender Autos hervor [BronnenBarbara la Marr25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlucht f. ‘enges, tiefes Tal, steil abfallender Bergeinschnitt’, seit dem 16. Jh. mit nd. Lautstand (cht für ft, s. ↗Gerücht, ↗Nichte, ↗sacht) in der hd. Literatursprache neben hd. Schluft, mhd. sluft ‘das Schlüpfen, Schlucht’. Abstraktbildung zu ↗schliefen, mhd. sliefen, ahd. sliofan ‘gleiten, schlüpfen’ (s. ↗schlüpfen). Schlucht setzt sich im 18. Jh. als allgemein gültige Form durch; doch versuchen einzelne Schriftsteller des 19. Jhs. (Tieck, Uhland, Rückert, Droste-Hülshoff), Schluft wiederzubeleben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Klamm · Schlucht
Unterbegriffe
  • Darialschlucht · Darielschlucht
  • Schöllenen · Schöllenenschlucht

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berg Canyon Canyoning Fels Felsformation Felswand Gebirge Höhle Klamm Schlucht Tal Wasserfall abfallend abgrundtief abseilen bewaldet durchqueren eingeschnitten eng schattig schlängeln steil stürzen tief unwegsam unzugänglich wildromantisch winden zerklüftet überspannen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und vielleicht mag man auch gar nicht so genau hineinschauen in steile seelische Schluchten.
Die Welt, 27.08.2003
In manche Schlucht der Geschichte jüngerer Tage wagt er sich nicht vor.
Der Tagesspiegel, 19.06.1998
Dort müssen sie auf einem schmalen Brett über eine Schlucht gehen.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 181
Wir wanden uns durch versteckte Wege nach einer engen Schlucht hinter der vorderen Linie.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 17
Links durch die Schlucht führt die Straße zum Berg hinauf.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2674
Zitationshilfe
„Schlucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlucht>, abgerufen am 21.11.2019.

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