Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schlucht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlucht · Nominativ Plural: Schluchten
Nebenform dichterisch Schlucht · Substantiv · Nominativ Plural: Schlüchte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schlucht‹ als Erstglied: Schluchtenscheißer  ·  mit ›Schlucht‹ als Letztglied: Bergschlucht · Felsenschlucht · Felsschlucht · Gebirgsschlucht · Häuserschlucht · Straßenschlucht · Talschlucht · Waldschlucht · Wolfsschlucht
eWDG

Bedeutung

enger, tiefer steilwandiger Taleinschnitt (im Gebirge)
Beispiele:
eine enge, tiefe, steile, felsige, dunkle, gähnende Schlucht
eine Schlucht im Gebirge
unten in der Schlucht rauschte ein reißender Gebirgsbach
in den unwegsamen Wäldern und Schluchten der Cevennen [ ZuchardtStunde226]
dichterisch, bildlich
Beispiele:
die Schluchten der Höfe, Häuser, Straßen
Aus den Schlüchten der Stadt … brachen Kolonnen schwankender Autos hervor [ BronnenBarbara la Marr25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlucht f. ‘enges, tiefes Tal, steil abfallender Bergeinschnitt’, seit dem 16. Jh. mit nd. Lautstand (cht für ft, s. Gerücht, Nichte, sacht) in der hd. Literatursprache neben hd. Schluft, mhd. sluft ‘das Schlüpfen, Schlucht’. Abstraktbildung zu schliefen, mhd. sliefen, ahd. sliofan ‘gleiten, schlüpfen’ (s. schlüpfen). Schlucht setzt sich im 18. Jh. als allgemein gültige Form durch; doch versuchen einzelne Schriftsteller des 19. Jhs. (Tieck, Uhland, Rückert, Droste-Hülshoff), Schluft wiederzubeleben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Klamm · Schlucht
Unterbegriffe
  • Darialschlucht · Darielschlucht
  • Schöllenen · Schöllenenschlucht

Typische Verbindungen zu ›Schlucht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlucht‹.

Areuse Durchquerung Eingang Jangtse Rand Taurus Tiefe Wand Yangtse abfallend bewaldet eielstädter eingeschnitten felsig graben imster maisinger noller rueckersbacher rückersbacher scharfsche schattig schmal steil tief unwegsam wild wildromantisch zerklüftet überqueren

Verwendungsbeispiele für ›Schlucht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm gegenüber, durch eine tiefe Schlucht von ihm getrennt, gewahrte er eine Siedlung. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 265]
Aus der Tiefe der Schlucht war der knöcherne Schrecken in die Höhe gestiegen. [Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 44]
Der Weg brach jäh ab, unter den Zehen tat sich eine Schlucht auf. [Die Zeit, 05.08.1999, Nr. 32]
Vier Meter weiter seitlich klafft dann die mehrere hundert Meter tiefe Schlucht. [Die Zeit, 07.03.1986, Nr. 11]
Die Schlucht sah am Tag viel freundlicher aus als in der Nacht. [Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 30]
Zitationshilfe
„Schlucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schlucht>.

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