Schluck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schluck(e)s · Nominativ Plural 1: Schlucke · Nominativ Plural 2 (selten): Schlücke
Nebenform Schluck · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schluck(e)s · Nominativ Plural: Schluck (bei Maßangabe)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schluck‹ als Erstglied: ↗Schlückchen · ↗schluckweise  ·  mit ›Schluck‹ als Letztglied: ↗Probeschluck
eWDG, 1976

Bedeutung

Flüssigkeitsmenge, die man mit einem Male schlucken kann
Beispiele:
ein Schluck Wasser, Kaffee, Milch, Bier
ein Getränk Schluck um Schluck, Schluck für Schluck, bis auf einen, den letzten Schluck austrinken
einen kräftigen, tüchtigen, herzhaften, tiefen Schluck (aus der Flasche) trinken, nehmen
mit, in kleinen, hastigen, großen, langsamen Schlucken trinken
mit, in einem Schluck (= ohne abzusetzen) leerte er das Glas
Grammatik: bei Maßangabe Plural auch »Schluck«
Beispiel:
einige Schluck Wasser aus dem Becher trinken
bildlich ein Schluckein wenig, etwas
Beispiele:
jmdn. zu einem Schluck Wein einladen
er bot den Gästen einen Schluck Kaffee an
hast du einen Schluck zu trinken für uns?
als ... er mich bat, auf einen Schluck zu ihm reinzukommen [ S. LenzBrot88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlucken · Schluck · Schlucken · Schluckauf · Schlucker
schlucken Vb. ‘feste oder flüssige (Nahrungs)stoffe aus dem Mund in den Magen befördern, hinunterschlingen’, mhd. slucken ‘schlingen, schluchzen’, mnd. slucken, mnl. slocken, nl. slokken steht wie ahd. slucko ‘Fresser, Schlemmer’ (8. Jh.) mit expressiver Konsonantendopplung (germ. *slukkēn) neben einem noch resthaft in mnd. slūken ‘(hinunter)schlucken’, schwed. sluka ‘verschlingen, schlucken’ erhaltenen starken Verb (germ. *slūkan), zu dem (als schwaches Verb) auch mhd. slūchen, frühnhd. (bis 16. Jh.) schlauchen ‘schlingen, schlucken’, ahd. slūh ‘Schlund’ (um 1000), mhd. slūch ‘Schlund, Kehle, Gurgel’ und anord. slok ‘Wasserrinne’ gehören. Außergerm. vergleichen sich griech. (nasaliert) lýnx (λύγξ) ‘Schluckauf’, lýzein (λύζειν) ‘Schluckauf haben’, air. slucim, ir. sloigim ‘ich schlucke’, atschech. lkāti, tschech. lkáti, lykati ‘seufzen, wehklagen, jammern’, apoln. poln. łkać ‘schluchzen’, apoln. łykać ‘schluchzen’, poln. łykać ‘schlucken’, so daß von einer Wurzel ie. *(s)leug-, *(s)leuk- ‘schlucken’ ausgegangen werden kann. Vgl. die Intensivbildungen schlucksen ‘schluchzen, schlucken’ (17. Jh.) und ↗schluchzen (s. d.). Schluck m. ‘das Hinunterschlucken, die Menge, die auf einmal geschluckt wird’, mhd. sluc f., im Nhd. nur noch auf das Trinken bezogen. Älter auch ‘das Schluchzen’ (15. Jh.), ‘Kehle’ (16. Jh.), ‘Getränk’ (18. Jh.). Schlucken m. ‘Schluckauf’ (17. Jh.). Schluckauf m. (19. Jh.), nach nd. Sluckup (18. Jh.); vgl. mnd. slūk-, sluckup ‘Trunkenbold, Säufer’. Schlucker m. ‘wer herunterschluckt’, und zwar ‘Schlemmer, Prasser’ (16. Jh.; vgl. ahd. slucko, s. oben), guter Schlucker ‘tüchtiger Trinker’, armer Schlucker ‘Hungerleider, bemitleidenswerter Kerl’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Schluck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schluck‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schluck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuerst kratzt es im Hals, dann tut es beim Schlucken weh.
Die Welt, 21.09.2001
Vielleicht treffen Sie sie ja, auf dem Weg von einer Party zur anderen und laden Sie auf einen Schluck Sekt ein?
Der Tagesspiegel, 11.12.1996
Er gießt zuerst sich selbst einen Schluck in das Glas.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 51
Wir nahmen sie zu einem Schluck Whisky zu uns hinauf, indem fing es an zu regnen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 47
Als sie gegen 6 Uhr abends den Rest des Kaffees trinken wollte, verspürte sie sofort nach dem ersten Schluck ein heftiges Brennen.
Friedländer, Hugo: Justizirrtümer. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22551
Zitationshilfe
„Schluck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schluck>, abgerufen am 26.09.2020.

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